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Oberhavel Besuch aus Ecuador
Lokales Oberhavel Besuch aus Ecuador
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00:36 17.03.2018
Thomas Weber (l.) und sein Geschäftspartner Werner Lindenberg (r.) verbindet eine enge Freundschaft mit Fernando Lamino. Quelle: Ulrike Gawande
Birkenwerder

Im April 2016 bebte in Ecuador die Erde mit einer Stärke von 7,8 auf der Richterskala. Es war das schwerste Beben seit fast 40 Jahren in dem südamerikanischen Land. Mehr als 600 Menschen starben. Damals sammelten die Unternehmer Thomas Weber und Werner Lindenberg aus Birkenwerder Geld. 1800 US-Dollar kamen mithilfe von Freunden zusammen, die direkt nach Ecuador geschickt wurden.

Denn mit Fernando Lamino aus Ecuador verbindet Thomas Weber seit den 90er Jahren eine enge Freundschaft. Der Geschäftsmann aus Birkenwerder hatte Lamino in den 90er-Jahren kennengelernt, als er mit seiner Familie durch Ecuador gereist war und ihm Lamino als Inhaber eines kleinen Reisebüros Land und Leute gezeigt hatte. Danach war der Kontakt nie abgerissen, 2006 kam Lamino sogar mit einer Reisegruppe zur Fußball-WM nach Deutschland, so dass es für die Männer aus Birkenwerder selbstverständlich war, ihrem Freund in Südamerika zu helfen.

2006 kam Fernando Lamino zur Fussball-WM nach Deutschland. Hier mit seinen Freunden aus Birkenwerder. Quelle: privat

Anlässlich der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin war Fernando Lamino nun wieder einmal selbst in Deutschland und nutzte die Gelegenheit, sich bei den großzügigen Spendern in Oberhavel zu bedanken. Tränen standen dem sympathischen Mann in den Augen, als er von den Geschehnissen vor zwei Jahren berichtete. „Wir hatten kein Wasser, keine Lebensmittel, keinen Strom und Infrastruktur und Straßen waren kaputt.“

Lamino vor dem zerstörten Haus seiner Schwiegereltern. Quelle: privat

Trotz eigener Sorgen war er damals mit Lebensmitteln, Zelten, Wasser und Maschinen seinen Mitmenschen zur Hilfe gekommen. Mitfinanziert durch die Spender aus Oberhavel. „Früher haben wir Vereine gesponsert, jetzt machen wir nur noch humanitäre Hilfe, dort wo das Geld direkt und ohne Umwege ankommt“, begründet Werner Lindenberg sein Engagement. „Es war mir wichtig in diesem Moment zu helfen“, so Thomas Werner. Schon nach vier Tagen kam die Rückmeldung aus Ecuador über den Erhalt des Geldes. Lamino half besonders an der Küste, wo die Schäden durch das Erdbeben am größten waren.

Mit diesem Plakat dankten die Menschen in Ecuador ihren Helfern in Birkenwerder. Quelle: privat

Mittlerweile wurde nahezu alles wieder aufgebaut. „Meine Landsleute sind sehr fleißig. Aber wir hatten auch Hilfe aus dem Ausland. Die Regierung half in den Großstädten, ich half in den Kommunen“, berichtet Lamino, und erinnert sich an Plünderungen und daran, dass Erdrutsche und Schlammlawinen den Straßenverkehr blockierten. „Wir brauchten drei Tage für 20 Kilometer.“ Es war eine Ausnahmesituation. Auch wenn bei 34 aktiven Vulkane Erdbeben keine Seltenheit sind. Aber nicht so stark wie im April 2016. „Es gibt keine Worte für meine Dankbarkeit“, bekräftigt noch einmal Lamino, der in den 70er Jahren Tourismus studiert und ein sechsmonatiges Praktikum in Hamburg absolviert hat.

Fußballspiel: Birkenwerder gegen die Reisegruppe aus Ecuador (2006) Quelle: privat

Jetzt möchte er als einer der wenigen deutschsprachigen Reiseführer in Ecuador deutsche Touristen für sein Heimatland begeistern: „Ecuador ist wie eine kleine Welt.“ Es gibt in dem Land mit 24 Provinzen und 16 Millionen Einwohnern mehrere Klimazonen. „Das Land ist reich an Natur.“ Auf rund 256 000 Quadratkilometern leben alleine 1790 Vogelarten und es gibt 25 000 verschiedene Baumarten. Zum Vergleich: In Deutschland sind es nur 300 Vogelarten und 90 Baumarten.

Auf der ITB warb Fernando Lamino aber nicht nur für Reisen nach Ecuador, die an die Küste oder auf die vorgelagerten Galapagosinseln, ins Tiefland, in die Sierra (Hochland) oder in den Urwald des Amazonas führen können, sondern auch für die Guanábana (Stachelannone), eine Frucht, die im Deutschen auch als Sauersack bekannt ist. Ein Teil des Verkaufserlöses der Frucht, die auch eine wachstumshemmende Wirkung bei Krebszellen haben soll, steckt er in die Ausbildung von Jugendlichen. Lindenberg und Weber wollen ihren Freund bald wieder in seiner Heimat besuchen.

Von Ulrike Gawande

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