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Birkenwerder Asklepios-Award für Jürgen Raabe
Lokales Oberhavel Birkenwerder Asklepios-Award für Jürgen Raabe
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00:22 03.09.2018
Der Mediziner Dr. Jürgen Raabe (M.) mit seinem Team von der Asklepios-Klinik in Birkenwerder. Mit der Urkunde: Henning Samwer. Quelle: Helge Treichel
Birkenwerder

Der Chefarzt der Diabetes-Abteilung der Asklepios-Klinik Birkenwerder, Dr. med Jürgen Raabe, ist am Donnerstag mit dem Asklepios-Award ausgezeichnet worden. Seine Arbeit zum Vermeiden von Amputationen beim diabetischen Fußsyndrom wurde in der Kategorie Innovation als bestes Projekt gewürdigt.

Aus den Händen von Konzerngeschäftsführer Christoph U. Herborn bekam er Pokal, Urkunde, Blumen und einen Umschlag überreicht. Ob er mit dem „guten vierstelligen Betrag“ seine Arbeit unterstützt oder diesen in die Teambildung investiert, das bleibe ihm selbst überlassen, so Herborn.

Zehn Prozent der Bevölkerung in Brandenburg seien von Diabetes betroffen, eröffnete Raabe seine Ansprache. Jeder Fünfte davon bekomme früher oder später Probleme in Form des diabetischen Fußes sowie in der Folge mit chronischen, schlecht heilenden Wunden und Infektionen. Die klassische Therapie im Endstadium sei die Amputation – mit all ihren Auswirkungen auf das private und berufliche Leben.

Konzerngeschäftsführer Christoph U. Herborn (l.) und Jürgen Raabe. Herborn definierte die Auszeichnung als Ansporn zum Weitermachen. Quelle: Helge Treichel

Nachdem in England eine Studie über eine 80-prozentige Erfolgsquote bei der konservativen Therapie einer Osteomyelitis erschienen war, sei 2011 auch in Birkenwerder verstärkt damit begonnen worden. Da Details nicht veröffentlicht wurden, habe man sich viel erarbeiten müssen, so Raabe. Die Amputationsquote sank seit 2010 von 22 auf aktuell zehn Prozent. Die Zahl der stationär behandelten Patienten seit 2006: 8537.

Der Nachweis der Erfolge gelang allerdings nur deshalb, weil Arztkollege Henning Samwer einige der Fälle dokumentierte. Sein Chef nennt das einen „Glücksfall“, dankte ihm dafür ganz besonders. Die Daten von insgesamt rund 150 Patienten erfasste Samwer. Er kam dafür früher, ging etwas später. Den zusätzlichen Zeitaufwand schätzt er auf vier bis sechs Stunden pro Woche. Die Ergebnisse seien dann in der Fachwelt publiziert worden. Das Geheimnis der Therapie: Nur so viel totes oder infiziertes Gewebe wie unbedingt nötig entfernen. Keime werden zudem mit einer gezielten Antibiotika-Therapie über sechs Wochen hinweg bekämpft. Mit Spezialschuhen würden überdies Druckstellen beseitigt.

Auch Bürgermeister Stephan Zimniok (l.) bedankte sich bei dem innovativen Chefarzt. Quelle: Helge Treichel

Für Patienten sei das ein „unglaublicher Gewinn“, bilanziert Jürgen Raabe. Selbst der kleine Zeh spiele dabei eine große Rolle. Birkenwerder sei damit nicht nur die größte Schwerpunktabteilung in Deutschland. „Wir sind mit Abstand qualitätsführend, was das Vermeiden von Amputationen betrifft“, so der Chefarzt.

Es handelt sich um den dritten Award zum dritten Thema für den 58-Jährigen. Dass die 2005 und 2007 gewürdigten Konzepte zum Senken der Komplikationsrate beim diabetischen Fußsyndrom beziehungsweise zum Eintarieren der Insulintherapie noch immer aktuell sind, freut den Ausgezeichneten. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder sowie zwei Enkelkinder.

Von Helge Treichel

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