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Berlin-Premiere für Oranienburger Filmemacherin

Dokumentarfilm „Widerstand ist Pflicht“ Berlin-Premiere für Oranienburger Filmemacherin

Katharina Thoms ist 35 und arbeitet als Journalistin, Regisseurin und Filmemacherin in Tübingen. Geboren in Oranienburg, hat sie ihr Abi am Runge-Gymnasiums gemacht. Ihr Film „Widerstand ist Pflicht“ erlebt am Sonntag seine Berlin-Premiere. Auch die Oranienburger lädt sie dazu ein.

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Filmemacherin Katharina Thoms aus Oranienburg

Quelle: Privat

Oranienburg. „Zum Rundfunk wollte ich damals. Unbedingt.“ Doch 2006 standen die Zeichen und Chancen dafür in und um Berlin ziemlich schlecht, erinnert sich Katharina Thoms. Und so zog die Oranienburgerin aus, um in Tübingen Geschichte und Politikwissenschaft zu studieren, arbeitete in Italien und Berlin und ist heute als freie Journalistin für den Südwestrundfunk (SWR) und als OnlineJournalistin in Tübingen tätig. Und lebt in Stuttgart.

Ein ganzes Dorf gegen Hitler

Bei einer ihrer Recherchen sei sie auf den Arbeiteraufstand von Mössingen gegen Hitler gestoßen. Vor mehr als 80 Jahren gingen hunderte Menschen in dem schwäbischen Dorf gegen Hitler auf die Straße - als erste und einzige in Deutschland. Die Kommunisten hatten am Tag der Machtübernahme der Nationalsozialisten zum Generalstreik aufgerufen und die Mössinger waren dem Aufruf gefolgt. Jahrzehnte blieb dieser Streik ein Tabu, bis das Theater Lindenhof es auf die Bühne der Stadt Mössingen bringt. Hundert Laiendarsteller, eine Hand voll Profis und Musiker machen mit. Auch die Tochter eines Widerstandskämpfers von damals ist dabei. Für Andrea Ayens ist es Verpflichtung, in einem Stück mitzuspielen, in dem ihr Vater Paul die Hauptfigur ist. Für alle eine Reise in die Vergangenheit.

Stück Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts

Für den SWR gestaltete Katharina Thoms einen Radiobeitrag. „Es war die Chance, Geschichte und Journalismus zu verbinden, ein Stück Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts aufzuarbeiten.“ Forschungen lagen zum Thema keine vor. „Es entspann sich sogar eine heftige Debatte im Gemeinderat, ob man sich daran erinnern darf. Es waren schließlich Kommunisten“, erinnert sie sich. Das Feature ging über den Sender, „aber das Thema ließ mich nicht mehr los“. Und so begleitete sie die Theaterproben, das Werden und Wachsen des Stücks der Mössinger. „Das Spannendste war, dass ich vorher nicht wusste, was herauskommt.“

Premiere am 19. Juli


Der Dokumentarfilm erlebt am kommenden Sonntag, 19. Juli, seine Berlin-Premiere.

Er läuft ab 15.30 Uhr im Bundesplatzkino, Bundesplatz 14. Am Vortag des 20. Juli, Tag des Attentats auf Hitler von 1944 , erinnert der Film auch an die in den Hintergrund gerückten kleinen Widerstandsbewegungen gegen den Nationalsozialismus.


Die Theaterproduktion entstand unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg Winfried Kretschmann und wurde 2014 mit dem Preis für Kulturelle Bildung der Bundesregierung ausgezeichnet.

Seit 2014 erlebt der Streifen von 80 Minuten Länge seine erfolgreiche Kinotour durch Deutschland.

Die Filmemacherin sowie die Protagonistin des Films Andrea Ayen, Tochter eines der Anführer des Mössinger Generalstreiks, sind anwesend.

Katharina Thoms ist in Oranienburg aufgewachsen, hat Ende der 1990er- Jahre ihr Abitur auf dem Runge-Gymnasium absolviert.

Karten unter 030/85 40 60 85.

Es ist ein größtenteils selbst finanzierter und geschnittener 80-minütiger Dokumentarfilm geworden, der seit Herbst 2014 ist und der bereits 27-mal in Kinos erfolgreich gelaufen ist. Am Sonntag erlebt er nun seine Berlin-Premiere. „Mein erster Dokumentarfilm“, sagt die Oranienburgerin nicht ohne Stolz. Aber es soll nicht der letzte gewesen sein. Sie habe doch ein wenig Blut geleckt. Im Moment arbeite sie an einer Multimedia-Reportage. Am Sonntag steht sie den Besuchern zusammen mit ihrer Protagonistin Andrea Ayens aus Mössingen dem interessierten Publikum Rede und Antwort.

Und ab und zu kommt sie auch noch nach Oranienburg. Im Haus auf der Bernauer Straße ist die engagierte Regisseurin groß geworden.

Von Heike Bergt

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