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Bergfelde: Tour zum Grenzturm

Spaziergang durch die Natur Bergfelde: Tour zum Grenzturm

Durch das Waldgelände Frohnau spazierten rund 20 Bürger am Sonnabend während einer Führung von Marian Przybilla vom Verein „Deutsche Waldjugend Naturschutzturm“. Im Schatten der Mauer hatte die Natur über Jahrzehnte viel Zeit, zu wachsen. Auch Experimente mit Insekten gab es zu sehen.

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Zur gut zweistündigen Wanderung gehörte auch ein Stopp am Hubertussee.

Quelle: Foto: Köser

Berlin / Bergfelde. Als sich die Gruppe einem Sumpf nähert, ertönt ein seltsames Knarren. Es erinnert entfernt an den Klang einer Tür, die lange nicht geölt wurde. Das eigentümliche Geräusch stammt von einem Frosch, erklärt Marian Przybilla. Der Vorsitzende des Vereins „Deutsche Waldjugend Naturschutzturm“ hatte am Sonnabend zu einer Führung durch Biotope im ehemaligen Grenzstreifen zwischen Berlin-Frohnau und Bergfelde geladen. Rund 20 Interessierte waren gekommen. „Vom Grenzturm bis zum Naturschutzturm“ lautete das Thema des Spaziergangs . Anlass war der „lange Tag der Stadtnatur“, veranstaltet von der Stiftung Naturschutz Berlin.

Vom Treffpunkt, einer Bushaltestelle, geht es durch das Waldgelände Frohnau zum einstigen Grenzturm. Bald ist der Verkehrslärm der B 96 verstummt, Vögel zwitschern, Insekten surren. Üppiges Grün, soweit das Auge reicht. Natur pur, dank dem „Eisernen Vorhang“, der sich für Flora und Fauna als Segen erwies. Immer wieder macht Marian Przybilla Halt, um etwas zu erklären. Etwa den gepflasterten Weg, der durch den Wald führt. Hier waren Grundstücke geplant, doch die Weltwirtschaftskrise beendete die Besiedelung. Oder das besagte Moor, das ein Gefühl tiefster Ruhe vermittelt. Die darin liegenden Bäume bieten einen bizarren Anblick. Erlen, die nach ihrer Lebenszeit von 50 bis 60 Jahren umgestürzt sind.

Am Grenzturm angekommen, begrüßt Przybilla eine Kollegin. Nadine Weiß bereitet Experimente vor. Rund 50 Interessierten wird die Diplom-Biologin und Insektenforscherin die Auswirkungen der Lichtverschmutzung auf die Umwelt später erklären. „Wenn die Nacht zum Tage wird“ gehört ebenfalls zum Programm des langen Tags der Stadtnatur.

Die 34-jährige Berlinerin deutet auf eine weiße Leinwand, auf die sie diverse Leuchtmittel richten will. Von der klassischen 60-Watt-Glühbirne bis zur Leuchtstoffröhre. Bei letzterer locke der hohe Blauanteil im Licht besonders viele Insekten, etwa Nachtfalter, Mücken oder Käfer, an, erklärt sie. Jeder Versuch wird fotografiert, um die Auswirkungen der jeweiligen Lampen zu dokumentieren. Anschließend werden die Bilder verglichen.

Gerade viele Insekten seien nachtaktiv, sie orientieren sich an den Sternen, erklärt sie. Das künstliche Licht hole sie aus der Flugbahn hinaus. Die Tiere würden so aus ihrem Lebensraum zu Lampen hingezogen, sie spricht von einem Staubsauger-Effekt. Auch Vögel seien betroffen. So könnten Skybeamer, helle Lichtkegel, die gerne bei Events eingesetzt werden, ganze Vogelzüge beeinträchtigen. Einmal habe das gut 200 Tiere das Leben gekostet.

Der „Verlust der Nacht“ beschäftigt die Biologin nicht erst seit ihrer Diplomarbeit, bei der sie sich mit den Auswirkungen künstlicher Beleuchtung auf Insekten, Schnecken oder Würmer analysierte. Schon als Kind faszinierten Nadine Weiß die Motten, die um die Laternen flatterten. Warum tun die das bloß, hatte sie sich damals gefragt.

Von Fritz Hermann Köser

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