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Bombenentschärfung trifft 12.000 Menschen

Evakuierung in Oranienburg Bombenentschärfung trifft 12.000 Menschen

Wieder einmal Bombenentschärfung in Oranienburg (Oberhavel): Am Mittwoch müssen 12.000 Menschen bis 8.30 Uhr den Sperrkreis um die Lehnitzstraße verlassen haben. Die Evakuierung wird ein Kraftakt, denn es sind auch das Krankenhaus und eine Seniorenresidenz betroffen – und beide Bahnhöfe.

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Der Sperrkreis ist am Mittwoch bis 8.30 Uhr zu verlassen. 12.000 Menschen sind von der Evakuierung betroffen.

Quelle: Stadtverwaltung

Oranienburg. Eine 250-Kilo-Bombe mit chemischem Langzeitzünder soll am Mittwoch in Oranienburg entschärft werden. Sie ist eine von insgesamt sechs Anomalien, die auf dem Grundstück in der Lehnitzstraße 73 geortet worden sind. Bis zum Dienstag war das Kriegsrelikt in 6,5 Metern Tiefe aufgegraben worden. Die Sprengmeister André Müller und René Benoit werden den ersten dieser Blindgänger am Mittwoch unschädlich machen.

Evakuierung ein wahrer Kraftakt

Dabei ist die Evakuierung ein wahrer Kraftakt. Denn nicht nur sieben Kitas und fünf Schulen liegen im Sperrkreis, der 1000 Meter um den Fund gezogen wird, auch das Krankenhaus und das Domino-Seniorenheim in der Villacher Straße liegen im Sperrbezirk. Deshalb rücken am Mittwochmorgen ab 5 Uhr mehr als 60 Fahrzeuge und 130 Helfer des Katastrophenschutzes und der Rettungsdienste unter anderem aus dem Havelland, aus Potsdam, Brandenburg und der Prignitz an. Sie verlegen die Patienten ins Krankenhaus nach Hennigsdorf. Die Rettungsstelle ist deshalb in Oranienburg ab 5 Uhr nicht mehr besetzt. Die Senioren werden auf verschiedene Einrichtungen bis nach Berlin verteilt.

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Quelle: Stadtverwaltung

Bahnverkehr gesperrt

Auch der Bahnverkehr ist von der Bombenentschärfung betroffen. Ab 8.30 Uhr halten keine Züge mehr in Oranienburg und Lehnitz. Die Regionalzüge dürfen den Bahnhof Oranienburg jedoch noch bis 10.30 Uhr durchfahren. Die Bahn richtet einen Schienenersatzverkehr nach Birkenwerder ein.

Ausführliche Infos der Deutschen Bahn >

Entwarnung frühestens 15 Uhr

Der Sperrkreis ist bis 8.30Uhr zu verlassen: „Nach der Kontrolle durch die Feuerwehr haben wir das Ziel, den Sperrkreis für die Sprengmeister um 11 Uhr freizugeben“, so Ordnungsamtsleiterin Sylvia Holm. Im günstigsten Fall könne es gegen 15 Uhr per Sirenenton die Entwarnung geben.

Bürgertelefon und Ausweichquartiere

Das Bürgertelefon der Stadt ist unter (03301) 60 09 00 zu erreichen, Anlaufstellen für Evakuierte gibt es im Regine-Hildebrandt-Haus und im der Turmhalle Germendorf. Dorthin fährt ein Shuttle wie folgt: 8 Uhr Lehnitz, 8.05 Uhr Saarlandstraße/Moselstraße, 8.07 Uhr Höhe Wupperstraße, 8.10 Uhr Südcenter, 8.12 Uhr St. Johannesberg, 8.14 Uhr Krankenhaus, 8.16 Uhr Villacher, 8.18 Uhr Haller Straße, 8.20 Uhr Buchmannstraße, 8.22 Uhr Gericht.

Komplizierter Untergrund

Der Untergrund, in dem der Blindgänger liegt, erweist sich als kompliziert: „Wir müssen einen Schwarz-Weiß-Bereich einrichten“, so Holm. Denn die Sprengmeister arbeiten unter Vollschutz, um sich gleich vor mehreren Altlasten zu schützen: strahlenden Monazitsanden und belasteten Wassern der Pharmaproduktion aus dem letzten Jahrhundert. Das wird bereits aus dem Spundwandkasten, der die Bomben umgibt, abgepumpt. „Es fließt über ein Infiltrationsanlage zurück ins Grundwasser“, so die Ordnungsamtsleiterin.

Ende März geht es weiter

Ende März soll der nächste Verdachtspunkt geöffnet werden. „Bis dahin wollen wir sehen, ob es die technischen Möglichkeiten zulassen, auch zwei gleichzeitig zu öffnen. Aber es kann durchaus passieren, dass wir diesen Sperrkreis sechsmal brauchen.“ Abgeschlossen sei auch damit die Munitionssuche auf der brisanten Takeda-Fläche nicht: „Eine Reihe Trichter ist noch zu untersuchen.“

Letzte Entschärfung war Ende November

In Oranienburg waren zuletzt Ende November vergangenen Jahres vier Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht worden. Die Blindgänger hatten alle auf dem gleichen Grundstück gelegen - in acht Meter Tiefe. Die Entschärfung war schwierig. Zwei der Sprengkörper lagen übereinander. Der Kampfmittelräumdienst war bis in die Nacht im Einsatz.

Noch 300 weitere Bomben vermutet

Seit 1990 wurden in Oranienburg etwa 190 Bomben gefunden. Bis zu 300 weitere werden noch im Erdreich vermutet. Rund 20 000 Bomben sollen im Zweiten Weltkrieg auf die Stadt abgeworfen worden sein. Oranienburg war damals ein großer Standort der Rüstungsindustrie. Unter anderem gab es dort ein großes Flugzeugwerk, in dem Tausende KZ-Häftlinge arbeiten mussten.

Von Heike Bergt

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