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Oberhavel Brandstifter zu sieben Jahren Haft verurteilt
Lokales Oberhavel Brandstifter zu sieben Jahren Haft verurteilt
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00:19 18.11.2017
Der Täter hatte die Wohnung, das Auto, eine Pferdekutsche und auch den Bauwagen in Brand gesteckt. Quelle: Julian Stähle
Mühlenbeck

Enttäuschte Liebe ließ einen unbescholtenen jungen Mann zum Brandstifter und versuchten Mörder werden. Danny K. hat zur Überzeugung der Richter am 5. März dieses Jahres in einem Mehrfamilienhaus im Mühlenbecker Ortsteil Feldheim Feuer gelegt und außerdem das Auto, einen Bauwagen und eine Kusche seiner früheren Lebensgefährtin in Brand gesetzt.

Am Dienstag verurteilte die erste große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin den 27-jährigen Danny K. zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren.

Motiv: Verschmähte Liebe

„Wer außer ihm soll das gewesen sein und warum?“ fragte der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann. Nur der Angeklagte hatte ein erhebliches Motiv, nämlich verschmähte Liebe. Am Vorabend der Tat hatte eine gemeinsame Kutschfahrt in ihm die Hoffnung erweckt auf ein Wiederaufleben der von seiner Ex-Freundin Anfang des Jahres beendeten Beziehung. Diese war offensichtlich an den unterschiedlichen Vorstellungen gescheitert. Sie, einige Jahr jünger als er, wollte das Leben genießen, er dagegen liebte die Zweisamkeit.

Am 4. März sah es für ihn nach der von ihm erhofften Annäherung zwischen ihnen aus. „Er zog den unzutreffenden Schluss, dass alles wieder aufwärts geht. Er war euphorisch“, so Lechtermann. Die Freundin dann mit einem anderen zu sehen, stürzte ihn in Verzweiflung. So kam es zu der folgenschweren Tat. „Er wollte Rache nehmen für die erlittene Schmach und das gründlich. Deshalb steckte er alles, was ihr gehörte, in Brand“, sagte Richter Lechtermann.

Täter nahm Flammentod der Bewohner in Kauf

Danny K. kippte Benzin vor ihrer Wohnungstür aus, legte Feuer an die nach oben führende Holztreppe, so dass den vier Bewohnern in der ersten Etage der Fluchtweg abgeschnitten war. „Dabei hat er, wenn nicht beabsichtigt, zumindest in Kauf genommen, dass die Bewohner in den Flammen umkommen“, sagte Lechtermann. Das ist ein versuchter Mord.

Außerdem zündete der Angeklagte einen Bauwagen, den er ihr geschenkt hatte, und in dem sie Pferdeutensilien aufbewahrte an, ihr Auto und eine Pferdekutsche an. „Es ist augenfällig, dass sich die Taten gegen seine Ex-Freundin richten“, sagte Lechtermann. Außerdem hatte Danny K. noch das Koppeltor geöffnet, um die Pferde frei zu lassen. Ob, um ihr eins auszuwischen oder aber den Tieren die Möglichkeit zu geben, sich in Sicherheit zu bringen, konnte nicht geklärt werden.

Bewohnerin bekommt 2500 Euro Schmerzensgeld

Aus Sicht des Gerichts sprach für den Angeklagten lediglich, dass er bisher ein unbescholtenes Leben geführt hat. Bis zu seiner Verhaftung hatte er als Zimmermannsgehilfe gearbeitet. Außerdem gingen die Richter davon aus, dass Danny K. im Zustand verminderter Steuerungsfähigkeit gehandelt hat. Zum einen hatte er sich in der Nacht betrunken, zum anderen war er in einer psychischen Verfassung gewesen, „in der ihm klares Denken nicht möglich war“, so Richter Lechtermann.

Für eine Bewohnerin hatte die Brandstiftung ganz massive psychische Folgen: Sie ist noch heute in psychologischer Behandlung. Ihr sprach das Gericht ein Schmerzensgeld von 2500 Euro zu. „Sie hat es am schlimmsten getroffen“, so Lechtermann. Ein anderer Bewohner hat Anspruch auf 500 Euro, die Ex-Partnerin auf 1000 Euro. Außerdem ist der Angeklagte verpflichtet, ihr den durch die Brandstiftung entstandenen Schaden zu ersetzen.

„Für Mord gibt es lebenslänglich“, so Lechtermann. Da es beim Versuch blieb und Danny K. vermindert schuldfähig war, reduzierte sich der Strafrahmen allerdings auf sechs Monate bis elf Jahre und drei Monate. Für einen versuchten Mord, schwere Brandstiftung, Sachbeschädigung und eine Trunkenheitsfahrt verhängte das Gericht insgesamt sieben Jahre.

Von Dagmar Simons

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