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Bombengefahr in Oranienburg ist nicht gebannt

Weitere Blindgänger vermutet Bombengefahr in Oranienburg ist nicht gebannt

Gerade ist das Erdloch für die Entschärfung der 196. Bombe verfüllt worden, da arbeiten die Kampfmittelsucher schon fieberhaft an der nächsten Stelle. Nur einen Steinwurf entfernt, auf dem Grundstück Am Alten Hafen 13, werden zwei weitere dieser tückischen Blindgänger vermutet. Sie liegen direkt nebeneinander und nahe am Oder-Havel-Kanal.

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Mit schweren Gerät werden die beiden nächsten Grundwasserabsenkungen vorbereitet.

Quelle: Andrea Kathert

Oranienburg. Die letzte Bombenentschärfung in Oranienburg liegt gerade mal zwei Wochen zurück. Und schon geht es am Alten Hafen in Lehnitz zügig weiter. Die 500-Kilo-Bombe, die am 3. August unschädlich gemacht wurde, lag auf dem Grundstück Nummer 25. „Die Technik und die Spundwänden haben wird jetzt auf das Grundstück Nummer 13 umgesetzt“, sagt Ordnungsamtsleiterin Sylvia Holm. Die beiden Anwesen liegen nur wenige Meter auseinander. Bei dem Grundstück Am Alten Hafen 13 handelt es sich um ein städtisches Grundstück, das verpachtet wurde. Das Wochenendhaus, das darauf stand, musste abgetragen werden, um an die beiden Anomalien heranzukommen.

Paule Dietrich weiß genau, was gerade am Alten Hafen vor sich geht

Paule Dietrich weiß genau, was gerade am Alten Hafen vor sich geht. 2013 verlor er seine Unterkunft.

Quelle: Kathert

Seit 2013 läuft die systematische Suche in diesem Cluster. Im Moment deute alles darauf hin, dass die Suche planmäßig laufe, meint Sylvia Holm. Das bedeutet, dass es Anfang Oktober nähere Informationen zu den beiden Anomalien geben kann.

Drei Millionen Euro hat die Stadt auch in diesem Jahr wieder für die systematische Kampfmittelbeseitigung in ihrem Haushalt eingeplant. „Und die werden wir auch in Gänze in Anspruch nehmen“, ist sich die Ordnungsamtsleiterin sicher. Denn der Alte Hafen ist nur eine von vielen Baustellen in Sachen Bombensuche. In diesem Jahr wurden bereits die Waldstraße, Teile der Hildburghausener Straße und der Bötzower Stadtgraben abgesucht. In der Wupperstraße und der Zellerstraße laufen die Arbeiten gerade. Auch in der Koloniestraße am alten Gaswerk in Sachsenhausen sind die Kampfmittelexperten zu Gange. Restflächen der Lehnitzstraße müssen noch sondiert werden. Und nebenbei läuft die Clustersuche in der Straßburgerstraße und im Baumschulenweg. Auch in Lehnitz im Bachstelzen- und Lerchenweg wird in diesem Jahr noch bauvorbereitend nach Blindgängern gesucht. „Außerdem sind wir gerade dabei, die Aufträge für die drei Anomalien in der Lehnitzstraße 73 zu vergeben“, sagt Sylvia Holm.

Container voller Erde werden angeliefert

Container voller Erde werden angeliefert. Sie sollen das Gegenwicht für die Maschine bilden, die die Spundwände um den Fundort ohne Erschütterungen in den Boden rammen soll.

Quelle: Kathert

Angesichts dieser Liste ist klar, dass von den städtischen Mitteln nichts übrig bleiben kann. Ganz im Gegenteil. Ohne die Zuschüsse vom Land, das die Kampfmittelsuche finanziert, wäre natürlich noch weitaus weniger möglich. Von den sechs Millionen Euro des Landes für die Kampfmittelbeseitigung gehen etwa die Hälfte nach Oranienburg. In diesem Jahr sind diese Mittel fast schon ausgereizt. „Natürlich wäre es schön, wenn wir vom Land noch mehr Geld bekommen könnten“, sagt Sylvia Holm.

Der große Bohrer wird am Mittwoch zwischenzeitlich wieder abgezogen

Der große Bohrer wird am Mittwoch zwischenzeitlich wieder abgezogen. Die Technik ist sehr gefragt.

Quelle: Kathert

Die Stadt Oranienburg und andere Kommunen setzen auch ihre Hoffnungen darauf, dass sich der Bund tatsächlich an der Beseitigung von alliierter Kriegsmunition beteiligt. Einen kleinen Lichtblick konnte vor kurzem Staatssekretär Thomas Kralinski geben, als er in Oranienburg zu Gast war. Im letzten Herbst hatte der Bundestag beschlossen, sich an der Unschädlichmachung alliierter Altlasten zu beteiligen. Immerhin 60 Millionen Euro will der Bund bis 2019 beisteuern. Doch noch sind viele Fragen offen, etwa die, ob die Mittel auch für Gefahrenabwehr und systematische Kampfmittelsuche eingesetzt werden dürfen. Mit dem Entwurf der Richtlinie des Bundesfinanzministers, die festlegt, wie die Mittel zu verteilen sind, „bin ich aber noch nicht froh, so kann sie nicht bleiben“, sagte Kralinski, der als Bevollmächtigter des Landes beim Bund verhandelt. Im Moment würden noch die Kommunen bevorteilt werden, die bisher nichts für die Beseitigung der Rüstungsaltlasten getan hätten. Man sei noch mit den anderen Ländern im Gespräch. Schließlich gehe es darum, Regionen mit besonderer Not zu helfen. Und dazu zählen auf jeden Fall Oranienburg und Potsdam. „Im Herbst sind wir vielleicht ein Stück weiter“, sagte Thomas Kralinski optimistisch.

Oranienburgs Ordnungsamtsleiterin Sylvia Holm hofft, dass die Bundesmittel nicht nur an die Länder verteilt werden, sondern gleich zu den Kommunen weitergereicht werden.

Millionen für die Bombensuche

Die systematische Kampfmittelsuche ist im Haushalt der Stadt Oranienburg seit Jahren eine feste Größe. In diesem Jahr wurden wieder drei Millionen Euro eingeplant.

Das Land Brandenburg hat selbst ein Budget von etwa sechs Millionen Euro. Circa die Hälfte des Geldes fließt nach Oranienburg.

Der Bund hat sich im vergangenen Jahr dazu bekannt, die Suche nach alliierter Kriegsmunition zu unterstützen. Bis 2019 sollen bundesweit 60 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

» Rückblick:
Im November 2013 wurde eine Weltkriegsbombe amerikanischer Bauart im Oranienburger Ortsteil Lehnitz gesprengt. Die Sprengung verlief glimpflich, allerdings war das Haus, neben dem der Blindgänger gefunden worden war, nach der Detonation abrissreif.

Von Andrea Kathert

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