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Oberhavel Blasmusiker locken nach Irland
Lokales Oberhavel Blasmusiker locken nach Irland
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18:40 19.02.2017
Klassisch und modern: Die Stücke des Oranienburger Orchesters pendeln zwischen Pop und Polka, um mit einem breiten Repertoire möglichst viele Musikrichtungen abzudecken. Quelle: Robert Roeske
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Oranienburg

Kurz nach 10 Uhr an einem Sonntag in Oranienburg. Die Straßen fast leer, wenige schlendern Richtung Havel, wollen die ersten Sonnenstrahlen einfangen. Auffällig: Sternförmig aus allen Richtungen der Stadt kommend, laufen zahlreiche Menschen – am Ende sollen es knapp 150 sein – Richtung Kantine in der Heinrich-Byk-Straße. Dort, wo sonst Essen für hungrige Arbeiter ausgeteilt wird, erwarten die Besucher nun einen musikalischen Leckerbissen. Kulturelle Nahrung. Im Takeda-Saal spielt das Blasorchester Oranienburg.

Pünktlich um 11 Uhr beginnt die erste der zwei Shows. Die Musiker marschieren ein – unter Applaus, der fast bis zum letzten der 40 Mitglieder reicht. „Ich hoffe, sie sind alle gut ins neue Jahr gekommen“, begrüßt Moderator Rainer Gödde das Publikum. Seit 1993 ist er im Vorstand des Blasmusikvereins aktiv. Aber ist es Mitte Februar nicht etwas spät für ein Neujahrskonzert? „Wir haben uns gerade vom Jahreswechsel erholt“, so Gödde. Jetzt könne wirklich neu gestartet werden ins Primzahljahr. „Und unser Freundeskreis wächst und wächst“, freut er sich. So sehr, dass ein Konzert längst nicht mehr ausreicht.

40 Musiker sitzen im Orchester. Quelle: Robert Roeske

Doch das Wichtigste: die Musik. Das Repertoire des Orchesters ist breit gefächert, es changiert zwischen Klassik, Musical, Pop und Swing. Abwechslungsreich. Fast obligatorisch starten die Musiker mit einem schwungvollen Marsch: „Liberty Bell“ (Freiheitsglocke) von John Philip Sousa aus dem späten 19. Jahrhundert, um danach irische Sphären zu betreten.

In den Bergen Irlands unterwegs

Mit dem Solo für zwei Flöten (Christine Narewski, Thomas Sund) namens „Celtic Flutes“ von Komponist Kurt Gäble entführt das Orchester in keltische Gefilde: Wie eine Landschaftswanderung kommt das Stück daher, leise Töne ahmen ruhige Bächlein nach, mythische Klänge erinnern an Moorwanderungen, bevor sich alles in Ekstase entlädt und wuchtig wird wie der mehr als 1000 Meter hohe, pyramidenförmige Carrauntoohil im Südwesten der Insel. Besucher des Konzerts bekommen auf einmal eine Ahnung, warum viele Iren sagen, in den Bergen schlage das Herz des Landes.

Rainer Gödde leitet zwischen den Stücken immer wieder in neue Welten ein. Vielleicht machen sie keinen Sommer, aber zumindest der Frühling fliegt auf Schwalbenschwingen, zitiert er nicht nur ein Gedicht von Wilhelm Wackernagel, sondern führt in ein leichtes Werk von Antonin Dvorak ein. Ferner im Repertoire: James Last, Bob Dylan, „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical „Elizabeth“, gesungen von Maxi Ulrich. Hier wird unabhängig von der Bedeutung des Songs für Elizabeth deutlich: Musik gehört allen.

Von Marco Winkler

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