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Besucher drängelten sich in der Villa Sachs

Investitionen in Lehnitz Besucher drängelten sich in der Villa Sachs

Es wird vielleicht das letzte Mal gewesen sein, das die Lehnitzer das ehemalige jüdische Erholungsheim von innen gesehen haben. Bald wird Investor Lothar Stenzel das denkmalgeschützte Gebäude umbauen. Die Besucher konnten sich davon überzeugen, dass dies ein kühnes Unterfangen ist, denn die alte Villa ist sehr sanierungsbedürftig.

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Lothar Stenzel war im Treppenhaus umringt von vielen, fragenden Besuchern.

Quelle: Robert Roeske

Lehnitz. Neugierige Lehnitzer, eine Gruppe von Frauen, die bis 1975 selbst in dem Haus gearbeitet hatte, und potenzielle Wohnungskäufer _ sie alle drängelten sich am Sonnabend durch das Treppenhaus und die Flure in der Villa Sachs. Investor Lothar Stenzel hatte eingeladen, einen Blick in das ehemalige jüdische Erholungsheim zu werfen, das er selbst gerade umbauen lässt. „Unser Planerteam ist seit Jahren mit so etwas befasst“, erzählte er den Besuchern, die dicht gedrängt um ihn standen und viele Fragen hatten.

Die Bausubstanz des denkmalgeschützten Hauses hatte nach vielen Jahren des Leerstands arg gelitten. Jetzt ist die Villa entkernt und von Schutt befreit. Was die Besucher am Sonnabend sehen konnten, waren leere Zimmer mit alten Holzfenstern, die hohen Originaltüren aus der Bauzeit und ein gut erhaltenes Treppenhaus. Je näher man dem Dachgeschoss kommt, desto sichtbarer sind die Schäden. Es hatte seit langem durchgeregnet. Verrottete Holzbalken, durchgefaulte Dielen. Inzwischen ist das Dach wenigstens wieder dicht. „Aber retten können wir es nicht“, sagte Architekt Frank Hintzpeter. Das Satteldach und der Turm müssen erneuert werden. Die Stielbalken in der Mitte der Räume werden nicht wieder errichtet. Im Treppenhaus sind einige Umbauten nötig, weil im Turmanbau der Fahrstuhl eingebaut wird. „Die Doppelkastenfenster werden alle aufgearbeitet, damit beginnen wir“, sagte der Architekt. Auf der Rückseite der Villa, der Wetterseite, sind die Fenster aber nicht mehr zu retten.

Die Pläne

Im Jahre 1899 ließ das wohlhabende jüdische Ehepaar Rosa und Louis Sachs aus Berlin die Villa in der Magnus-Hirschfeld-Straße 33 als Erholungsheim und Ausbildungsstätte bauen. Daher der Name Villa Sachs.

Investor Lothar Stenzel von der Brenta Real möchte 17 Eigentumswohnungen in der Villa einrichten und auf dem 1,5 Hektar großen Grundstück acht Stadtvillen bauen.

Die Vorderfassade wird sich bis auf kleine Änderungen wieder so darstellen, wie es die Lehnitzer seit eh und je gewöhnt sind. Auch die Farbgestaltung soll wieder aufgenommen werden. Vor dem Haus wird nichts die Sicht auf die schöne Fassade verdecken. Es entsteht eine Art Ehrenhof. „Wir sind kurz vor der Erteilung der Baugenehmigung“, konnte Lothar Stenzel den Besuchern berichten. „Im Februar wollen wir mit dem Umbau anfangen“, so Stenzel. „Weihnachten soll das Haus fertig sein“, sind seine Vorstellungen. Noch sind die Bombensucher auf dem Gelände und im Keller des Hauses zu Gange. Blindgänger sind bisher nicht entdeckt worden. „Aber wir haben schon Zisternen und jetzt gerade einen alten Tank gefunden“, so Stenzel. „Das sind die typischen Risiken solch eines Baus.“

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Bevor der Investor Lothar Stenzel endgültig mit seinem Umbau beginnt, konnten Interessierte einen Blick in die entkernte Villa werfen. Viel Arbeit kommt auf den Investor zu.

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17 Eigentumswohnungen, zwischen 70 und 140 Quadratmeter groß, möchte der Investor in der Villa Sachs errichten. Sie alle gehen vom Treppenhaus ab und werden je nach Lage Balkone oder Terrassen bekommen. Die Interessenten müssen einen stolzen Preis dafür bezahlen. Aus den Eposees, die Stenzel mitgebracht hatte, war zu entnehmen, dass der Quadratmeterpreis fast 4000 Euro beträgt. Trotzdem scheint das Interesse groß zu sein. Mit potenziellen Eigenerwerbern und größeren Immobiliengruppen ist der Investor schon im Gespräch. „Ich bin selbst sehr gespannt auf die Kombination von altem Denkmal und Neubau.“

Von Andrea Kathert

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