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Birkenwerder Lehrer geht neue Wege

Jörg Ackermann arbeitet künftig auf Hiddensee Birkenwerder Lehrer geht neue Wege

Nur knapp ein Jahr hat Jörg Ackermann die politischen Geschicke der Gemeinde Birkenwerder mitbestimmt. Jetzt nimmt er eine Lehrerstelle auf Hiddensee an. Doch der Abschied fällt ihm nicht leicht, hat man doch auch in der kurzen Zeit viel auf den Weg gebracht.

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Jörg Ackermann auf den Stufen des Rathauses Birkenwerder

Quelle: U. Gawande

Birkenwerder. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt im August für den Sport- und Geografielehrer Jörg Ackermann. Statt bisher mit rund 80 Lehrerkollegen an der Regine-Hildebrandt-Schule zusammenzuarbeiten, hat seine neue Schule auf Hiddensee gerade einmal 54 Schüler, verteilt auf zehn Klassen. „Mit meiner Frau bilden wir dann 14 Prozent der Lehrerschaft“, erzählt er mit einem Schmunzeln. „Das sind völlig neue Perspektiven.“ Trotzdem habe er die fast 14 Jahre an der Hildebrandt-Schule geliebt: „Sie ist hervorragend ausgestattet, materiell und personell, und man kann vieles ausprobieren. Ein Luxus.“

Auch wenn ein wenig Wehmut in seinen Worten mitklingt, erkennt man doch die Vorfreude auf die neuen Aufgaben, die ihn und seine Familie auf der Insel in der Ostsee erwarten. „Wir arbeiten zukünftig dort, wo andere Urlaub machen.“ Ihre erwachsenen Kinder finden die Entscheidung mutig. Denn schließlich kann es im Winter recht einsam auf Hiddensee werden, bei nur tausend Einwohnern. Unwesentlich mehr, als Schüler auf der Hildebrandt-Schule unterrichtet werden. Ein Hintertürchen nach Birkenwerder lässt sich Familie Ackermann jedoch offen: Das Haus wird nur vermietet und nicht verkauft.

Wichtig ist ihm jedoch zu betonen, dass es bei seinem Amtsantritt als Gemeindevertreter vor knapp einem Jahr die Hiddensee-Pläne noch nicht gegeben habe. „Ich bin vollen Herzens in die Politik eingestiegen.“ Bei der Kommunalwahl war die Wählergruppe der Initiative Ortsentwicklung Birkenwerder (IOB) auf Anhieb auf 12,5 Prozent der Wählerstimmen gekommen. Seitdem saß der 47-Jährige zusammen mit Dorothea Trebs in der Gemeindevertretung und setzte sich für die Geschicke seiner Gemeinde, in der er seit 1999 lebt, ein.

Ende Juni gab er seinen Rücktritt aufgrund des Wohnortwechsels bekannt. Peter Kleffmann (IOB) übernimmt seine Aufgaben.

Zur politischen Arbeit war er über die Interessengemeinschaft A 10-Nord gekommen. Freunde hatten ihn dafür interessiert. „Wir haben unzählige politische Gespräche geführt , die zu einer Politisierung , im positiven Sinne, der ganzen Familie geführt haben“, erinnert sich der gebürtige Magdeburger. Man wollte damals nicht nur meckern, sondern die Chance nutzen, etwas im Ort zu gestalten.

Dabei sollten etwaige Entscheidungen, möglichst kompromissbereit, nur anhand der Sachlage getroffen werden, meint Motorradfan Ackermann. „Die vielen, aktiven Ehrenamtlichen in Birkenwerder zeigen doch, dass man kein Parteibuch braucht, um regional politisch etwas zu bewegen.“ Wichtig seien die Menschen, eine transparente Politik und eine gute Kommunikation. Per E-Mail könne man nicht diskutieren, ist sich der sympathische Lehrer sicher, nur auf direktem Wege. „Wir brauchen eine neue Redekultur, bei der nicht geschwiegen, sondern auch mit denen sachlich kommuniziert wird, die man persönlich vielleicht nicht so mag.“

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber die jüngste Vergangenheit Birkenwerders zeigt, dass hier noch deutlich Verbesserungsbedarf besteht. So wünscht sich Ackermann für Birkenwerder, dass es dort zukünftig nicht nur das Amtsblatt – zu nüchtern –, sondern ein verbindendes Blatt der Gemeinde geben wird, das über den Parteien steht. Auch um dem Buschfunk mit seinen oft viel zu schnellen Gerüchten zu begegnen.

Ansonsten fällt das Resümee seiner doch recht kurzen Amtszeit positiv aus: Es wurde viel erreicht: Abwahl des Bürgermeisters und die Verhinderung des Bebauungsplanes B 38. Auch wenn man anfangs Angst vor der eigenen Courage gehabt habe. „Man muss schon ein wenig eitel sein, um sich wählen zu lassen“, gesteht Jörg Ackermann ehrlich. Aber die Gemeinde, als Tor zum Briesetal, sei ihm sehr ans Herz gewachsen, daher hoffe er, dass sich alle den Satz: „Aus der Summe der Einzelinteressen muss ein Gemeinwohl entstehen.“ zu Herzen nehmen.

Bevor nun endgültig die Kisten für den Umzug gepackt werden, geht der engagierte Lehrer, der zu DDR-Zeiten eigentlich Sportarzt werden wollte, jetzt direkt vor den Sommerferien mit seinen Siebtklässlern erst noch einmal auf Wasserwandertour.

Von Ulrike Gawande

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