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Bis 2019 kein Durchkommen

Landesstraße von Hennigsdorf nach Berlin-Spandau bleibt Nadelöhr Bis 2019 kein Durchkommen

Über die Landesstraße 172 nach Berlin-Spandau wird bis mindestens 2019 kein Lkw rollen. So lange bleibt das Nadelöhr für Brummis ab 3,5 Tonnen Nutzlast gesperrt. Grund ist der miserable Zustand der Straße auf der Berliner Seite. Der Berliner Senat hat nun den geplanten Ausbau gestrichen.

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Die Straße über Nieder Neuendorf nach Berlin-Spandau ist für Lkw über 3,5 Tonnen tabu. Auch in der Gegenrichtung. Das wird noch lange so bleiben. Nur die Linienbusse dürfen weiterhin fahren.

Quelle: Andrea Kathert

Hennigsdorf. Die Lkw-Fahrer müssen große Umwege in Kauf nehmen. Für manches Hennigsdorfer Unternehmen ist das ein riesiges Dilemma. Zum Beispiel für die Firma Holz-und Baustoffhandel GmbH Lücke, die am Walter-Kleinow-Ring sitzt. "Wir sind nur fünf Kilometer Luftlinie von Spandau entfernt", sagt Angestellter Olaf Manthey. Doch um dort hinzukommen, sind die Lkw von Holz-Lücke mehr als eine halbe Stunde unterwegs, müssen über Velten zur Autobahn oder über Falkensee fahren. An Tagen wie heute, wo in Velten eine Bombe gesprengt wird, ist es besonders dramatisch. "Das bricht einem Unternehmer fast das Genick."

Grund für die Sperrung der L172 ist der miserable Zustand der Straße auf der Berliner Seite. Seit Januar 2013 ist ein Abschnitt in beide Richtungen gesperrt. So schnell wie möglich sollte die Straße ausgebaut werden. Das Jahr 2015 galt schon als sicher. Doch nun kam es anders.

Michael Spiza, der zuständige Tiefbauamtsleiter der Senatsverwaltung in Berlin-Spandau, sagt: "Ich war sehr optimistisch, dass wir 2015 im Plan sind." Selbst in der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz hatte man offenbar die Bedeutung der "länderübergreifenden" Verbindung erkannt. Die Stadtentwickler hatten den grundhaften Ausbau der Trasse auf die erste Stelle der Prioritätenliste für 2015 gesetzt. Doch Senat und Abgeordnetenhaus entschieden ganz anders. Sämtliche Straßenausbauprojekte, die mehr als fünf Millionen Euro kosten sollten, wurden zugunsten von Schul- und Infrastrukturprojekten gestrichen. Investitionen in Berlin werden aus zwei Töpfen bezahlt. "Da gibt es zum einen die pauschalen Zuweisungen für die Bezirke", erklärt Michael Spiza. Für den Bezirk Spandau liegt die Summe etwa bei 3,5 Millionen Euro pro Jahr. Dieses Geld fließt beispielsweise in Schulen, Grünflächen und Straßen. Auf der anderen Seite gebe es gezielte, überbezirkliche Zuweisungen für Projekte, die teurer als fünf Millionen Euro sind. Für die wird dann eine Prioritätenliste erstellt. Doch auf dieser Liste ist der Ausbau der L172 nicht mehr zu finden.

"Wir können das Projekt erst 2015 wieder anmelden", sagt der Tiefbauamtsleiter. Baubeginn könnte dann 2017 sein. "Aber das ist auch schon sehr optimistisch gedacht", fügt Spiza gleich an. Hinzu käme noch eine zweijährige Bauzeit. Und schon schreiben wir das Jahr 2019.

Großartige Alternativen, um die Straße schon früher wieder für Lkw zu öffnen, sieht der Amtsleiter auch nicht. "Wir haben in der Vergangenheit schon Reparaturen durchgeführt." Lange gehalten haben die aber nicht. Die Fahrbahn abfräsen und neuen Asphalt aufbringen, bringt höchstens für zwei Jahre etwas. Aber außer den Schlaglöchern ist das große Problem, dass die Fahrbahn nur 4,5 Meter breit ist. Für zwei Lkw ist das zu eng, deshalb sind die Seitenränder der Fahrbahn längst kaputt gefahren. Die Senatsverwaltung dränge trotzdem auf einen provisorischen Ausbau, meint Spiza. "Wir müssen dann prüfen, ob es Ausweichstellen für Lkw gibt." Angesichts der Umweltauflagen, die im Spandauer Forst zu beachten wären, hält sich der Optimismus von Michael Spiza in Grenzen. Große Chancen sieht er auch nicht für eine provisorische Ausbauvariante.

Von Andrea Kathert

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