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Oberhavel „Das war ein Anschlag auf die Stadt Kremmen“
Lokales Oberhavel „Das war ein Anschlag auf die Stadt Kremmen“
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00:50 19.04.2018
Die Brandsätze wurden über den Zaun geworfen und landeten auf dem Gehweg zwischen den Häusern. Quelle: Sebastian Morgner
Kremmen

In Kremmen (Oberhavel) ist in der Nacht zum Samstag ein Brandanschlag auf eine Asylunterkunft verübt worden. Unbekannte Täter hätten gegen 3 Uhr zwei Molotow-Cocktails über den Zaun geworfen, teilte die Polizei am Samstag mit. Ein lauter Knall habe den Wachschutz alarmiert, sagte eine Polizeisprecherin. Der eine Brandsatz hatte sich auf dem Rasen entzündet. Der Wachschutz bekämpfte ihn schnell mit einem Feuerlöscher. Der zweite Brandsatz entzündete sich nicht.

Die Kriminalpoli sicherte am Morgen Spuren am Tatort. Quelle: Sebastian Morgner

Die Polizei setzte eine Ermittlungsgruppe ein. Zunächst würden Zeugen befragt, sagte die Sprecherin. „Vielleicht hat jemand etwas gesehen.“ Die Kriminalpolizei war am Morgen vor Ort und sicherte Spuren.

Bürgermeister verurteilt die Tat aufs Schärfste

Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) zeigte sich am Mittag schockiert über den Vorfall. „Das war ein Anschlag auf die Stadt Kremmen“, sagte er gegenüber der MAZ. Er hoffe, dass die Täter so schnell wie möglich ermittelt würden. Seit dem Einzug der Flüchtlinge im Oktober habe es keine Probleme gegeben, berichtet er, weder unter den Asylbewerbern noch mit den Bewohnern der Stadt.

Unter den Flüchtlingen herrscht nun Angst und Unsicherheit. „Heute Nacht ist etwas Schreckliches passiert“, sagt Marie Tsafack Tenekeu, die seit vier Monaten in der Unterkunft lebt. Die 26-Jährige hatte in der Nacht nichts mitbekommen, erst am Morgen bemerkte sie den beißenden Geruch und sah die Glasscherben vor ihrem Wohnhaus liegen. „Wir haben Angst, dass morgen oder übermorgen dasselbe passiert.“

Die Asylunterkunft in der Berliner Straße besteht aus mehreren Häusern, die auf einem eingezäunten Grundstück an der Berliner Straße liegen. Seit Oktober 2016 leben dort Flüchtlinge, nach Angaben der Polizei sind es derzeit etwa 70.

In Nauen brannte vor zwei Jahren eine Turnhalle

In Brandenburg ereigneten sich in den letzten Jahren mehrere Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte. Ein Brandanschlag, der weniger glimpflich ausging, bleibt dabei besonders in Erinnerung. Im August 2015 ist eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen (Havelland) nach einem Brand komplett zerstört worden. Schnell war klar, dass es Brandstiftung war, im März 2016 nahm die Polizei mehrere Tatverdächtige fest, darunter Maik Schneider. Der ehemalige NPD-Politiker wurde nach einem monatelangen Prozess im Februar diesen Jahres zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Die als Flüchtlingsunterkunft geplante Turnhalle wurde von dem Brand komplett zerstört. Quelle: Julian Stähle

Von MAZonline

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