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Birkenwerder Fake-Mails aus dem Rathaus
Lokales Oberhavel Birkenwerder Fake-Mails aus dem Rathaus
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19:29 08.11.2018
Auch der Name von Gemeindevertreter Torsten Werner aus Birkenwerder wird für die kriminellen Aktivitäten missbraucht. Quelle: Helge Treichel
Oberhavel

Haben Sie auch schon merkwürdige Rechnungen von Freunden und Bekannten erhalten? Oder sogar aus dem Rathaus? In Birkenwerder und Liebenwalde ist das in dieser Woche vermehrt vorgekommen. Um es gleich vorweg zu sagen: Vorsicht bei den Anhängen! Bitte nicht öffnen! Dazu rät Polizeisprecherin Ariane Feierbach von der Polizeidirektion Nord. Diese Dateien sind wahrscheinlich mit Viren oder Trojanern verseucht. Sie können Schäden verursachen oder sensible Daten ausspähen und an Kriminelle versenden.

Auch der Name von Gemeindevertreter Torsten Werner aus Birkenwerder wurde für die kriminellen Aktivitäten missbraucht. Er hat im Gegenzug allerdings auch Fake-Rechnungen von MAZ-Redakteur Helge Treichel erhalten. Quelle: Enrico Kugler

Seit Wochenbeginn gingen im Rathaus in Birkenwerder vermehrt Hinweise von Bürgern und Geschäftspartnern ein, dass Mails unter dem Namen von Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung verschickt werden – mit einem Hinweis auf eine Rechnung in der Anlage. Teilweise seien diese Mails sogar in englischer Sprache verfasst. Bei der Anlage handele es sich meist um ein Word-Dokument.

„Die Gemeinde Birkenwerder verschickt grundsätzlich weder Rechnungen noch Bescheide per Mail“, wird auf der Homepage der Gemeinde gewarnt. Sollten allgemeine Informationen von der Verwaltung verschickt werden, würde dies immer in Form einer sogenannten PDF-Datei erfolgen. Diese ist an der Endung „.pdf“ zu erkennen. „Diese Mails sind deshalb in keinem Fall von der Gemeinde Birkenwerder!“, heißt es in der Warnung. Im Zweifelsfall könnten Betroffene „aber gern trotzdem telefonisch mit der Verwaltung in Kontakt treten“.

Das Rathaus in Liebenwalde ist ebenso von den Fake-Mails betroffen wie das in Birkenwerder. Quelle: Enrico Kugler

„Das sind Fake-Mails“, sagt auch die Liebenwalder Ordnungsamtsleiterin Andrea Goldhammer unumwunden. Rechnungen waren in ihrem Namen sogar an die MAZ versendet worden. Betroffen seien mehrere Mitarbeiter des Rathauses. Seit etwa einem Jahr komme das immer mal wieder vor.

Wenn Emails unter fremdem Namen versendet werden, heißt das nicht zwangsläufig, dass auch ein Postfach dieser Personen gehackt wurde. Das erläutert Programmierer und Systemadministrator André Loos auf MAZ-Nachfrage. „Man braucht in der Regel nur irgendein gehacktes Mailkonto beziehungsweise dessen Zugangsdaten, um gefälschte Mails unter fremdem Namen zu verschicken“, sagt er. Technisch gesehen gebe es einige Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren, „doch liegen diese Mittel im Bereich der Administration der Mailserver“. Manche – ein paar Prozent auf der Welt reichten ja aus – seien sicherheitstechnisch unzureichend konfiguriert oder ausgerüstet.

André Loos: „Um als Benutzer etwas dagegen zu tun, gibt es die Möglichkeit, die eigenen Mails digital zu signieren. Anhand der Signatur kann der Empfänger erkennen, ob die Mail tatsächlich vom Absender ist, der vorgegeben wird.“

Ariane Feierbach rät unterdessen, grundsätzlich keinerlei Anhänge von unbekannten Absendern zu öffnen. Sie weist zugleich darauf hin, dass Schadprogramme längst nicht mehr nur über E-Mail-Anhänge verbreitet werden. Auch bei verschickten Links gelte es vorsichtig zu sein und diese im Zweifelsfall besser nicht anzuklicken. „Denn auch auf diesem Wege werden inzwischen schadhafte Programme auf Rechnern installiert.“ Die Polizeipressestelle sei im Übrigen auch selbst von diesem Problem betroffen: „Auch wir erhalten immer wieder solche Spam- und Phishing-Mails.“

Von Helge Treichel und Nadine Bieneck

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