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Oberhavel Blaues Auge für einen Tierfreund
Lokales Oberhavel Blaues Auge für einen Tierfreund
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00:22 20.11.2017
Blaues Auge: Dieser Veltener wollte einem wehrlosen Tier helfen – und kassierte dafür Prügel. Quelle: Robert Roeske
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Velten

Nötigung, Erpressung, Beleidigung, Diebstahl, Körperverletzung – „da bin ich ja an den Richtigen geraten“, sagt Werner B.*. Der 67-Jährige reibt sich das rechte Auge, was zugeschwollen und dunkelrot verfärbt ist. Ein Andenken an die Begegnung mit dem „Richtigen“ vom vergangenen Mittwochabend. Der ist nicht nur stadtbekannt in Velten, auch die Polizei kennt ihn sehr gut, wie deren Pressesprecher Toralf Reinhardt bestätigt und nach kurzem Blick in die Akte einige der Vorstrafen des 40-Jährigen aufzählt.

Doch der Reihe nach. Wie immer machte sich B. am Mittwoch auf zur abendlichen Runde mit Mischlingshündin „Victoria“. Auf ihrem Weg kommen die beiden durch die Richard-Blumenfeld-Straße. In Höhe des dortigen Asia-Imbisses begegneten sich Täter und Opfer. „Er war mit seinem Hund dort. Der war nicht angeleint und büxte aus“, erzählt Werner B. Das fand sein Herrchen nicht lustig. Das Tier sei dafür übel geschlagen und auf den Boden geworfen worden.

Für Tierfreund Werner B. ein Unding: „Ich habe ihm dann gesagt, dass der Hund nichts dafür könne. Darauf folgte eine Beleidigung nach der anderen.“ Werner B. drehte sich ab, ging weiter seines Weges. Kurz darauf hörte er hastige Schritte hinter sich. „Als ich mich umdrehte, hab ich schon einen Schlag bekommen und ging zu Boden“. Aber dem Täter war das offensichtlich nicht genug. Laut Opfer habe er weiter auf ihn eingeschlagen. Das spiegelt auch der Bericht der Notaufnahme des Hennigsdorfer Krankenhauses wieder, der neben anderen Diagnosen Schädel-, Schulter- und Thoraxprellungen aufführt.

Als Werner B. wieder zu sich kam, war er alleine. Das habe ihn mehr belastet, als die Verletzungen an Rippen- und Auge. „Alle Umstehenden hatten sich entfernt, ohne mir zu helfen. Das Handy hatte ich nicht dabei und ein junger Mann, der eben noch vor dem Supermarkt mit seinem Mobilgerät telefoniert hatte, wollte plötzlich keinen Empfang mehr haben.“ Nachdem er die Polizei schließlich doch noch informieren konnte, waren die Beamten zügig da und riefen den Krankenwagen. „Wie sehen Sie denn aus?“, wurde B. öfter gefragt. Von den Ersthelfern vor Ort, in der Notaufnahme und nach der Nacht im Krankenhaus war das am Donnerstag auch die Begrüßung im Ordnungsamt der Stadt Velten. Dort wollte er – die Anzeige wegen Körperverletzung hatte die Polizei bereits aufgenommen – noch die Tierquälerei anzeigen. Doch der „stabile Herr“, an den B. dort geraten war und der ihn mit obigem Satz begrüßte, sah sich „weder als zuständig an noch wollte er helfen“. Hier sei er falsch und der Veltener Verwaltungsmitarbeiter nicht zuständig – „das war die einzige Information, die ich bekam“. Zum Glück war die Vorzimmerdame von Bürgermeisterin Ines Hübner dann hilfsbereiter.

Etwas bange ist Werner B. vor dem kommenden Montag. Dann steht ein Besuch beim Augenarzt an. „Jetzt sehe ich alles gelb mit dem rechten Auge“, erzählt er. Er hofft, dass es bei dem blauen Auge bleibt und nicht die Sehkraft auch beeinträchtigt ist. „Wir haben gedacht, wir ziehen in eine ruhige Gegend. Und dann passiert so etwas“, wirft seine Ehefrau Brigitte ein. Vor einem Jahr sind die beiden aus Oranienburg nach Velten gekommen. Der schönen Wohnung mit dem großen Balkon wegen. Dass sie sich nicht die ruhigste Ecke ausgesucht haben, stellten sie schnell fest. „Es vergeht ja kein Wochenende, wo nicht Polizei und Krankenwagen hier sind“, sagt B.

Einschüchtern lassen will sich das Ehepaar nicht. „Wir sind Tierfreunde“, sagt Brigitte B. mit Nachdruck. „Ich würde mich immer wieder einmischen, wenn ich sehe, wie ein wehrloses Tier misshandelt wird“, pflichtet ihr Werner B. bei. (*Name geändert).

Von Björn Bethe

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