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Biber lässt den Pegel steigen

Dollgow (Oberhavel) Biber lässt den Pegel steigen

Spuren seiner Baukunst hinterlässt der geschützte Biber in Dollgow (Oberhavel). Dass dadurch der Pegel des Dollgower Sees steigt, schmeckt den Einwohnern gar nicht. Die Ranger versuchen, beiden Seiten gerecht zu werden.

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Der Nager in seinem Lebensraum.

Quelle: dpa

Dollgow. Er hat vier Beine, einen Schwanz, Schwimmhäute, ein braunes Fell, Krallen, kann 20 Minuten tauchen, besitzt Zähne so scharf wie eine Kettensäge und kann deshalb Bäume fällen. Der Biber. Was ihn noch auszeichnet: Seine sensationellen handwerklichen Fähigkeiten. Er bringt Wasserstände zum steigen, feuchte Gebiete zum Überfluten. Er baut Gräben, Dämme, Burgen. „So ein Bau ist schon der reinste Wahnsinn“, zollt Karen Steinberg den Baukünsten des Bibers Respekt. Mit ihrem Kollegen Rüdiger Meyer ist sie als Ranger der Naturwacht für die Beobachtung und Betreuung des geschützten Bibers in Dollgow verantwortlich. Der Nager sitzt im „Kleinen Rhin“, den Ausläufen des Dollgower Sees, in denen es in der Regel morastig ist. Der Biber schafft es jedoch, Teile des Gebietes unter Wasser zu setzen, in dem er einen Damm baut. „Das tut er, damit der Eingang zu seiner Burg unter Wasser steht“, sagt Rüdiger Meyer. Aber auch, um Rinnsale oder Gräben, in denen er schwimmen kann, anzulegen. An den Seiten der Gräben ordnet er fein säuberlich Äste an, gefüllt mit Erde, damit das Wasser nicht entweichen kann. In diesen von ihm geschaffenen künstlichen Gräben transportiert er jeder Art Baumaterialien: Zweige, Äste oder Schilf. Die Burg im „Kleinen Rhin“ gilt schon als ein überdurchschnittlich großer Bau. Sowohl Burg als auch Damm könnten mit einem Qualitätssiegel versehen werden. „Alles ist so verschachtelt gebaut, dass man es nicht auseinanderbekommt. Nur ein Damm ist mal gebrochen“, sagt Rüdiger Meyer. Das war der an der Zernikower Mühle.

„Der Biber birgt ein gewisses Konfliktpotenzial“

In Dollgow ist der Biber seit zirka zehn Jahren zu Hause. Die beiden Biber-Experten von der Naturwacht gelten auch als Mittler zwischen Mensch und Natur. „Der Biber birgt ein gewisses Konfliktpotenzial“, so Rüdiger Meyer. Der Ortsvorsteher von Dollgow, Egon Brehe, kritisierte in diesen Tagen, dass der Biber schalten und walten kann, wie er will. „Das Wasser des Sees steigt schon bis an die Unterkante der Stege. Wir saufen ab!“ Um ein Steigen des Pegels ins Unermessliche zu verhindern, wurde mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Gewässerunterhaltungsverband ein Abfluss geschaffen, der aus zwei 300er-Rohren besteht. Sie führen durch den Damm. Wasser vom Dollgower See rauscht permanent durch. Durch den ringsherum gebastelten Korb, den „Biberbetrüger“, kann der Biber den Wasserfluss nicht stoppen. Der Pegel belaufe sich, so die Ranger, derzeit auf 91 Zentimeter, laut Absprachen seien 94 Zentimeter möglich. „Alles im grünen Bereich“, findet Karen Steinberg. In Dollgow ist es der einzige Biber. „Insgesamt ist die Zahl im Naturpark aber steigend. Sicher deshalb, weil wir 100 Seen haben.“

Von Stefan Blumberg

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