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Oberhavel Biber bedroht Kläranlage in Liebenwalde
Lokales Oberhavel Biber bedroht Kläranlage in Liebenwalde
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02:16 11.01.2016
So könnte der fleißige Nager aussehen, der jeden Tag den Grabendurchlass an der Landesstraße 21 verstopft. Quelle: dpa-Zentralbild
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Liebenwalde

Die Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes „Schnelle Havel“ hätten sicherlich Besseres zu tun, als Tag für Tag zu einem Graben an der L 21 kurz vor der Oder-Havel-Brücke zu fahren, um dort den verstopften Durchlass zu reinigen. Doch bei dem Biber, der im benachbarten Erlenbruchwäldchen zu Hause ist, handelt es sich um einen fleißigen Gesellen, der jeden Tag von Neuem sein Baumaterial vor das Sieb schleppt, um den Graben anzustauen.

Biber sind nicht gerade eine Seltenheit in Liebenwalde und werden in der Regel in Ruhe gelassen. Aber besagter Geselle gefährdet mit seinem Tun das Liebenwalder Klärwerk. Fließt das Wasser aus dem besagten Graben nicht ab, drückt es immer mehr in Richtung Kläranlage. Die Pfützen auf den Wiesen vor dem Werk sind schon mal ein schlechtes Zeichen. Aber es war schon Schlimmeres passiert. „Weil die Wasserstände zu hoch waren, stand bereits Wasser in der Schaltwarte, in Pumpenschächten und in Kabelschächten“, sagt Wolfhard Raasch, der technische Leiter des Werkes. Es ging schon soweit, dass die Beleuchtung ausgefallen war.

Der Haufen aus Quelle: Andrea Kathert

Wahrscheinlich handelt es sich nicht nur um einen Biber oder eine Familie, sondern um noch mehr Tiere. Am Schönungsteich der Kläranlage haben die Biber auch schon ihre Spuren hinterlassen. Ihre gefällten Bäume ziehen sie Stück für Stück unter dem Zaun durch bis zum Teich. TAV-Mitarbeiter Maik Dombrowa hat erst im Dezember dort einen Biber gesehen. Wolfhard Raasch weiß auch nicht, wie man die Kläranlage vor dem fleißigen Nager schützen könnte. Alle Schächte der Anlage abzudichten, wäre ein riesiger Aufwand.

TAV-Mitarbeiter Maik Dombrowa hat den Biber im Schönungsteich entdeckt. An der Schilfkante ist er auszumachen. Quelle: Privat

Auch Hans Frodl, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes wusste sich nicht mehr zu helfen. Mit einem Bagger wurden Ende November schon die Biberbauten verfüllt. Aber nach vier Tagen legten die Nager wieder los. Personell ist der Mehraufwand für den Verband kaum zu stemmen. Frodl beriet sich mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) und Biberbeauftragten. Weil mit dem Problem keineswegs zu spaßen ist, trafen sich zehn Mitarbeiter von Behörden und Verbänden vor Ort. Und nun hat der Wasser- und Bodenverband von der UNB tatsächlich die Erlaubnis bekommen, den Biber zu entnehmen. Fragt sich nur wie?

„Man könnte ihn mit einer Biberfalle fangen“, sagt Verbandsingenieur Bernhard Meinke. Doch so ein Teil kostet etwa 800 Euro. Ob der Biber überhaupt in die Falle geht, steht in den Sternen. Außerdem: Wohin soll das Tier dann umgesetzt werden? Ein freies Revier in der Umgebung gibt es offenbar nicht. Und müsste dann die ganze Familie gefangen werden? Die Genehmigung des Landkreises besagt sogar, dass Waffen angewendet werden dürfen. Doch wer soll das tun? Und wo lassen sich die Tiere überhaupt mal blicken?

Hinzu kommt, dass die ständigen Sondereinsätze der Mitarbeiter auch ins Geld gehen. Die Landesbiberverordnung sieht aber vor, dass der Verband bis zu 20 000 Euro selbst aufbringen muss. Erst darüber hinaus gibt es einen Zuschuss für die Hälfte der weiteren Kosten.

Fragen, über Fragen tun sich auf. „Im Moment sind wir in der Bredouille, wir wissen selbst noch nicht, wie wir eine dauerhafte Lösung finden“, sagt Geschäftsführer Frodl. Eine Entscheidung muss bald fallen, denn der Biber liegt nicht auf der faulen Haut.

Auch an der Zufahrt zum Klärwerk (im Hintergrund zu erkennen) hat der Biber zugeschlagen. Lange braucht er nicht mehr bis der Baum in den Graben davor fällt. Quelle: Andrea Kathert

Von Andrea Kathert

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