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Bombardier: Massiver Stellenabbau befürchtet

Hennigsdorf Bombardier: Massiver Stellenabbau befürchtet

Wie viele Jobs bei Bombardier in Hennigsdorf wegfallen werden, ist noch unklar. Klar ist aber, dass der Standort im Kreis Oberhavel erneut massiv betroffen sein wird. Gegen diese Pläne haben am Dienstag hunderte Mitarbeiter von der Zentrale in Hennigsdorf demonstriert.

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Germar Wacker aus dem Bombardier-Management äußerte sich gestern vor den Mitarbeitern.

Quelle: Kugler

Hennigsdorf. „Man muss befürchten, dass Hennigsdorf vom Stellenabbau massiv betroffen ist“. Diesen Satz diktierte Bombardier-Betriebsratschef Michael Wobst den Reportern am Dienstag in die Kladden, über genaue Zahlen dürfe er aber noch nicht sprechen. Zu diesem Zeitpunkt war die Sondersitzung des Bombardier-Aufsichtsrates im Hennigsdorfer Werk gerade unterbrochen. Michael Wobst und die anderen Mitglieder des Gremiums waren von Gewerkschaftern spontan vor die Tür gelotst worden, um sich der Belegschaft zu zeigen und die eine drängende Frage zu beantworten: Wie geht es weiter mit dem Standort in Hennigsdorf?

Vor dem Hauptgebäude, das wenig verheißungsvoll „Titanic“ genannt wird, hatten sich hunderte Bombardier-Mitarbeiter versammelt, um mit Trillerpfeifen und Transparenten gegen den Stellenabbau beim Zughersteller zu demonstrieren. Mit dabei waren Delegationen von Bombardier-Mitarbeitern von Görlitz über Siegen bis Mannheim. Es sollte ein Zeichen der Geschlossenheit sein. Der Aufsichtsrat indes war zusammengekommen, um über diesen zweiten Stellenabbau-Plan zu sprechen. Im Oktober hatte Bombardier bekanntgegeben, dass bis Ende 2018 nochmals 7500 Stellen wegfallen sollen. Gut zwei Drittel davon bei der Zugsparte, zu der auch das Hennigsdorfer Werk gehört. Schon Anfang des Jahres hatte der Zugbauer bekanntgegeben, weltweit jeden zwölften Arbeitsplatz zu streichen. In Hennigsdorf hatte es 270 Mitarbeiter getroffen.

Auch Germar Wacker vom Bombardier-Management richtete im Nieselregen einige Worte an die Belegschaft. Unter anderem wolle der Konzern neue Märkte erschließen, die Produktpalette vereinheitlichen oder einen Wartungs-Service anbieten. Die Standorte in Deutschland hätten aber auch in Zukunft einen „sehr hohen Stellenwert“. Kernkompetenzen bei der Entwicklung und Fertigung von Bahnen, Drehgestellen oder Lokomotiven würden gebraucht. „Wir werden nicht aber nicht alle Tätigkeiten an allen deutschen Standorten fortführen können“, so Wacker. Das genau ist die Befürchtung des Betriebsrates. Wird die Serienfertigung in Hennigsdorf gestoppt, sei das ein Tod auf Raten für das Werk, hatte Betriebsratschef Michael Wobst immer wieder erklärt.

In der Belegschaft geht die Sorge um. „Natürlich haben wir Angst um unsere Jobs, denn die Situation ist bedenklich“, sagt etwa Michael Göppert (57). Seit 42 Jahren arbeitet er am Standort, der Hennigsdorfer ist in der Endmontage beschäftigt. Für ihn sind der überdimensionierte Management-Bereich, zu häufige Personalwechsel in der Führung und die Verlagerung von Arbeit in Billiglohnländer Schuld an der Krise des Unternehmens. „Ich hoffe“, sagt Göpper, „dass ich in meinem Alter nicht nochmal zum Arbeitsamt rennen muss.“

Von Marco Paetzel

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