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Birkenwerder Todeskreuze in Birkenwerder werden weggebürstet
Lokales Oberhavel Birkenwerder Todeskreuze in Birkenwerder werden weggebürstet
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11:15 01.02.2019
Die Sterbemarkierungen an den Bäumen in der Weimarer Straße wurden am vergangenen Sonntag entfernt. Quelle: privat
Birkenwerder

Mit Drahtbürsten schrubbelten die Kinder die Farbe von der Rinde. Die Todeskreuze brauchen nicht weiter auf die geplante Fällung der Bäume hinzuweisen. Denn die Naturschutzbehörde des Landkreises hat der Gemeinde Birkenwerder keine Genehmigung dazu erteilt, die etwa 80 Jahre alten Kastanien im Zuge des geplanten Baus der Gehwege und der Straßenbeleuchtung in der Weimarer Straße abzusägen.

Aus diesem Grund feierte die Straße am vergangenen Sonntag mit gut 30 Gästen ein Baumretterfrühstück. Damit sollte die erfolgreich gestoppte Fällung der Baumallee gefeiert werden. Kerstin Hoffmann vom Briesetalverein, die gemeinsam mit Anwohnern wie Familie Mischock und Seper um den Erhalt der Bäume gekämpft hatte, sprach von einem „großartigen bürgerschaftlichen Engagement“. „An diesem Erfolg zeigt sich, wie wichtig es ist, als Bürger öffentliche Bauvorhaben zu hinterfragen“, sagt sie.

Briesetalverein: „Fahrlässig unkritische Baumgutachten herangezogen“

Im Zuge des Ausbaues der Gehwegbeleuchtung seien „fahrlässig unkritische Baumgutachten durch die Verwaltung herangezogen“ worden. Doch laut Alleenschutzgesetz (§17) müssten hierfür zum Beispiel „zwingende verkehrsrechtliche Gründe“ vorliegen. „Dies war hier nicht der Fall“, sagt Kerstin Hoffmann. Ebenso fehlten Artenschutzgutachten und Variantenprüfungen für den Erhalt der Kastanienallee.

Gemeinsam stark: Baumschützer sowie Anwohner der Weimarer Straße in Birkenwerder. Quelle: privat

Zudem hätten sich anerkannte Umweltverbände in ihrer Stellungnahme entschieden gegen eine Fällung dieser wertvollen Kastanienbäume ausgesprochen. Diese Stellungnahme sei jedoch nicht berücksichtigt worden. Zum Glück der Anwohner habe die untere Naturschutzbehörde den Baumfrevel in letzter Sekunde gestoppt. „Nun ist die Verwaltung am Zug und muss dafür sorgen, dass die Kabel für die Beleuchtung trotz der Bäume verlegt und die Gehwege umweltverträglich ausgebaut werden“, sagt Kerstin Hoffmann. Künftig würden die Vereinsmitglieder solche Baumaßnahmen noch aufmerksamer begleiten, kündigte sie an. Dafür sei man jedoch auch auf die Unterstützung der Anwohner angewiesen.

Nachdem am Anfang insgesamt 34 Bäume fallen sollten, habe man sich schrittweise einem Kompromiss angenähert, sagte Baumamtsleiter Jens Kruse auf MAZ-Nachfrage. Nach zwischenzeitlich 22 Bäumen seien es am Ende noch insgesamt elf zu fällende Bäume gewesen. „Das war Konsens“, so Kruse mit Verweis auf entsprechende Gutachten.

Jens Kruse ist irritiert von der Entscheidung aus dem Landratsamt, da eine bestehender Kompromiss negiert worden sei. Er leitet das Bauamt und ist stellvertretender Bürgermeister. Quelle: Robert Roeske

Im September 2018 habe die Gemeinde auf dieser Basis eine naturschutzrechtliche Genehmigung beantragt – und zunächst keine Antwort erhalten. Bis zum 21. Januar dieses Jahres. Lediglich ein Baum sei genehmigt worden. Da sich die Wurzeln zum Teil oberhalb des Geländeniveaus befinden, sei kein regulärer Gehweg möglich, so Kruse.

Nicht zuletzt die Behindertenbeauftragte habe aber auf die Notwendigkeit passierbarer Gehwege verwiesen. Und: Die Verkehrssicherungspflicht liege bei der Gemeinde. Er halte deshalb einen weiteren gemeinsamen Gesprächstermin für erforderlich, um eine Lösung für das Dilemma zu finden, sagte der Bauamtsleiter. Geplant war es, das Projekt in diesem Jahr zu realisieren.

Von Helge Treichel

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