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Bombensuche in Oranienburg geht weiter

Blindgänger in Lehnitz werden freigelegt Bombensuche in Oranienburg geht weiter

Im Oranienburger Ortsteil Lehnitz wird am Freitag erneut versucht, an die beiden Bombenverdachtspunkte heranzukommen. Im März war die Grundwasserabsenkung am Alten Hafen gescheitert. Falls eine Bombe gefunden wird, müssen in der kommenden Woche 4000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

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Vermächtnis fürs Gedächtnis

An dieser Stelle werden zwei Bombenblindgänger vermutet.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburg. Am Alten Hafen 25 in Lehnitz geht die Bombensuche weiter. Dort liegen vermutlich noch immer zwei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Im März sollten sie bereits freigelegt werden. Aber die Grundwasserabsenkung scheiterte. Nun ist ein neuer Test geglückt. Dieses Mal funktionieren die technischen Anlagen und die Brunnenbaufirma beginnt am Freitag damit, das Grundwasser abzusenken. Die Pumpen werden das ganze Wochenende laufen. Am Montagvormittag sollte das Ziel erreicht sein. Dann rücken die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) an und öffnen die Verdachtspunkte. Am Mittwoch soll Klarheit herrschen, ob es sich um Blindgänger handelt.

Und dann würde alles sehr schnell gehen. Am Tag darauf, am Donnerstag (4. Juni), werden die Sprengmeister versuchen, die Bomben zu entschärfen. Oder sie müssen gesprengt werden. Der Sperrkreis im Radius von 1000 Metern muss bis 8.30 Uhr geräumt sein. 4000 Menschen müssen ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Dieser Sperrkreis könnte am Donnerstag in Kraft treten.

Dieser Sperrkreis könnte am Donnerstag in Kraft treten.

Quelle: Stadtverwaltung

November 2013: 500-Kilogramm-Bombe zerstört ein Haus

Die Lehnitzer, die in der Nähe der Verdachtspunkte wohnen, werden mit Sicherheit um ihr Hab und Gut bangen. Was passieren kann, wenn eine Bombe gesprengt werden muss, haben sie im November 2013 hautnah miterlebt. Damals verlor „Paule“ Dietrich sein Zuhause und stand von heute auf morgen auf der Straße. Sein Häuschen war nach der Detonation nur noch ein Fall für die Abrissbirne. Jahrelange Arbeit beim Umbau der Gartenlaube war zunichte gemacht worden. Der Rentner wollte in dem Häuschen am Alten Hafen 21 eigentlich seinen Lebensabend verbringen. Nur ein paar Habseligkeiten waren „Paule“ geblieben.

In Lehnitz und Oranienburg setzte damals eine Welle der Hilfsbereitschaft ein. Viele Oranienburger hatten damals unkompliziert für die Betroffenen gespendet, das Stabsmusikkorps hatte ein Benefizkonzert gegeben. Mehr als 10.000 Euro kamen am Ende bei der MAZ-Hilfsaktion zusammen.

„Paule“ Dietrich aus Lehnitz verlor bei der Bombensprengung im November 2013 sein Zuhause.

„Paule“ Dietrich aus Lehnitz verlor bei der Bombensprengung im November 2013 sein Zuhause.

Quelle: Archiv Grote

Die Doppel-Anomalie am Alten Hafen sollte schon im März abgearbeitet sein. Doch der Verdachtspunkt gehört zu den drei Objekten, für deren Freilegung zum ersten Mal die Stadt Oranienburg federführend ist. Zuvor war dafür der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg zuständig. Ausgerechnet bei den schwierigen Grundwasserverhältnissen wie am Alten Hafen musste nun die Stadt ihren Mann stehen.

Erst vor zwei Wochen war am Lehnitzsee erfolgreich eine 250-Kilo-Bombe entschärft worden. Auch dort standen die Experten vor großen Grundwasserproblemen. Der Blindgänger hatte direkt in der Uferböschung gesteckt. Drei Anläufe waren nötig, um an den Bombenkörper heranzukommen.

Zeitplan für die Bomben

Am Freitag beginnt die Grundwasserabsenkung für die beiden, unmittelbar nebeneinander liegenden Bombenverdachtspunkte am Alten Hafen in Lehnitz.

Am Montag, 1. Juni, gegen 10 Uhr, soll das Absenkungsziel erreicht sein. Die Baustelle wird dann an den Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMB) übergeben. Sofort beginnt die Öffnung und Untersuchung der Bombenverdachtspunkte.

Am Mittwoch, 3. Juni, wird sich voraussichtlich herausstellen, ob es sich um zwei Bomben handelt.

Am Donnerstag, 4. Juni, werden in diesem Fall die Blindgänger gesprengt oder entschärft. Dazu würde ein Sperrkreis im Radius von circa 1000 Metern eingerichtet werden. Etwa 4000 Personen müssten ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Am Donnerstag, 4. Juni, muss der Sperrkreis bis 8.30 Uhr geräumt sein. Eine zentrale Anlaufstelle für die Betroffenen wird in der Germendorfer Turnhalle eingerichtet. Es fährt ein kostenloser Shuttle-Bus, für den der genaue Zeitplan noch bekanntgegeben wird.

Mit einer Entwarnung und Aufhebung des Sperrkreises wird gegen 16 Uhr gerechnet.

Innerhalb des Sperrkreises liegt auch der S-Bahnhof Lehnitz, so dass der Bahnverkehr voraussichtlich am Donnerstag, 4. Juni, ab 8.30 Uhr ausgesetzt wird.

Am Mittwoch, 3. Juni, richtet die Stadt Oranienburg unter der Telefonnummer 03301/60 09 00 ein Service-Telefon ein, an dem alle Fragen zur eventuellen Bomben-Neutralisierung beantwortet werden. Das Service-Telefon bleibt im Falle eines Bombenfundes bis zum Abschluss der Sprengung oder Entschärfung geschaltet.

Von Andrea Kathert

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