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Böllerattacke im Bahnhof Gransee

Gransee Böllerattacke im Bahnhof Gransee

Ein Knallkörper detoniert im Granseer Bahnhofsgebäude und sorgt für ein Großaufgebot von Einsatzkräften. Nach bisherigen Ermittlungen haben bislang Unbekannte einen Böller in den Wartesaal geworfen. Die Detonation ist bis ins Stadtzentrum zu hören und erschüttert Nachbarn sowie Passanten.

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Erst nachdem der Rauch verflogen war, hatten die Einsatzkräfte im Bahnhofsgebäude freie Sicht.

Quelle: Julian Stähle

Gransee. Das Rätsel um die Explosion im Granseer Bahnhof ist gelöst: wie die Auswertung von Videomaterial ergab, haben bislang unbekannte Täter am Donnerstagabend gegen 18.30 Uhr einen „böllerähnlichen“ Gegenstand in den Aufenthaltsraum des Gebäudes geworfen. Das sagte Einsatzleiter Uwe Valentin nach Auswertung der Mitschnitte einer Kamera, die im Bahnhofsgebäude angebracht ist. Die Bilder gäben zwar keinen Aufschluss darüber, wer die Täter waren. Aber es sei deutlich zu erkennen, wie der Brandsatz in den Raum geworfen wurde. Reste davon konnten sichergestellt werden. Die Detonation verursachte einen Riesenknall und eine massive Rauchentwicklung, wie Augenzeugen bestätigten. Mitglieder des DRK, die unweit des Bahnhofs gerade eine Ausbildung absolvierten, zuckten bei dem Knall zusammen und alarmierten wenig später die Einsatzleitstelle. Die forderte aufgrund der unklaren Situation ein Großaufgebot von Einsatzkräften an. Drei Löschzüge der Granseer Amtswehr (56 Mann), Rettungskräfte und Notarzt rückten daraufhin zur Einsatzstelle aus.

Einsatzkräfte am Bahnhof Gransee

Einsatzkräfte am Bahnhof Gransee.

Quelle: Julian Stähle

Wie Uwe Valentin sagte, seien zunächst Kameraden mit einer Wärmebildkamera in den Bahnhof vorgedrungen, um sicherzugehen, dass sich keine Personen im Inneren aufhalten beziehungsweise um zu klären, ob es eine Feuerquelle gibt. Als klar war, dass es sich nicht um einen Brand handelt, konnte die Feuerwehr mit Überdrucklüftern die Rauchschwaden aus dem Gebäude drängen. Als der Nebel verzogen war, fanden die Feuerwehrleute Pappreste auf dem Boden sowie Teile der Neonröhre, die an der Decke hängt, und durch die Druckwelle beschädigt wurde. Laut Valentin sei insgesamt ein geringer Sachschaden entstanden. Allerdings hätten Passanten und Nachbarn einen gehörigen Schrecken bekommen. Die Detonation sei bis ins Stadtzentrum hinein zu hören gewesen, was auf eine gewisse Ladung des Böllers hinweise. Als Eigentümer des Bahnhofs hatte sich die Kommune schon vor längerer Zeit dazu entschlossen, den Bahnhof teilweise per Videokamera zu überwachen, um dem Vandalismus Einhalt zu gebieten. Die Bilder wurden am Freitag in der Amtsverwaltung mit dem IT-Fachmann ausgewertet.

Nach Polizeiangaben haben Zeugen noch zwei Unbekannte mit einem Motorrad wegfahren sehen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Von Cindy Lüderitz

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