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Oberhavel Bewegen, bis der Schweiß fließt
Lokales Oberhavel Bewegen, bis der Schweiß fließt
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00:20 23.11.2017
Neustart-Leiter Norbert Schröder (links) mit Mitarbeiterin und Bewohnern der Einrichtung in der Sportanlage. Quelle: FOTO: Stefan Blumberg
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Zootzen

Dass die Bälle irgendwo in der Landschaft, zwischen den Bäumen oder auf den Autos des Parkplatzes nebenan landen, ist Geschichte. Die neue Multifunktionssportanlage eröffnet den Bewohnern von Neustart, der differenzierten Jugendhilfe und Jugendsuchthilfe in Zootzen, ganz neue Möglichkeiten. Wie ein riesiger Käfig kommt die neueste Errungenschaft daher: Die Rund-um-Bande ist etwa ein Meter hoch, Tore auf zwei Seiten, Basketballkörbe, markierte Felder für verschiedene Sportarten. Und das alles mit einem riesigen Netz umspannt. Die Bewohner der Einrichtung des Evangelischen Johannesstiftes – Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten, psychiatrischen Störungsbildern, stoffgebundenen Missbräuchen und Doppeldiagnosen – können sich auf der Anlage richtig austoben. Vorher hatte es dort eine schlichte Spielfläche gegeben.

„Wir setzen auf Nachhaltigkeit“

„Wir spielten seit vielen Jahren mit dem Gedanken, die provisorische Anlage zu ersetzen“, sagt Norbert Schröder, Leiter von Neustart. Man habe sich kundig gemacht und einem österreichischen Unternehmen mit europaweit guten Referenzen den Zuschlag gegeben. Der Untergrund sei wasserdurchlässig, Kunstrasen dient als Spielfläche. Nach der dreijährigen Planungs- und anschließenden Bauphase steht das gute Stück seit vier Wochen. In der vergangenen Woche wurde es eingeweiht. Auf der Multifunktionsanlage kann Fußball, Volleyball, Handball, Basketball, Völkerball und einiges anderes mehr gespielt werden – sowohl in der Freizeit als auch im Unterricht. Die verwendeten Materialien passen zum Prinzip der Gemeinwohlökonomie, der sich die Stiftung verschrieben hat. „Wir setzen auf Nachhaltigkeit“, sagt Norbert Schröder. Die Stiftung hat für die Anlage etwa 100 000 Euro in die Hand genommen.

Bei Neustart passiert(e) aber noch einiges mehr. So ist gerade eine Bouleanlage im Entstehen, die auch beleuchtet werden soll. Der Schuppen hinter dem Haupthaus, in dem Arbeitsgeräte abgestellt werden, ist komplett erneuert worden. Im Haus selbst gibt es nun einen zeitgemäßen Sanitärbereich für die Mitarbeiter, in dem sich umgezogen und geduscht werden kann. Der ist nach Frauen und Männer getrennt (Schröder: „Wir erwarten Leistung, also geben wir auch etwas zurück.“). Ein gesundheitliches Management gibt es auch. Der Aufenthaltsraum wurde in einer Gemeinschaftsaktion in „Die gute Wohnstube“ umgestaltet. „Sie ist richtig gemütlich geworden. Man kommt nur noch mit Hausschuhen dort hinein. Seitdem er fertig gestellt wurde, ist er ständig besucht“, so Norbert Schröder.

Von Stefan Blumberg

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