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Oberhavel Brandanschlag: Geständnis abgelegt
Lokales Oberhavel Brandanschlag: Geständnis abgelegt
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00:33 30.03.2018
Ein Fleck vom brennenden Molotowcocktail war am Vormittag des Ostersonnabend, 15. April 2017, in Kremmen noch zu sehen. Quelle: MAZ-Archiv
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Kremmen

Prozessauftakt am Dienstag im Landgericht in Neuruppin: Angeklagt sind Robert U. (29) und Nico B. (35) aus Kremmen. Ihnen wird vorgeworfen, sich am 15. April 2017 entschieden zu haben, das Flüchtlingsheim an der Berliner Straße in Kremmen anzugreifen. Robert U. soll zwei Molotowcocktails in Richtung des Hauses B geworfen haben.

Während der Vernehmung legte Robert U., der seit August 2017 in Untersuchungshaft sitzt, ein umfassendes Geständnis ab. Beide waren sie am Vorabend bei Robert U. zu Hause und sprachen unter anderem über die Flüchtlingspolitik und über ihren Ärger darum. Sie sahen sich eine Sammlung von U. mit alten Münzen und Fotos an. Der 35-jährige B. berichtete von einer Whats-App-Gruppe auf dem Smartphone, in der es um die Flüchtlingsthematik gegangen sei. Sie hatten mehrere Bier getrunken. Im Laufe des Abends musste die Polizei dort wegen ruhestörender Musik anrücken.

Zwei Molotowcocktails gebaut

Robert U. sagte aus, dass er täglich trinke, zusätzlich Amphetamine nehme, geschnupft als Pulver – um wach zu bleiben. Später ging U. nach eigenen Angaben in den Keller. Er baute zwei Molotowcocktails, aus 0,33-Liter-Bierflaschen. Wie es von dem vorherigen Gespräch zu diesem Plan kam, blieb am Dienstag offen. „Der Plan war, denen Schrecken einzujagen“, so der 29-Jährige. Gemeint sind die Bewohner des Asylbewerberheimes.

Wie Robert U. weiter sagte, wollte ihm sein Freund Nico B. von der Tat abbringen, es ihm ausreden. Dies sei ihm nicht gelungen. Stattdessen gingen sie zunächst zu B. nach Hause, um weiteres Bier zu holen. Von dort aus liefen sie gute zwei Kilometer zur Asylunterkunft. Die Molotowcocktails hatte U. im Rucksack, außerdem ein Gurkenglas mit weiterem Benzin. Sie stellten sich auf den Bahndamm neben dem Heimgelände, auch dort sagte B., dass er bei dem Vorhaben nicht mitmache. Also ging U. allein in Richtung Gelände. Er warf zwei Molotowcocktails. Einer ist an der Hauswand abgeprallt, der andere am Fenster oder Fensterrahmen – das konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden. „Es war nicht die Absicht, das Fenster zu treffen“, so U. in der Vernehmung. Richter Udo Lechtermann wollte wissen, ob Licht im Zimmer brannte. „Ja“, sagte U. Das brennende Gurkenglas ließ U. stehen und flüchtete. Sein Freund B. hatte sich währenddessen vom Bahndamm aus vom Tatort entfernt.

Ein Streich? Alles andere als das!

Der Richter wollte wissen, ob U. die Tat für schlau gehalten habe. U. antwortete, dass er in dem Moment nicht darüber nachgedacht habe. „In meinen Augen war das Streich“, so sprach er über seine damalige Sicht. „Aber wir sind uns einig, dass das alles andere als ein Streich war“, so der Richter. Später wollte Udo Lechtermann noch wissen, was passiert wäre, wenn es im Haus zu einem Brand gekommen wäre. „Weiß ich nicht“, antwortete U. Anders klang das in einer früheren Vernehmung seines Freundes B. Wie ihm am Dienstag vorgehalten wurde, soll B. nach seiner Festnahme im November Folgendes dazu ausgesagt haben: Es wäre U. egal gewesen, wenn das Haus abgebrannt wäre. Vor dem Landgericht wollte B. diese Aussage gestern so aber nicht noch mal tätigen, letztlich dementierte er sie aber auch nicht.

Unklar ist weiterhin die Rolle, die Nico B. bei der Tat spielte. Beide Angeklagte sagten aus, dass B. von Anfang an dagegen gewesen sei, eine solche Tat auszuüben. Richter Lechtermann wollte von B. wissen, wieso er dennoch mitgelaufen sei. „Ich dachte, er meint es nicht ernst“, sagte B. Unklar in dem Zusammenhang ist auch ist die Rolle der von U. getragen Gummihandschuhe. Sie stammen vom Mitangeklagten B. Laut früherer Aussage habe er sie U. in dieser Nacht zur Verfügung gestellt. Inzwischen können sich beide an den genauen Ablauf nicht mehr erinnern.

Für Donnerstag ist der zweite Verhandlungstag angesetzt.

Von Robert Tiesler

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