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Blumen, Urkunden und Evergreens

Hennigsdorf Blumen, Urkunden und Evergreens

Zwölf engagierte Hennigsdorfer Senioren wurden am Mittwoch im Stadtklubhaus für ihr Ehrenamt ausgezeichnet. Der Anlass war der Tag des Älteren Menschen. „Ich habe die Seniorenarbeit immer als wichtiges Fundament für die Zusammenarbeit der Generationen gesehen“, sagte Bürgermeister Andreas Schulz, der die Veranstaltung zum letzten Mal leitete.

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Die Band „Simone & Ihr Flotter Dreier“ spielte Evergreens wie „Ich will keine Schokolade“.

Quelle: Fotos: Marco Paetzel

Hennigsdorf. Eigentlich hatte Adelheid Prochniak sich nichts ausgerechnet. „Die Stadt hat mich ins Klubhaus eingeladen, ich habe mir dabei nichts gedacht“, sagt die 74-Jährige. Als Bürgermeister Andreas Schulz sie dann aber nach vorne bat, ihr einen Strauß Blumen und eine Urkunde in die Hand drückte, da war die Seniorin dann doch etwas verlegen.

Als Mitglied der Sozialdemokratischen Senioren engagiert sie sich als Dolmetscherin für den Kontakt zur Familie der polnischen Zwangsarbeiterin Leokadia Korzelska, die in den AEG-Werken schuften musste. Für die Stadtverwaltung war das Grund genug, Adelheid Prochniak als eine von zwölf Senioren anlässlich des „Tages des älteren Menschen“ auszuzeichnen.

Zum 19. Mal fand die Veranstaltung gestern im Hennigsdorfer Stadtklubhaus statt, es ist eine liebgewordene Tradition geworden. Auch für Bürgermeister Andreas Schulz, der die Auszeichnungen in diesem Jahr zum letzten Mal vornahm. Im kommenden Jahr wird sein Nachfolger Thomas Günther den Senioren im Klubhaus Danke sagen. „Ich habe die Seniorenarbeit immer als wichtiges Fundament für die Zusammenarbeit der Generationen gesehen“, sagte Schulz. Einmal mehr lobte er die engagierte Arbeit der Senioren. „Sie sorgen dafür, dass Sie sich alle in Hennigsdorf wohlfühlen können“, sagte er an das Publikum gerichtet, das den Saal fast komplett füllte.

14 Seniorenverbände und Vereine gibt es in der Stadt, rund 1100 Menschen sind als Mitglieder organisiert. „Das ist ein außerordentlich hoher Mitgliederstand und Organisationsgrad“, so Schulz. Das spreche für die Vielseitigkeit und Attraktivität der Vereine.

Adelheid Prochniak war bewegt von den Worten des Bürgermeisters. Sie will sich weiter dafür einsetzen, dass die Beziehungen zur Familie der polnischen Zwangsarbeiterin bestehen bleiben. Auch wenn Leokadia Korzelska im April mit 93 Jahren starb, Ende Juni folgte ihr der Hennigsdorfer SPD-Mann Ekki Hinke, der den Kontakt 2006 hergestellt hatte. „Das ist schrecklich, aber es muss weitergehen“, sagt Prochniak, die vor 30 Jahren aus Polen nach Spandau gezogen ist. Sie will weiter helfen, Treffen zu organisieren. Demnächst fahren Korzelskas Familie und SPD-Senioren gemeinsam nach Hamburg. „Polen und Deutsche“, sagt Prochniak, „sollten Freunde sein.“

Von Marco Paetzel

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