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Brandenburgisch-brasilianische Freundschaft

Gouverneur und Staatssekretär besiegeln in Oranienburg Pläne zum kulturellen Austausch Brandenburgisch-brasilianische Freundschaft

Der brasilianische Bundesstaat Pernambuco und das Land Brandenburg kooperieren künftig in den Feldern Kultur und Wissenschaft. Das kündigten der Gouverneur von Pernambuco, Eduardo Campo, und Staatssekretär Martin Gorholt bei einem Zusammentreffen im Schloss Oranienburg an.

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Der brasilianische Gouverneur Eduardo Campo, Staatssekretär Martin Gorholt und Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joacheim Laesicke (v. l.).

Quelle: Marco Paetzel

Oranienburg. Vor der Wende war das Schloss in der Hand der Kasernierten Volkspolizei. „Die sollte uns vor Ländern wie Brasilien abschirmen“, sagte Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke am Montag. Umso schöner sei es, dass jetzt Brasilianer hier zu Gast seien. Eduardo Campo, Gouverneur des brasilianischen Bundesstaats Pernambuco, ließ sich die kleine Schmeichelei übersetzen. Dann lächelte er milde in Laesickes Richtung. Zum ersten Mal war am Montag eine brasilianische Delegation zu Besuch im Oranienburger Schloss.

Das Land Brandenburg verbindet mit den Südamerikanern eine gemeinsame Geschichte. Im 17. Jahrhundert setzte Johann Moritz von Nassau-Siegen als Gouverneur von Niederländisch-Brasilien, einer Handelskompanie, wichtige Impulse für die Entwicklung des heutigen Bundesstaates Pernambuco und der Großstadt Recife. Zudem war er Vertrauter und Stadthalter des Großen Kurfürsten von Brandenburg. Eine kleine Sitzgruppe aus Elfenbein, die von Nassau-Siegen 1652 in Brasilien gekauft hatte, ist heute noch Teil der Ausstellung im Schloss. Genau wie zwei große Ölgemälde des niederländischen Malers Frans Post, die die alte Stadtanlage von Recife zeigen. Eduardo Campo ließ sich diese Schätze von Hans-Joachim Laesicke zeigen. Die kleine Tour ging auch durch Porzellan- und Silberkammer. Blitzlichtgewitter war an diesem Tag ausnahmsweise erlaubt. „Alles sehr gepflegt“, ließ Eduardo Campo von der Dolmetscherin übersetzen.

Ein paar Minuten zuvor hatte der brasilianische Gouverneur mit dem brandenburgischen Kulturstaatssekretär Martin Gorholt eine Absichtserklärung unterzeichnet. Demnach wollen das Land Brandenburg und Pernambuco in den Feldern Kultur und Wissenschaft enger zusammenarbeiten. Ein Kulturabkommen zwischen Brasilien und Deutschland gibt es schon seit 1969. Angedacht ist nun etwa eine Kooperation mit dem Land Brandenburg bei Themen wie Denkmalschutz oder dem Umgang mit Kulturerbe. Zudem sollen sich Künstler und Wissenschaftler regelmäßig austauschen. Man wolle mit der Erklärung alte Beziehungen auffrischen, sagte Staatssekretär Martin Gorholt „Es soll dabei langfristig etwas wachsen.“ Die Kultur könne helfen, die Partnerschaft beider Länder zu vertiefen.

Nach der Führung durch das Schloss verschwand Gouverneur Campo wieder in seiner Limousine. Als nächste Station stand die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen auf dem Plan, sagte seine Dolmetscherin. Vorher drückte ihm Hans-Joachim Laesicke ein Büchlein über Oranienburg in die Hand. Campo revanchierte sich. Er schenkte Laesicke zwei Bilder des Malers Friedrich Hagedorn (1814–1889). Beide zeigen die Stadt Recife um 1855. Doch damit nicht genug. Campo lud Laesicke auch ein, Recife zu besuchen. „Dann könnten wir Städtepartner werden“, übersetzte die Dolmetscherin. Richtig begeistert war der Oranienburger Verwaltungschef davon nicht. Eine Partnerschaft mit einer brasilianischen Stadt klinge zwar reizvoll. „Aber die Entfernung ist einfach zu groß, das hat keinen Sinn“, sagte Laesicke. Campo bekam die kleine Abfuhr nicht mehr mit. Er war schon auf dem Weg nach Sachsenhausen.

Von Marco Paetzel

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