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Bombensituation: Nummer 5 und 6 machen Sorgen

Oranienburg Bombensituation: Nummer 5 und 6 machen Sorgen

Vier Blindgänger sind auf dem Gelände an der Lehnitzstraße 73 bereits entschärft worden, zwei weitere liegen mit großer Wahrscheinlichkeit dort noch. Ein neues technisches Verfahren mit Gel soll zum Einsatz kommen. Wahrscheinlich noch in diesem Jahr.

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Abtransport: In diesem Fall ist die Gefährlichkeit des Blindgängers bereits gebannt.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburg. Nummer vier war am 14. Dezember letzten Jahres entschärft worden. Es war eine 250-Kilo-Bombe auf dem Gelände an der Lehnitzstraße 73. Insgesamt sechs Blindgänger waren dort auf ziemlich engem Raum entdeckt worden. Im Moment ist das Areal abgeschlossen, denn Nummer fünf und sechs bereiten der Stadt noch einige Bauchschmerzen. Vor allem aber das Grundwasser in unmittelbarer Nähe der Havel.

„Die Planung der Untersuchung und Öffnung der zwei noch verbliebenen Anomalien ist noch nicht abgeschlossen“, so Sylvia Holm. Die Stadt habe verschiedene technische Verfahren zur Absenkung des Grundwassers geprüft. So viel steht fest: Zum Einsatz kommen wird ein „Gel-Injektionsverfahren“. Mit diesem Spezialverfahren wird eine Wand aus Gel direkt anschließend an den Spundwandkasten hergestellt, erklärt die Ordnungsamtsleiterin. Damit werde der Wasserzustrom verringert und „es muss nur noch eine Restwasserhaltung erfolgen“.

Mit diesem Verfahren soll erreicht werden, dass die Grube, in der der Blindgänger freigelegt und entschärft wird, sicher trockengelegt ist, keine Wassereinbrüche drohen. Aktuell werde die Ausschreibung für die „Gelwand“ vorbereitet – voraussichtlich im Oktober eine Firma beauftragt. Da diese Spezial-Tiefbaumaßnahme nur wenige Firmen ausführen könnten, „ist der Beginn der Öffnung des Verdachtspunktes unbestimmt“.

Weiteres Problem: Beide Bomben müssen parallel entschärft werden, deshalb ist ein relativ großer Bereich von der Grundwasserabsenkung betroffen. Zudem kommen in dem alten Industriegebiet mit dem abgepumpten Wasser Altlasten zum Vorschein, die herausgefiltert werden müssen – „was bei der Wassermenge nicht einfach ist. Deshalb wurde auch ein neues Verfahren nötig“, so Holm.

Die Stadt ist für die Öffnung der Anomalien und Freilegung der Blindgänger zuständig, beauftragt dafür Firmen, erst dann greifen die Sprengmeister ein. „Wir hoffen aber, dass die Grube noch in diesem Jahr zur Entschärfung an den KMBD übergeben werden kann“, so Sylivia Holm.

Mit dem neuen Ultra-Tem-Verfahren (MAZ berichtete) konnten in diesem Jahr bereites zwei Verdachtspunkte ausgeschlossen und mussten nicht aufwendig aufgegraben werden. Damit konnte die Stadt 500 000 bis 600 000 Euro einsparen.

Aktuell gibt es im Stadtgebiet einen Verdachtspunkt im Bereich des Such-Clusters „Neringstraße“, wo eine systematische Suche läuft. Dort hat sich nach Einsatz von UltraTem ein Punkt als klärungsbedürftig erwiesen. „Da dieser über beziehungsweise im Grundwasser liegt, ist eine weitere Überprüfung aber ohne eine wasserfreie Bergegrube möglich. Geplant ist das Anfang September“, so Holm. Mit einer Entschärfung werde nicht gerechnet, „da es sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht um eine intakte Bombe, sondern um Bombenteile handelt“.

Für Stadt, Räumfirmen und Sprengmeister bleibt die Lage in der Stadt weiter angespannt: Noch etwa 300 Blindgänger werden im Untergrund von Oranienburg vermutet.

Von Heike Bergt

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