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Bewährung für Schläger

Mildes Urteil Bewährung für Schläger

Der Angeklagte hatte einen Bekannten krankenhausreif geschlagen, ins Gefängnis muss er dafür aber nicht. Das Amtsgericht Oranienburg verhängte eine Bewährungsstrafe. Ob die Staatsanwaltschaft das akzeptiert, steht noch nicht fest. Das Gericht glaubte jedenfalls den Beteuerungen des jungen Mannes, in Zukunft nicht mehr ausrasten zu wollen.

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Das Opfer erlitt nach der Schlägerei mehrere Brüche, musste sich Operationen unterziehen.

Quelle: dpa

Oranienburg. Es stand auf des Messers Schneide, ob der Angeklagte ins Gefängnis muss. Sichtlich erleichtert hörte Schapi A. das Urteil von eineinhalb Jahren Jugendstrafe, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde und bedankte sich bei der Richterin und den Schöffen. Zuvor hatte er beteuert, dass er ernsthaft an sich gearbeitet habe, seine Neigung zur Aggressivität in Zukunft im Griff zu haben. Die Staatsanwältin hatte dagegen zwei Monate mehr ohne Bewährung beantragt. Sie ließ offen, ob sie in Berufung geht.

Der seit 2005 mit seiner Mutter mit einer Duldung in Deutschland lebende Russe war wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Seine Mutter hatte am 6. Juni 2013 bei ihm 79 Gramm Amphetamine und 61 Gramm Cannabis gefunden. Erbost darüber, ging sie damit zur Hennigsdorfer Polizei und zeigte ihren Sohn an. Später widerrief jedoch die Mutter ihre Aussage und machte von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht gebrauch. Somit war das Vernehmungsprotokoll als Beweismittel für das Gericht nicht verwertbar. „Aufgrund dieser Tatsache, muss ich schweren Herzens Freispruch beantragen“, räumte die Staatsanwältin dazu ein. Dem folgten die Richter in ihrem Urteil.

Dass er Marvin O. am 17. Juni des gleichen Jahres krankenhausreif geschlagen und getreten hatte, gab der 20-jährige Angeklagte reumütig zu. Das geschah ohne ersichtlichen Grund vor dem OSZ Hennigsdorf. Sowohl der Schläger als auch das spätere Opfer waren Schüler der Einrichtung. Schapi A. entschuldigte sich beim Geschädigten im Gerichtssaal und bot ihm 300 Euro Schmerzensgeld an. Der 23-Jährige aus Brieselang hatte einen Jochbein – und dreifachen Kieferbruch davon getragen. Er musste drei Operationen über sich ergehen lassen. Schapi A. hatte als trainierter Kickboxer damals erbarmungslos zugetreten. Nur der Kunst der Ärzte war es zu verdanken, dass bei Marvin O. keine bleibenden Schäden zu beklagen sind.

Der Angeklagte sagte dazu, er wäre an dem Tag schlecht drauf gewesen. Er fühlte sich von Marvin O. provoziert, der vor der Schule mit zwei Mitschülern auf einer Bank saß. „ Sie wollten ihren Frust abbauen und suchten dazu ein Opfer“, schätzte die Richterin ein. In das Urteil wurde eine zehnmonatige Vorstrafe mit einbezogen. Der Verurteilte bekommt für weitere zwei Jahre eine Bewährungshelferin und muss 100 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten.

Von Helmuth Schneider

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