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Birkenwerder Dorfanger soll neu gestaltet werden
Lokales Oberhavel Birkenwerder Dorfanger soll neu gestaltet werden
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22:30 26.09.2018
Der Dorfanger entlang der B96 in Birkenwerder soll neugestaltet werden. Quelle: Ulrike Gawande
Birkenwerder

Bisher ist der sogenannte Dorfanger entlang der B 96, der in vier Teilabschnitten von der evangelischen Kirche bis fast zum Ortsausgang reicht, kein Hingucker: Geprägt vom Schilderwald der einmündenden Straßen, Informationstafeln, Parkplätze, ein verdeckter Radweg und sanierungsbedürftige Sitzmöbel, bisher nicht barrierefreie Gehwege und eine magere Bepflanzung bestimmen das Erscheinungsbild. Zusätzlich durch eine belastende Verkehrssituation durch die B 96, auf der oft Dauerstau herrscht. Zudem erscheint der Anger nicht als eine Einheit.

Kein einheitliches Bild

Das jedoch soll sich nach dem Willen der Gemeindevertreter ändern, der Anger soll in Zukunft als Gesamtbild erscheinen. Ende Mai wurde deshalb die Neugestaltung des Dorfangers öffentlich ausgeschrieben. Das Landschaftsarchitekturbüro Gabriele Hennemann erhielt den Zuschlag. Am Dienstag stellte Hartmut Basan, Landschaftsarchitekt in dem Michendorfer Büro, die ausgearbeiteten Pläne im Ortsentwicklungsausschuss vor. Und stieß auf deutliche Zustimmung. In allen Fraktionen.

Auch die Parkplätze könnten auf Wunsch der Gemeindevertreter auf den Prüfstand kommen. Quelle: Ulrike Gawande

Prägend seien für den Dorfanger die alten Bäume, berichtete Basan. In der Mehrzahl Linden, diese wolle man auf jeden Fall erhalten. Gefällt werden sollen die vorhandenen Nadelbäume, da sie nicht zum Charakter des Angers passen, so Basan. Ansonsten habe man alle Bäume kartiert und festgestellt, dass weitere 25 Bäume einer intensiveren Pflege bedürfen oder ebenfalls gefällt werden müssen. Die nahe Straße sorge zudem für eine eingeschränkte Nutzung des Angers und auch Spielmöglichkeiten seien daher nicht für die Gestaltung geeignet.

Leitlinien und sich wiederholende Elemente

Vier Punkte stellte Hartmut Basan vor, dass der Anger trotz unterbrechender Straßen wieder als Gesamtheit erscheinen kann. Erstens möchte man durch die Linden entlang der Straße Leitlinien und einen Alleencharakter schaffen. Zweitens möchte man für die rhythmische Gliederung der Anlage sich wiederholende Elemente einbauen. Beispielsweise mit Gräsern unterpflanzte Birkenhaine, die ja auch namengebend für den Ort seien, offene Wiesenflächen und Staudenflächen mit möglichst anspruchslosen Pflanzen, die keiner intensiven Pflege bedürfen, aber trotzdem ein attraktives Bild geben

Die alten Linden sollen erhalten bleiben. Alle Bäume wurden kartiert. Quelle: Ulrike Gawande

Verbindende Elemente sollen nach Planung der Landschaftsarchitekten der dritte Faktor sein. Basan könnte sich dafür Skulpturen vorstellen, wie sie sich auch auf dem Skulpturen-Boulevard zwischen Hohen Neuendorf und Birkenwerder befinden. Außerdem könnte zu Jahresbeginn ein „Blaues Band“ aus Frühjahrsblühern, das an die Nähe zur Briese und den Wasserzug im Gemeindewappen erinnern soll, sich über alle vier Teilabschnitte erstrecken.

Der Dorfanger Birkenwerder

Der Dorfanger entlang der B 96 besteht aus vier Teilbereichen. Teil eins, der vom Triftweg bis zur Frankenstraße reicht, umfasst 4300 Quadratmeter. Der zweite Abschnitt bis Margaretenstraße misst 1000 Quadratmeter und dritte Abschnitt bis zur Hauptstraße ist 750 Quadratmeter groß. Teil vier ist der Platz nördlich der evangelischen Kirche mit rund 850 Quadratmetern. Die Neugestaltung des Dorfangers wurde öffentlich ausgeschrieben. Die Umsetzung der Pläne der Landschaftsarchitekten von Gabriele Hennenann, Michendorf, soll maximal 400 000 Euro kosten.

Erschlossen werden soll der Anger durch einen barrierefreien Fußweg und einen Radweg, der bereits separat in Planung ist. Als vierten und letzten Punkt möchten die Planer die Aufenthaltsqualität auf dem Anger durch schützende Hainbuchenhecken erhöhen, die eine Abschirmung zur Straße bewirken sollen. Zudem soll der Brunnenplatz aufgewertet, die Möblierung erneuert und Outdoorsportgeräte aufstellt werden. 400 000 Euro würde die Umsetzung maximal kosten.

Ein gelungener Entwurf

„Es ist ein gelungener Entwurf“, lobte Roger Pautz (CDU). „Ich freue mich über die verschiedenen und sich wiederholenden Aspekte wie die Skulpturen und das blaue Band.“ Klaus Günter Schnur (Fraktion Birke) freute sich, dass passend zum Ort auf dem Anger Birken gepflanzt werden sollen, gab jedoch zu bedenken, dass die Bäume Wassersauger seien. „Da muss richtig gewässert werden, damit der Anger eine grüne Lunge wird.“ Der sachkundige Einwohner Georg Klein lobte am Entwurf vor allem die Hecken, die einen Immissionsschutz darstellen. „Die B 96 ist eine Katastrophe für Birkenwerder, die Planung ein Gewinn.“ Doch dürfe man trotzdem keine optische Wand schaffen, gab er zu bedenken. Susanne Kohl (SPD) war ebenfalls begeistert von der Konzeption. „Da steckt so viel Birkenwerder drin.“ Kerstin Hoffmann (Sozial Ökologisches Bündnis) regte zudem bequemere Möbel für Senioren.

Der Dorfanger entlang der B96 in Birkenwerder soll neugestaltet werden. Quelle: Ulrike Gawande

Trotz einstimmiger Zustimmung zum Entwurf, gab man Planern und Verwaltung mit auf den Weg sowohl den Schilderwald, als auch die Parkplätze zu überprüfen sowie eine pädagogische Beschilderung der Pflanzen vorzunehmen und ein Bewässerungssystem zu überdenken.

Von Ulrike Gawande

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