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Oberhavel Bombardier liefert Züge für Stuttgart
Lokales Oberhavel Bombardier liefert Züge für Stuttgart
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20:46 24.11.2016
Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (l.) und Bombardier-Manager Germar Wacker schauten sich die neuen Züge an. Quelle: Paetzel
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Hennigsdorf

„Das ist ein richtiges Arbeitstier, das sich schon bewährt hat“, sagt Winfried Hermann (Grüne). Der Verkehrsminister von Baden-Württemberg saß gestern im ersten Abteil des Talent-2-Zuges. Insgesamt 16 Exemplare dieses Modells in schwarz-goldenen Farben hat das Bundesland bei Bombardier geordert, das Auftragsvolumen beläuft sich auf 90 Millionen Euro.

Beim Pressetermin mit Minister Hermann waren auch David Weltzien, Vorsitzender der DB-Regio Baden-Württemberg und Bombardier-Manager Germar Wacker dabei. Alle waren voll des Lobes über den Deal. Die Züge sollen ab Dezember 2017 unter anderem auf der Verbindung zwischen Stuttgart und Nürnberg fahren. Rund 400 Züge dieses Modells, 2011 eingeführt, hat Bombardier bereits in Deutschland ausgeliefert. Ein vierteiliger Talent-2-Zug hat 215 Sitzplätze, bis zu 30 Räder lassen sich pro Waggon unterbringen. Zudem ist alles barrierefrei und klimatisiert, es gibt freies W-Lan und Toiletten für Behinderte.

Auch einen zweiten Deal hat Bombardier abgeschlossen: 2019 und 2020 liefert das Unternehmen nochmals 43 Talent-2-Züge für das Stuttgarter Netz. Der Auftrag des Verkehrsunternehmens Abellio ist rund 240 Millionen Euro schwer.

Zum geplanten Stellenabbau sagte Bombardier-Manager Germar Wacker lediglich, dass es bis Ende des Jahres Klarheit geben sollte, wo wie viele Stellen abgebaut werden. Im Hennigsdorfer Werk geht derweil die Angst um. Im Oktober hatte der Schienenfahrzeugbauer bekannt gegeben, dass bis Ende 2018 weltweit 7500 Stellen wegfallen sollen. Im Februar hatte es schon 270 Mitarbeiter in Hennigsdorf getroffen. Der Betriebsrat befürchtet, dass der Standort wieder massiv betroffen sein könnte. Aus Kreisen der IG Metall verlautet das Gerücht, dass Bombardier in deutschen Werken nochmals 2000 bis 3000 Jobs abbauen könnte. Klarheit könnte es laut der IG Metall entweder beim nächsten Wirtschaftsausschuss am 28. und 29. November oder bei der Sitzung des Aufsichtsrates am 8. Dezember geben.

Diese Unsicherheit belastet die Mitarbeiter. „Ich habe große Sorge um meinen Job“, sagt etwa Jessika Illmer. Die 30-Jährige arbeitet im Rohbau, wo die Wagenkästen bearbeitet werden. Von einst 120 Kollegen seien noch 20 übrig. Über die Jahre seien es immer weniger geworden. Und Anfang 2017 werde der Bereich ganz geschlossen, sagt die Oranienburgerin. Wo sie dann eingesetzt wird, kann Jessika Illmer noch nicht sagen. Auch sie teilt die Sorge des Betriebsratschefs Michael Wobst, dass die Serienfertigung in Hennigsdorf eingestellt werden könnte und die Arbeit in Niedriglohnländer geht. Das könnte langfristig das Aus für den Standort bedeuten. „Aber wir haben auch alle noch Hoffnung“, sagt die junge Frau, „dass die Sache irgendwie noch gut ausgeht.“

Von Marco Paetzel

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