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Beim Wandern kommt's auf die Hülle an

MAZ bewegt in Oberhavel Beim Wandern kommt's auf die Hülle an

Bei der Wanderung zum Abschluss von "MAZ bewegt" ging es auf eine 14 Kilometer lange Tour. Damit den Wandergesellen bei zweistelligen Minusgraden nicht die Glieder einfrieren, haben sie sich zum Teil in fünf Schichten gehüllt. Fazit: Selbst zwölf Grad unter null lassen sich aushalten, wenn man sich bewegt. –

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Wanderführer Wolfgang Pagel vom Berliner Wanderverband gibt die Richtung ab Borgsdorf vor, die MAZ-Leser folgen ihm. Trotz der Eiseskälte fanden sich rund 30 Hobby-Wanderer zusammen.

Quelle: Robert Roeske

Borgsdorf. Am S-Bahnhof in Borgsdorf nahm Anführer Wolfgang Pagel die Gruppe gestern in Empfang und geleitete sie über die Kirche in Pinnow schließlich zum Zielort Birkenwerder.

Die Kälte ließ sich bei zwölf Grad unter null noch aushalten. Auf die richtige Kleidung kam es eben an. "Ich habe vier, fünf Schichten übereinander an", sagte Wanderführer Pagel, der im Stechschritt vorneweg lief und auf dem Weg nach Birkenwerder Informationen rund um den Wanderweg bereit hielt. "Das Schlimmste bei dem Wetter ist nicht die Kälte, sondern das Eis auf dem Boden", erklärte Pagels Frau Heidrun, die am Ende der Gruppe die Nachhut bildete und auch gleich den Evergreen unter den Wandersprüchen bereit hielt. "Es gibt ja kein unpassendes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung", fachsimpelte die passionierte Wanderin. Jedoch sei das Wandern bei Regen nicht immer zu empfehlen, sagte Heidrun Pagel weiter.

Oberhavel, 26.01.2014 - Mit der Wanderung vom S-Bahnhof Borgsdorf über Pinnow, Hohenschöpping und Hohen Neuendorf zum S-Bahnhof Birkenwerder endete am Sonntag die Aktion „MAZ bewegt“. Bei knackigen Minusgraden ging es durch die Havelniederung.

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Dass es irgendwie doch nur auf die Kleidung ankommt, machte auf dem Weg zur Pinnower Kirche gleich ein Blick auf das Schuhwerk der Marschtruppe deutlich. Lederschuhe? Pustekuchen. Wanderstiefel in allen Variationen machten den Marsch für fast alle Teilnehmer erträglich. Und die Schuhe erzählen manchmal eine Geschichte.

So auch im Fall von Teilnehmer Joachim Thamm aus Oranienburg. Seine braunen halbhohen Wanderschuhe trägt er seit den 1980er-Jahren. "Ich habe die Schuhe damals aus dem Westen geschenkt bekommen", erzählte er beim Marsch durch den ersten Waldabschnitt. "Dem Besitzer wurden die Zehen amputiert und er konnte sie daher nicht mehr gebrauchen", erklärte Thamm weiter. So kam es also, dass die Treter nach Oranienburg in die DDR kamen und seitdem die Füße von Thamm auf seinen Wandertouren durch Oberhavel begleiten. Seit der 70 Jahre alte Thamm im Ruhestand ist, hat er das Wandern für sich entdeckt. "Man bewegt sich, es tut gut und man ist in der Natur", sagte er und behielt Recht.

Trotz der Minusgrade waren die Gliedmaßen aufgetaut, die Körpertemperatur stieg etwas und die Füße gaben nicht auf. Den Wanderschuhen sei Dank. Und dem, was Mann (und Frau) so drunter tragen. Bei Karl John, mit 79 einer der ältesten Teilnehmer, musste es eine lange Unterhose sein. "Das ist eine Grundvoraussetzung, um nicht eingefroren am Ziel anzukommen", erklärte John.

Nach fünf Stunden, 14 Kilometern und einem Zwischenstopp imGasthaus "Zum weißen Schwan" in Velten, wo Wirtin Hannelore Schaarschmitt den Wanderern Soljanka und heißen Tee servierte, erreichte die Gruppe schließlich den S-Bahnhof in Birkenwerder.

Bilder: Fotos von der Wandertour sind unter www.MAZ-online.de/wandern zu finden

Von Marcel Jarjour

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