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Oberhavel Bombe wird am Donnerstag entschärft
Lokales Oberhavel Bombe wird am Donnerstag entschärft
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09:36 15.07.2015
Ein Bagger hat den Fundort der 125-Kg-Bombe im Garten des Wohnhauses freigelegt.   Quelle: Enrico Kugler
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Hennigsdorf

 Eine 125-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg soll am Donnerstag in Hennigsdorf entschärft werden. Der Blindgänger englischer Bauart war am Sonnabend bei Schachtarbeiten auf einem Privatgrundstück im Ortsteil Stolpe-Süd entdeckt worden. Da die Bombe entgegen ersten Einschätzungen nicht transportfähig ist, muss sie durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Landes Brandenburg (KMBD) vor Ort unschädlich gemacht werden.

 Da von der Sprengstofffüllung der Fliegerbombe nach wie vor eine hohe Gefahr ausgeht, muss der Hennigsdorfer Ortsteil vor der Entschärfung komplett evakuiert werden. Um den Fundort in der Straße Freiheit wird ein Sperrkreis mit einem Radius von 1000 Metern gezogen. Dieser Bereich muss bis 10 Uhr verlassen werden, verfügte gestern das Hennigsdorfer Ordnungsamt. Welche Aufenthaltsmöglichkeiten während der Entschärfung angeboten werden, will die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilen.

Ordnungskräfte der Stadt, der Feuerwehr und Polizeibeamte werden kontrollieren, dass alle Personen bis 10 Uhr den Sperrkreis verlassen haben. „Ihren Anweisungen ist Folge zu leisten“, erklärte Hennigsdorfs Pressesprecherin Ilona Möser. Wer dem nicht nachkommt kann mit einer Geldbuße bis 1000 Euro belangt werden.

Im Sperrkreis liegen auf Hennigsdorfer Seite auch das Asylbewerberheim des Landkreises Oberhavel in Stolpe-Süd, ein Heizkraftwerk der Stadtwerke Hennigsdorf und der Kletterpark „Climb up“. In der Region wird es zu erheblichen Verkehrseinschränkungen kommen. Die S-Bahnlinie S 25 nach Hennigsdorf ist unterbrochen. Die Autobahn 111 wird voraussichtlich ab 10 Uhr zeitweilig gesperrt. Außerhalb des Sperrkreises liegen der Kreisverkehr an der Ruppiner Straße in Hennigsdorf und die Landesstraße 171 von Hennigsdorf nach Hohen Neuendorf. Die Ruppiner Chaussee ist ab Kreisverkehr in Richtung Berlin voll gesperrt. Auch der Schiffsverkehr auf der Havel muss im Bereich Hennigsdorf eingestellt werden.

Betroffen von den Sicherungsmaßnahmen ist auch der Berliner Bezirk Reinickendorf. Denn der Fundort der Bombe am Ende der Freiheit in Stolpe-Süd liegt nur rund 100 Meter von der Berliner Stadtgrenze entfernt. Deshalb haben die Berliner Behörden auch für diesen Bereich Evakuierungen angeordnet. In Heiligensee müssen etwa 1500 bis 2000 Personen ihre Wohnungen verlassen. Für sie wird in einer Schule ein Notquartier eingerichtet, teilte eine Sprecherin des Bezirksamts mit. Im Sperrkreis liegen die S-Bahnstation Heiligensee sowie mehrere Geschäfte und Gewerbebetriebe, darunter der Spirituosenhersteller Underberg. Auf Berliner Seite wird eine Einsatzhundertschaft der Polizei die Absicherung des Sperrkreises übernehmen.

Der Bombenblindgänger war am Sonnabendmorgen bei Erdarbeiten hinter einem Einfamilienhaus in Stolpe-Süd im Boden entdeckt worden. Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes hatten das Kriegsrelikt in Augenschein genommen und festgestellt, dass kein Zünder mehr vorhanden ist. Seit dem Wochenende wird der Fund durch Mitarbeiter einer Firma, die das Ordnungsamt der Stadt Hennigsdorf beauftragt hat, rund um die Uhr bewacht.

Von Ulrich Bergt

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