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Oberhavel Das Thema Bomben bleibt explosiv und teuer
Lokales Oberhavel Das Thema Bomben bleibt explosiv und teuer
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02:17 29.04.2018
Sylvia Holm und ein entschärfter Blindgänger. Quelle: Julian Stähle
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Oranienburg

4200 Bomben mit chemischem Langzeitzünder klinkten die Amerikaner am 15. März 1945 über Oranienburg aus. Auch 2018 wird die Suche nach Blindgängern die Stadt in Atmen halten und das Stadtsäckel schwer belasten.

Im Jahr 2016 waren allein auf dem Gelände der Lehnitzstraße 73 vier Bomben entschärft worden. Über das Jahr schlug die Kampfmittelsuche damals mit 2,25 Millionen Euro zu Buche. Zurückbekommen hat die Stadt „bisher einen Abschlag vom Land in Höhe von 90 175 Euro“, so Ordnungsamtsleiterin Sylvia Holm. Ein Antrag zur weiteren Kostenerstattung beim Bund sei nicht entschieden. 2017 wurden zwei Blindgänger – auf einem Baugrundstück Saarlandstraße und unterm Henriettensteg entschärft. 1,12 Millionen Euro musste die Stadt übers Jahr ausgeben. 2018 sind vier Millionen im Haushalt eingeplant.

„Bei zwei bis drei Entschärfungen im Jahr wird es sich einpegeln“, so Sylvia Holm. Es gab schon Jahre, da wurden 13 Verdachtspunkte geöffnet. Doch die Zeiten, dass ein riesiges Loch gebuddelt werden musste, aus dem zum Schluss ein Stück Eisen zum Vorschein kam, sind vorbei. Dank UltraTem. Das Verfahren, das mittels Elektroimpulsen metallische Gegenstände im Boden nicht nur lokalisieren, sondern auch klassifizieren kann, hatte der KMBD vor drei Jahren zugelassen. Seitdem erspart es viel Aufwand und Geld.

Konventionelle Suchmethoden sind Bohrlochsondierungen, zum Beispiel auf den Straßen, die Veränderungen des Magnetfeldes messen, Bohrlochradarmessungen, die an Häusern zum Einsatz kommen. Ganz neu ist das von der Räumfirma Heinrich Hirdes entwickelte und seit 2017 anerkannte AreaTem-Verfahren, bei dem besonders schwieriger Untergrund abgesucht werden kann: „Auf Schuttflächen, auf denen wir mit der traditionellen Suche nicht weiterkommen“, so Holm. Wo in Oranienburg die systematische Suche läuft, welche Straße oder Cluster dran sind, das richtet sich nach den im Spyra-Gutachten festgelegten Gefahrenklassen: „Wir arbeiten immer noch Areale der höchsten Gefahrenklassen 10 und 9 ab.“

Derzeit wartet die Amtsleiterin auf die neue Kampfmittelverordnung des Landes. Die alte stammt aus 1998. Sylvia Holm wünscht sich vor allem „dass darin klar geregelt ist, wer die Freigabebescheinigung erteilen darf“. Jeder Bauherr kann eine Räumfirma beauftragen. Doch deren Freigabe erkennen Bauordnungsamt und KMBD beim Bauantrag meist nicht an. Der Bauherr, der dafür Geld ausgegeben hat, ist sauer.

Als aktuell „äußerst schwierigen Fall“ bezeichnet Sylvia Holm die zwei „Rest-Blindgänger“ in der Lehnitzstraße 73. Zu teuer und zu aufwendig sei es, sie gemeinsame nahe der Havel zu öffnen. „Wir suchen noch technische Lösungen. Einen Zeitplan gibt es nicht.“

Wo 2018 gesucht wird:

In der Rüdesheimer Straße läuft sie aktuell.

Badstraße: Hier war sie im Vorfeld des Straßenbaus 2019 geplant, aber nicht erforderlich.

Ende Mai startet die Suche in folgenden Straßen: in der Greifswalder Straße, zwischen Bernauer und Heidestraße, in der Heidelberger Straße zwischen Bernauer und Wiesbadener Straße, in der Idenstraße und in der Dr.-Kurt-Scharf-Straße, von der Chausseestraße bis an die Havel.

Im kommenden Monat beginnt die Absuche im Cluster der Wohnbebauung Liebigstraße.

In Vorbereitung ist die Absuche im Cluster Freiburger Straße, südlich der Bernauer Straße.

Bis Mitte Juni wird noch in der Friedrich-Siewert-Straße gesucht.

Restarbeiten laufen in der Neringstraße.

Gesucht wird auf dem Areal für die Havelschulerweiterung.

Zwei Räumfirmen sind in der Walther-Bothe-Straße auf dem Areal „B-Plan 100“ für Woba-Häuser im Einsatz.

» siehe auch: Noch Hunderte Tonnen Kampfmittel im Boden.

Von Heike Bergt

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