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Oberhavel Bergsdorf: Schieflage bei den Subventionen
Lokales Oberhavel Bergsdorf: Schieflage bei den Subventionen
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20:30 12.08.2014
Henryk Wichmann (M.) lässt sich von Hans-Joachim Bodien die Funktionsweise des Melkroboters erklären. Quelle: Andreas Röhl
Bergsdorf

Melkroboter sind in Oberhaveler Milchwirtschaftsbetrieben noch nicht so verbreitet. Dabei läuft der Betrieb mit der Technik nahezu störungsfrei, wie Hans-Joachim Bodien, der Seniorchef der Bodien GbR, am Montag sagte. Bei einem Hofrundgang mit dem Landtagsabgeordneten Henryk Wichmann (CDU) zeigten er sowie sein Sohn Bernd und Enkel Michael die Anlage mit den zwei Melkständen. Rund um die Uhr ist die Technik in Betrieb und in einem kleinen Unternehmen, eine große Entlastung.

262 Rinder stehen im Stall der Bodiens. Davon sind 100 Milchkühe. Da die beiden Melkroboter 120 Tiere versorgen können, sollen schon bald zusätzlich 20 Kühe den täglichen Milchertrag des Unternehmens steigern. Während sich Hans-Joachim Bodien und sein Sohn Bernd um den Feldbau kümmern, führt Enkel Michael seit einigen Monaten die Milchkuhwirtschaft. Etwa 2900 Liter Milch produziert der Hof pro Tag.

Den Melkrobotern gehört die Zukunft

Das Melkgeschirr wird beim Melkroboter automatisch und ohne jegliche manuelle Hilfe mit Erkennungssystemen auf Basis von Ultraschall, Laser und optischen Sensoren an das Euter der Kuh angeschlossen.
Vorteile: weniger schwere körperliche Arbeit, große zeitliche Flexibilität, Einsparung von Melkzeit, umfangreiche Datenerfassung zur besseren Kontrolle der Tiergesundheit.

Hauptnachteile sind hohe Erstinvestitionskosten und Beschränkung auf Kühe mit optimaler Zitzenform.

Trotz der aktuell entspannten Milchwirtschaft – der Milchpreis liegt bei 38 Cent pro Liter – sehen die Bergsdorfer Landwirte ein großes Problem und das ist die Subventionierung von Feldfrüchten und die Förderung von Brachflächen. Eine normale Fruchtfolge auf den Ackerflächen, um den Boden fruchtbar zu halten, werde dagegen nicht honoriert. Glücklicherweise seien die Zeiten vorbei, in denen man pro Betrieb einen gewissen Anteil der Flächen stilllegen musste, sagt Hans-Joachim Bodien. Schlimm sei aktuell aber der überdimensionierte Maisanbau. Auch gebe es immer mehr Raps. Schwer zu kämpfen hätten die kleinen Betriebe wegen dieser von der Politik gesetzten Anreize mit den weiter in die Höhe schnellenden Preisen für Ackerland. „Wir können nicht solche Pacht zahlen, wie die großen Agrarier“, sagt Waltraut Bodien, die auf dem Hof die Bücher führt. Wie abnorm der Markt geworden ist, weiß Michael Bodien aus seiner Zeit, als er noch in anderen Unternehmen gearbeitet hat. Weil viele Betriebe nur noch Mais auf ihren Flächen haben, lassen sie sich das Stroh für die Tiere aus England kommen. So ist es billiger. Laut Bernd Bodien würde eines die Landwirtschaft ganz sicher auf die Füße stellen: Die Produkte, ob Fleisch oder Milch, müssten schlicht so viel kosten, wie sie auch wert sind. Momentan seien sie zu billig.

Henryk Wichmann sieht einen der größten Fehler der Landwirtschaftspolitik beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Subventionen seien so attraktiv gewesen, dass in der Folge riesige Biokraftwerke entstanden sind. Das könne aber nicht Sinn der Landwirtschaft sein und sei auch schon zurückgefahren worden.

Die Bodien GbR bewirtschaftet 206 Hektar Land, davon sind 90 Hektar Eigentum. Ein Großteil des Getreides wird zu Futter verarbeitet. Wenn Hans-Joachim Bodien daran denkt, wie sie nach der Wende mit zehn Kühen angefangen haben und wo die Familie jetzt steht, ist er stolz auf die Entwicklung. Und wenn er vergleicht, wie viel Kraft früher das Melken gekostet hat und wie die Robotertechnik jetzt die Abläufe erleichtert, könne er nur staunen. „Ich gehe jetzt gern mal abends in den Kuhstall und sehe zu, wie sich die Kühe selbständig melken lassen“, schwärmt er.

Von Andreas Röhl

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