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Birkenwerder Was wird aus dem alten Wasserwerk?
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00:23 14.10.2018
Das ehemalige Wasserwerk Birkenwerder – der Zugang wurde Anfang 2000 aufgrund von Vandalismus versperrt. Die Treppe davor ist einsturzgefährdet. Quelle: Enrico Kugler
Birkenwerder

An den Außenmauern ist Graffiti raufgesprüht, alles ist dicht umrankt von Bäumen und Gestrüpp – am alten Wasserwerk Birkenwerder. Demnächst könnte die einsturzgefährdete Immobilie aufwendig saniert und wiederbelebt werden. Und damit sich die Gemeindevertreter ein Bild machen können, lud am Dienstag Bürgermeister Stephan Zimniok (BiF) zu einer Besichtigung ein. Die Empfehlung des Bürgermeisters: Alle Teilnehmer sollen sich aus Sicherheitsgründen einen Helm aufsetzen. Außerdem müssen alle Teilnehmer unterschreiben, dass sie im Falle eines Unfalls keine Ansprüche an die Gemeinde stellen. Und die Vorsichtsmaßnahme ist berechtigt. Denn schon vor dem Eingang samt des verschlossenen Tores, das aufgrund von Vandalismus einst angebaut wurde, kommt der Warnruf: „Vorsicht – die Treppe dort, darf nicht mehr betreten werden. Sie ist einsturzgefährdet.“

Im alten Wasserwerk Birkenwerder stehen die Räder schon seit den 70er Jahren still. Quelle: Enrico Kugler

Und kaum ist Tor aufgeschlossen, macht sich drinnen schon Finsternis breit. Nur kleine Handylampen der Teilnehmer sorgen für dürftiges Licht. Die Mini-Scheinwerfer huschen über zwei große Vertiefungen – dort, eine Etage tiefer, blitzen Reste der alten Pumptechnik im Scheinwerferlicht auf. Wir sehen verstaubte Pumpen und Räder. Eine Etage höher erinnert nur noch wenig an die alten Unterrichtsräume, wo Schüler zu DDR-Zeiten noch Werkunterricht hatten. Heute sollen in den dunklen Gemäuern Fledermäuse und Eidechsen zu Hause sein..

„Die alte Wasserwerkruine wurde 1912 etwa zeitgleich mit dem Elektrizitätswerk, und im Zug des Straßenbaus in Birkenwerder gebaut“, sagt Gemeindemitglied Erika Schürhoff (74), die auch Leiterin vom Heimatmuseum ist. Bis in die 70er Jahre soll das Wasserwerk noch in Betrieb gewesen sein. Auch Brunnen waren dafür noch gebohrt worden. „Doch nach der Schließung des Wasserwerks hat man bauliche Veränderungen vorgenommen und Räume für den Werkunterricht hergerichtet“, erinnert sich Erika Schürhoff, die schon ihr ganzes Leben in Birkenwerder verbracht hat.

Weil das alte Werk dann nach der Schließung immer mehr dem Vandalismus ausgesetzt war, hat man es Anfang 2000 teils zugemauert und verschlossen.

Bauschutt liegt zwischen alter Wasserwerktechnik – die Immobilie ist einsturzgefährdet. Quelle: Enrico Kugler

Und während des finsteren Rundgangs bei spärlichem Handylicht machte sich so jeder seine Gedanken, wie er die Immobilie am liebsten nutzen würde. „Ich würde mir wünschen, dass die Kultur in das Haus einziehen kann – von bildender oder darstellender Kunst bis hin zu unserem Museum“, sagt Erika Schürhoff. „Und sollte in dem ehemaligen Elektrizitätswerk, in dem jetzt die Gasversorgung samt Verwaltung sitzt, mal ausziehen, könnte man die Immobilie noch besser nutzen.“

Bei der Führung war auch Ortsentwicklungsausschuss-Vorsitzender Torsten Werner dabei, der sich schon seit Jahren engagiert, den alten Sportplatz am Wasserwerk zu einem attraktiven Bürgerpark umzugestalten. Motto: ein grünes Zentrum vor den Toren Berlins als touristisches Highlight. „Ich kann mir gut eine Brücke vom Wasserwerk rüber zum Bürgerpark vorstellen und dort einen Biergarten, eine Konzertmuschel und Sportgeräte etablieren“, sagt der Fraktionsvorsitzende des Sozial ökologischen Bürgerbündnis in der GVV. „Im Wasserwerk könnte ein Bürgerhaus mit Gastronomie entstehen.“

Die Treppe im Hintergrund darf immer nur eine Person aus Sicherheitsgründen betreten. Oben befinden sich die ehemaligen Werkräume. Denn nach Stilllegung wurde das Wasserwerk teilweise umgebaut – hier hatten Schüler Werkunterricht. Quelle: Enrico Kugler

Auch Gemeindevertreter Heiko Friese (SPD) würde das Areal gerne aus dem Dornröschenschlaf befreien. „Es wäre fantastisch, wenn wir das alte Areal hier beleben würden und zwar so, dass sich die Historie mit der Moderne vereint. Ich denke an ein Geschichtsstübchen, an eine Bibliothek, aber auch, dass kulturelle Ereignisse hier stattfinden könnten“, sagt Heiko Friese, der auch Leiter der Singegruppe 74 aus Birkenwerder ist. „Nicht nur das einsturzgefährdete Wasserwerk, sondern das gesamte Areal ist ein große Chance, dem ständig wachsendem Bedürfnis an Kultur in Birkenwerder gerecht zu werden.“

Spinnweben soweit das Auge reicht. Quelle: Enrico Kugler

Gemeindevertreterin Kerstin Hoffmann könne sich sogar vorstellen, im alten Wasserwerk einen gläsernen Boden zu etablieren. „Würde dann ebenerdig in das Haus Gastronomie und Kultur einziehen, könnten Besucher oben flanieren und unten die alte Technik anschauen“, sagt Kerstin Hoffmann, die sich auch im Verein zum Schutz des Briesetals und der Havelwiesen engagiert. „Kunst und Kultur fehlen in Birkenwerder“, sagt Kerstin Hoffmann. „Auch Gastronomie oder ein Kino könnte ich mir gut vorstellen.“

Bürgermeister Stephan Zimniok (BiF) wünscht sich eine zeitnahe Lösung für das Areal. „Die Gemeindevertreter werden demnächst diskutieren, wie das Wasserwerk künftig genutzt werden soll“, sagt Zimniok. Denn die Gemeinde habe vielfältige Anfragen die künftige Nutzung betreffend – von der Einrichtung einer Galerie bis zur Einrichtung für die Willkommensinitiative. Bleibt abzuwarten, welche Vorschläge finanziell umsetzbar sind. Die Hauptsache ist doch, dass endlich etwas passiert und die alte Ruine nicht noch mehr verfällt.

Die Straßenansicht Gebäudeensembles wurde mit Graffitigestaltet: Das ehemalige Gas- und Elektrizitätswerk in Birkenwerder – gleich neben dem Wasserwerk. Quelle: Enrico Kugler

Von Jeannette Hix

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