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Birkenwerder und seine Nager

Viele Ratten und ein Biber Birkenwerder und seine Nager

Am Bahnhof in Birkenwerder gibt es ein Rattenproblem. Passanten berichten von Nagern, die über den Gehweg laufen. Das Ordnungsamt reagierte zum Wochenbeginn und beauftragte den die Bahn AG mit Gegenmaßnahmen – im Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit. Am Montag, so ein Bahnsprecher, würden Rattenfallen aufgestellt.

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Der Bahnhof Birkenwerder – aus Rattenperspektive.

Quelle: Robert Roeske

Birkenwerder. Keiner war offenbar bislang so geistesgegenwärtig, ein Beweisfoto zu machen. So bleibt es vorerst bei Berichten von Augenzeugen, die sich im Rathaus und in der Tourismusinformation in Birkenwerder gemeldet haben. Sie alle berichten übereinstimmend von Begegnungen mit Ratten am Bahnhof. Mitunter von mehreren Nagern gleichzeitig, die ihnen sogar über die Füße gelaufen sein sollen. Das bestätigt Ordnungsamtsmitarbeiter Martin Hafemann auf Nachfrage.

Bürgermeister Stephan Zimniok (B.i.F.) hatte in der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend über „ein kleines Rattenproblem am Bahnhof“ informiert. Er setzte die Politiker darüber in Kenntnis, dass den Hinweisen nachgegangen wird. Danach kämen die Ratten nicht aus dem Gemeindegebiet, „sondern aus der Böschung“. Und weil der jeweilige Grundstückseigentümer in Verantwortung steht, sei die Bahn AG darüber informiert worden, dass eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung von ihrer Fläche ausgehe, so Zimniok. Es sei allerdings nicht leicht gewesen, die richtigen Ansprechpartner zu finden.

„Am Montag werden die Schadnagerboxen aufgestellt“

Das war Anfang dieser Woche. Die Abteilung „Station und Service“ wurde aus dem Rathaus aufgefordert, Maßnahmen einzuleiten. Und das ist bereits passiert, sagt Bahnsprecher Gisbert Gahler aus dem Berliner Regionalbüro. Der Auftrag „an unseren internen Dienstleister ist unserseits erfolgt, und am Montag werden dort die Schadnagerboxen aufgestellt“.

Zur Ursache der Plage könne jedoch noch keine Aussage getroffen werden. „Dies werden wir nach Rücksprache mit unserem Dienstleister nach der Erstauslegung der Boxen sowie auch vor Ort an unseren Anlagen ermitteln“, sagt Gahler und verweist auf den Zustand des Wertstoffhofes. In diesem Fall könne es nach seinen Worten auch sein, dass die Ursache in einem anderem Bereich liegt, nämlich in der Böschung. Dies müsse „im Nachgang mit den einzelnen Eigentümern der Fläche zur Vermeidung von erneuten Rattenbefall abgestimmt werden“. Auf jeden Fall sei Birkenwerder kein Einzelfall: „Es gibt vereinzelte Bahnhöfe, wo Rattenprobleme bestehen“, so Gahler.

Weiterer Nager beschäftigt die Gemeindevertreter

Noch ein anderer Nager beschäftigte die Gemeindevertreter am Donnerstag, ein Biber. Der hat sich bereits vor längerer Zeit im Paradiesgarten angesiedelt (Untermühlenteich). Mit einem Damm hatte er den Briesesteig in diesem Abschnitt überflutet und aufschwimmen lassen. Deshalb war Ende März vergangenen Jahres Beschlossen worden, den Wanderweg im Biberrevier zurückzubauen. Dieser Beschluss soll nun zurückgenommen und der Weg neu gebaut werden – vorausgesetzt, dass dies möglich ist.

Die Briese im Bereich des Biberdammes

Die Briese im Bereich des Biberdammes.

Quelle: Robert Roeske

Um das zu klären, sollen sich alle in Frage kommenden Fachleute im Zuge der Gewässerschauen am 9. Mai mit diesem Thema befassen, sagte Bürgermeister Zimniok. Der Vorschlag von Peter Kleffmann (IOB/B.i.F.), vor einem Neubaubeschluss doch erst diesen Termin abzuwarten, fand keine Mehrheit: Der Neubau wurde beschlossen.

Der gesperrte Briesesteig im Bereich Paradiesgarten

Der gesperrte Briesesteig im Bereich Paradiesgarten.

Quelle: Robert Roeske

Eine bloße Reparatur sei wegen des hohen Wasserstandes auf Grund des Biberdamms nicht möglich, heißt es in der Beschlussbegründung. Inzwischen müsste mehr als ein halber Meter zwischen aufgeweichtem Untergrund und aufgeschwemmtem Weg überbrückt werden. Die Gewässertiefe mache nunmehr überdies ein Geländer erforderlich. Zwei Möglichkeiten seien für den Unterbau des rund 200 Meter langen Abschnitts denkbar: Pontons und Stelzen. Im Zuge der Vorplanung würden beide Varianten hinsichtlich ihrer Machbarkeit und Umsetzung untersucht. Laut Unterer Naturschutzbehörde des Landkreises sei ein Genehmigungsverfahren erforderlich. Die Baukosten liegen laut Grobschätzung bei rund 100.000 Euro.

Weitere Beschlüsse

Die Gemeinde wird ein festes und ein variables Geräte zur Messung von Geschwindigkeiten anschaffen. Sie sollen neben der Geschwindigkeit auch Smileys anzeigen.

Die Gemeindevertreter beschlossen eine ordnungsbehördliche Verordnung über Verkaufszeiten an Sonn- und Feiertagen aus Anlass besonderer Ereignisse für das Jahr 2016.

Die Straße Am Krankenhaus bekommt zwischen Hubertus- und Karl-Marx-Straße eine einseitige Beleuchtungsanlage mit LED-Technik.

Die Verwaltung ist beauftragt, Standortmöglichkeiten und eine Kostenübersicht für einen Historischen Lehrpfades durch den Ort zu erstellen. Er soll in Zusammenarbeit von Geschichtsstübchen, Kulturbeirat, weiteren Institutionen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern entstehen und die touristische Attraktivität des Ortes erhöhen.

Der Gehweg in der Summter Straße wird zwischen Hubertus- und Karl-Marx-Straße grundhaft ausgebaut.

In der Havelstraße wird südlich zwischen Fontaneweg und Industriestraße der Gehweg einseitig ausgebaut und die Straßenbeleuchtungsanlage erneuert. Damit verbunden ist der Rückbau von mehreren Einfriedungen, die sich aktuell im öffentlichen Straßenland befinden, durch die jeweiligen Eigentümer.

Auch der Auftrag für die Straßenbauarbeiten Am Waldfriedhof inklusive Platzgestaltung und Kapellenzuwegung ist auf den Weg gebracht.

Im Bauhofverwaltungsgebäude soll ein öffentlich zugängliches barrierefreies WC hergestellt werden. Dieses wird zu den gesamten Öffnungszeiten des Friedhofes frei begehbar sein.

Gunda Hübschmann kann aus beruflichen Gründen nicht mehr als sachkundige Einwohnerin an den Sitzungen des Sozialausschusses teilnehmen. Sie wurde abberufen. Ihren Platz nimmt künftig Barbara Hanke ein.

Zur Wahlleiterin der Gemeinde bestellten die Gemeindevertreter Juliane Groth. Als Stellvertreterin beriefen sie Susan Köhler.

Peter Kleffmann berichtete über den Abschluss der Untersuchungen wegen des Verstoßes gegen das Mitwirkungsverbot durch Werner Lindenberg. Der Untersuchungsausschuss konnte keinen Verstoß ermitteln.

Von Helge Treichel

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