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Oberhavel Bobzien-Preis in Oranienburg verliehen
Lokales Oberhavel Bobzien-Preis in Oranienburg verliehen
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06:26 18.04.2016
Die Kolpingjugend aus Berlin-Kreuzberg gewann den Franz-Bobzien-Preis. Ministerpräsident Dietmar Woidke überreichte den Preis gemeinsam mit Professor Morsch und Hans-Joachim Laesicke. Quelle: Robert Roeske
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Oranienburg

Der Klang der Gitarre und die berührende Stimme von Florian Pieper hallte am Freitagabend durch die Orangerie zum Lied „Hallelujah“ von Leonard Cohen, und eröffnete damit die Preisverleihung des Franz-Bobzien-Preises.

Anlässlich des 71. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen wurde am Abend der Preis, der 2010 noch unter dem Namen „Oranienburger Toleranzpreis“ ins Leben gerufen wurde, zum vierten Mal verliehen. Als Schirmherr überreichte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) persönlich den mit 3000 Euro dotierten Preis. „Der Franz-Bobzien-Preis trägt dazu bei, dass wir nicht vergessen, an was es auf ewig zu erinnern gilt“, sagte Woidke bei der Preisverleihung am Freitagabend. „Mit der heutigen Auszeichnung werden drei Projekte gewürdigt, die sich für Demokratie und Toleranz stark machen und damit einen vorbildlichen Beitrag für eine demokratische Gesellschaft leisten.“

Ministerpräsident Dietmar Woidke überreichte den begehrten Preis als Schirmherr der Veranstaltung. Quelle: Robert Roeske

Mit dem 1. Preis wurde das Projekt der Kolpingjugend aus Berlin-Kreuzberg für ihr Projekt „Gegen das Vergessen!“ ausgezeichnet. Seit 20 Jahren finden in der Gedenkstätte Ravensbrück Workcamps statt, in denen sich katholische Christen ehrenamtlich engagieren. Sie erfassen Namen und Dokumente für das Archiv und pflegen das Gelände. Dadurch treten immer wieder neue Informationen zu Tage.

Der 2. Preis ging an die Ausstellung „Der verlorene Zug“ der evangelischen Grundschule Tröbitz und der 3. Preis an das Theaterprojekt „Der Lebensweg des Max Himmel“ der Otto-Tschirch-Oberschule in Brandenburg an der Havel und dem Verein event-theater. Der Preis war in Brandenburg und in Berlin ausgeschrieben und richtete sich an Projekte, die zur historisch-politischen Bildung und Demokratieentwicklung beitragen.

Wolfgang Bobzien kam mit seiner Familie aus Groß Gerau als Ehrengast zur Preisverleihung in die Oranienburger Orangerie. Quelle: Robert Roeske

Besonders freuten sich die Gastgeber darüber Wolfgang Bobzien mit seiner Familie persönlich in der Orangerie begrüßen zu können. Der Nachfahre von Franz Bobzien war im Internet auf die Preisverleihung gestoßen und nahm Kontakt zum Bürgermeister auf. „Wir wollen mit diesem Preis Mut machen und die Arbeit derer ehren, die sich mit dem schlimmsten Kapitel der deutschen Geschichte auseinandersetzen“, erklärte Oranienburgs Bürgermeister Hans Joachim Laesicke. Dietmar Woidke hielt indes die Laudatio auf den Preisträger. Das Engagement der ehrenamtlichen Helfer sei beeindruckend. Durch das Projekt „verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart.“ Dabei seien die Wunden des Zweiten Weltkrieges noch nicht verheilt, „vielleicht werden sie es auch nie“, sagte der Ministerpräsident. Stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Helfer nahm der Jugendsekretär der Kolpingjugend, Adalbert Jurasch, den Preis entgegen: „Wir sehen diesen Preis vor allem als Ehrung für das Ehrenamt an. Wir arbeiten gegen das Vergessen und für das Erinnern.“

Von Juliane Weser

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