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Birkenwerder Hochspannungsmast in der Autobahntrasse
Lokales Oberhavel Birkenwerder Hochspannungsmast in der Autobahntrasse
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13:15 08.07.2018
Der betreffende Mast an der A 10 in Birkenwerder. Quelle: Helge Treichel
Birkenwerder

Beim sechsstreifigen Ausbau der A 10 gibt es offenbar eine Lücke im Genehmigungsverfahren. Wie sich jetzt herausstellt, steht der Mast einer Hochspannungsleitung in der geplanten Fahrbahntrasse. Die DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH habe im Juni bei der Gemeinde Birkenwerder eine Ergänzung zum Planfeststellungsverfahren beantragt, sagte Bürgermeister Stephan Zimniok (BiF) am Donnerstag. Es werde um Zustimmung gebeten, diesen Mast zu entfernen. Die Gemeindevertretung habe diese Zustimmung jedoch ausdrücklich untersagt, so der Verwaltungschef. Vielmehr streben die Kommunalpolitiker eine weitere Ergänzung an. Sie sehen nämlich die Chance, ihren bislang abgewiesenen Vorschlag über eine abschnittsweise Erdverkabelung im Bereich Birkenwerder erneut auf die Tagesordnung zu bringen.

Strommast an der A 10 bei Birkenwerder. Quelle: Helge Treichel

„Man kann einen Wall für den Lärmschutz errichten und die Röhre für das Kabel darin verstecken“, sagte Zimniok. Eine Durchörterung ließe sich somit ersparen. Ohnehin sei die Gemeinde bereits mit einem Gutachten hinsichtlich einer Erdverkabelung in Vorleistung gegangen. 30 000 Euro ließen sich die Kommunalpolitiker den Nachweis kosten, dass ein Erdkabel möglich ist. Während eine Oberleitung in dem rund zwei Kilometer langen Abschnitt mit rund acht Millionen Euro zu Buche schlägt, koste ein Erdkabel zwar das Zwei- bis Dreifache. In Anbetracht der Milliardensumme für die Gesamtinvestition entsprächen die Mehrkosten aber lediglich einem Anteil von 0,5 Prozent.

Bürgermeister Zimniok will die Landespolitiker jetzt beim Wort nehmen: Im Koalitionsvertrag der Regierung sei festgeschrieben, dass die Erdverkabelung herkömmlichen Leitungen „an neuralgischen Punkten“ vorzuziehen sei. Und Albrecht Gerber, Minister für Wirtschaft und Energie, habe bereits bekannt, dass Birkenwerder mit Autobahnausbau, 380-kV-Höchstspannungsleitung und Bahnausbau ein solch neuralgischer Punkt sei. Dem Ministerpräsidenten und den Ministern wolle er nun in einem Brief die Idee schmackhaft machen, dass Brandenburg hier ein Pilotprojekt mit Strahlkraft schaffen könnte.

„Derzeit liegen mir keine weiteren Informationen zu dem von Ihnen genannten Sachverhalt vor“, sagte Pressesprecher Steffen Schütz von der Havelandautobahn auf Nachfrage. Ohnehin werde „keine Stellung zu Fragen der Planfeststellung“ genommen. „Wir setzen lediglich die im Planfeststellungsverfahren festgelegten Maßnahmen um.“ Ein Deges-Sprecher sieht den Konflikt zwischen Freileitung und Autobahntrasse eher gelassen.

Von Helge Treichel

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