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Bio aus der Lehnitzstraße

Oranienburg Bio aus der Lehnitzstraße

Der Staffelstab im Reformhaus in der Lehnitzstraße wird weitergegeben. Inhaber Bertram Thoms, der das Geschäfts aus Altersgründen schließen wollte, hat eine Nachbesitzerin gefunden: Grit Glowacki aus Eden, die sich damit einen Lebenstraum erfüllt.

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Friedliche Übernahme: Grit Glowacki mit Bertam Thoms übernimmt den Bioladen „Oranjeboom“ im Sommer

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Es war ihr großer Traum: „Irgendwann mache ich mich selbstständig. Wenn das Richtige kommt!“ Jetzt ist es da: Und Grit Glowacki wird in ihrem Oranienburger Bioladen bald ihr eigener Chef sein. Sie übernimmt den Naturkostladen „Oranjeboom“ in der Lehnitzstraße 21 vom bisherigen Inhaber Bertram Thoms, der ihn nach 21 Jahren aus Altersgründen schließen wollte. Das Geschäft hatte Grit Glowacki schon lange entdeckt. Damals, als sie nach Oranienburg gezogen war und die Stadt erkundete. Die 39-Jährige stammt aus Berlin und suchte mit Ehemann und den zwei Kindern „etwas im grünen Umland“. Fündig geworden sind sie im Edener Petscheltweg. Das war vor sechs Jahren, seit drei ist die Familie dort zu Hause.

Grit Glowacki ist von Beruf Holzbildhauerin und sehr kreativ. Sie hat auch schon ein Café in Berlin auf den Weg gebracht, für Caterer Bio-Essen gekocht. Derzeit arbeitet sie in Liebenwalde als Kunsttherapeutin. Den Job wird sie nun an den Nagel hängen. Denn als sie erfuhr, dass das Reformhaus schließt, war für sie die Sache klar: Das ist die Chance, auf die sie gewartet hat. Die Entscheidung fiel in wenigen Stunden: „Ich war sofort Feuer und Flamme.“ Auch Familie und Freunde finden, dass es genau das Richtigen für sie ist. Und Bertram Thoms freut sich, der Stammkundschaft eine Nachfolgerin präsentieren zu können.

Der Laden wird Mitte Juni schließen, dann zwei Wochen renoviert und umgestylt, Tresen und Kassenbereich werden verändert und moderner, damit Grit Glowacki das Geschäft am 1. Juli wiedereröffnen kann. Sie hat zunächst für drei Jahren einen Mietvertrag für das 81 Quadratmeter große Geschäft unterschrieben. Will ausprobieren, wie es läuft, ob es ankommt. Das Sortiment möchte sie größtenteils von ihrem Vorbesitzer übernehmen, war mit ihm auch schon auf einer Fachmesse, um Kontakte zu knüpfen. „Aber ich möchte auch viel Neues reinnehmen, Produktvielfalt ist mir wichtig. Und ich möchte das Naturkosmetiksortiment ausbauen.“ Frische Backwaren sind ihr ebenso wichtig, das Angebot an Feinfrostwaren möchte sie aufstocken, noch mehr regionale Produkte vom Käse bis zum Fleisch anbieten.

Die Initialzündung zur bewussteren, gesunden Lebensweise liegt beim Grit Glowacki lange zurück. Damals musste sie sich einem Allergietest unterziehen. Heraus kam: Allergisch gegen Parabene, die in vielen Kosmetika stecken. „Ich habe mich mit gesunder Ernährung, ganzheitlicher Medizin befasst. Wir haben auch unseren Hausanbau in ökologischer Holzbauweise errichtet. Gesund zu leben, ist inzwischen zu unserem Lebenskonzept geworden.“

Dazu gehört auch eine ökologische Haushaltsführung, wie der Verzicht auf Verpackungen. Grit Glowacki wird Behälter ins Sortiment nehmen, wie wiederverwendbare „Folien“ aus Stoff, getränkt mit Baumharz, Bienenwachs und Jojobaöl, Edelstahldosen und Glasflaschen für viele Produkte. „Insgesamt möchte ich das Sortiment so aufbauen, dass man hier bekommt, was man im Alltag braucht.“ Im Blick hat sie auch ein gastronomisches Angebot an Bio-Essen – aber das sei noch Zukunftsmusik.

Die ganze Familie wird ihr beim Geschäftsumbau helfen, steht hinter ihr, um einen guten Start zu ermöglichen. Über die Winto hat sie eine Micro-Kredit fürs finanzielle Hinterland aufgenommen. Auch das Logo fürs neue Geschäft ist Marke Eigenentwurf. Obwohl sie als Holzbildhauerin schon lange nicht mehr gearbeitet habe, sei das Malen ihr Steckenpferd geblieben.

Derweil freut sich der Elektromechaniker Bertram Thoms, der einst aus gesundheitlichen Gründen die Bio-Lebensmittel letztlich zum Beruf machte, auf mehr Freizeit. Tauchen können er zwar nicht mehr, aber bald wieder mehr auf dem Motorrad sitzen, um mit seinen Kumpels umher zu düsen – und das nicht mehr nur am Wochenende.

Von Heike Bergt

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