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Oberhavel Bommert und Sasse im Clinch
Lokales Oberhavel Bommert und Sasse im Clinch
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02:15 08.02.2016
Frank Bommert, Vorsitzender der CDU Oberhavel Quelle: Archiv
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Kremmen

Frank Bommert, Chef der CDU in Oberhavel, wirft Kremmens Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (SPD) vor, gelogen zu haben. Sasse weist diese Vorwürfe zurück.

Konkret geht es diesmal um eine Aussage Sasses betreffs der geplanten neun Häuser für Flüchtlinge in der südlichen Altstadt (MAZ berichtete). Die Stadt baut auf eigene Kosten und nimmt dafür einen Kredit auf. In der Stadtverordnetenversammlung und auch auf einer der Beschlussvorlagen zu dem Bauvorhaben, ließ der Bürgermeister verlauten, es habe dazu aber auch ein Gespräch mit Klaus-Peter Fischer von der Oberhavel-Holdung gegeben. In diesem Gespräch habe Fischer Sasse zugesichert, dass die Holding die Häuser von der Stadt abkaufen würde.

Auf Nachfrage Bommerts wiederholte Sasse in der jüngsten Sitzung des Parlamentes seine Aussage. Bommert bezweifelte das. Daraufhin fragte Bommert den Holding-Geschäftsführer Fischer per Brief – und bekam eine Antwort. Der Schriftverkehr liegt der MAZ vor. Im Antwortschreiben sagt Klaus-Peter Fischer, dass es „kein Kaufangebot seitens der Holding“ gebe. Interesse sei nur für die ursprünglich mal geplante Containeranlage am Bahnhof bekundet worden.

Frank Bommert ist empört. „Ich kann mir das nicht erklären“, sagte er. Aus seiner Sicht könne Sasse sich keine Fehler eingestehen. „Er hat uns wissentlich und auf Nachfrage belogen“, so Bommert weiter.

Klaus-Jürgen Sasse sieht den Fall anders. Er vermutet ein Missverständnis seitens Klaus-Peter Fischers. „Vielleicht meint er was anderes.“ Das Gespräch mit Fischer habe Sasse in Anwesenheit von Hauptamtsleiterin Bianca Haak geführt, sie könne bezeugen, dass es so verlaufen sei. Schriftlich festgehalten worden sei diese Aussage jedoch nicht.

Der Bürgermeister hat Klaus-Peter Fischer um ein weiteres Gespräch gebeten und hofft, dass dann auch Landrat Ludger Weskamp dabei sein wird, um dieses Thema zu klären.

Für den Bau der Häuser ist diese ganze Thematik letztlich irrelevant, hier geht es um einen ­persönlichen Streit, um eine Frage des Vertrauens. Denn wie be­richtet wird die Stadt das Projekt selbst stemmen, der Kauf durch den Landkreis sei vorher nur eine der Überlegungen gewesen, so Sasse.

Darüber hinaus kritisiert der Bürgermeister wiederum Frank Bommert. Er wolle durch Intrigen andere in Misskredit ziehen, so der Bürgermeister. „Das ist nichts anderes als Wahlkampf“, so Sasse weiter – in Hinblick auf die Bürgermeisterwahl im November.

Seitdem im Herbst 2015 die CDU das Abwahlverfahren gegen Detlef Reckin im Parlament und im Ortsbeirat gefordert hatte, streiten sich Sasse und Bommert immer wieder – auch öffentlich in den Sitzungen des Stadtparlamentes. Ein Ende dieses Zwists ist offen.

Von Robert Tiesler

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