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Oberhavel Britta und die harten Jungs
Lokales Oberhavel Britta und die harten Jungs
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02:15 10.06.2017
Britta Steffen zeigte den Stahlwerkern im Stadtbad ein paar grundlegende Trainingsmethoden. Quelle: Foto: Enrico Kugler
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Hennigsdorf

Es gibt Tage, da muss er ganz nach oben auf den blauen Kran. Mit seinen 25 Metern ragt das eiserne Ungetüm bis unters Dach der Werkshalle. „Wenn du da oben arbeitest, musst du fit sein“, sagt Tobias Marquardt. Für seinen Körper tut er deshalb Einiges. Der 30-Jährige läuft, fährt Rad und schindet sich mehrmals wöchentlich im Fitnessstudio. Am Mittwoch stellte sich der Kranschlosser zusammen mit Stahlwerks-Kollegen einer neuen Herausforderung. Im seichten Wasser des Hennigsdorfer Stadtbades zog er seine Bahnen, joggte förmlich im kühlen Nass oder schwamm auf dem Rücken, nur angetrieben von den Füßen. Ein paar Minuten später schwammen die Stahlwerker, so schnell sie nur konnten – über und unter Wasser.

Das alles geschah unter den strengen Augen eines Profis. Am Beckenrand im Stadtbad stand Britta Steffen, bis heute schnellste Schwimmerin der Welt. Die gebürtige Schwedterin, die 2013 ihre aktive Karriere beendete, hält noch immer den aktuellen Langbahn-Weltrekord über 50 Meter Freistil (0:23,73 Minuten). Dazu ist Britta Steffen mehrfache Welt- und Europameisterin, im Jahr 2008 wurde die Schwimmerin auch Doppel-Olympiasiegerin.

Die 33-Jährige war nach Hennigsdorf gekommen, um den Stahlwerkern eine kostenlose Trainingseinheit zu geben. Sie lachten viel, der Spaß stand im Vordergrund. Und nicht immer spurten die harten Jungs. „Ich sage, sie sollen zwei Bahnen schwimmen, die Männer schwimmen nur eine. Genau deshalb will ich nicht Trainerin werden“, flachste der Ex-Schwimmstar.

Britta Steffen selbst schwimmt noch zweimal in der Woche, jeweils etwa 45 Minuten. Schon eine halbe Stunde Training im Wasser sei vergleichbar mit zwei Stunden Jogging. Dazu noch einmal die Woche Ausdauertraining im Fitnessstudio sei optimal, so der Ex-Profi. Bei den Stahlwerkern sei der Trainingsstand aber sehr unterschiedlich, was die Übungen schwieriger mache. „Da sind die einen überfordert, und die anderen eher unterfordert.“

Ihr Besuch fand im Rahmen der Barmer-Aktion „Spitzensportler bewegen Mitarbeiter“ statt, bundesweit waren noch andere bekannte Sportler im Einsatz. Mit dabei waren auch die dreifache Biathlon-Olympiagewinnerin Kati Wilhelm und die dreifache Box-Weltmeisterin Ina Menzer. Zudem unterstützten Skisprung-Olympiasieger Martin Schmitt, der Beachvolleyball-Goldmedaillengewinner Jonas Reckermann und der Ex-Zehnkämpfer Frank Busemann die Krankenkasse beim Präventionsprojekt.

Die Vorbeugung tut Not, sagt Stahlwerks-Betriebsrat Detlef Krebs. „Die Zahl der Muskelskeletterkrankungen, zum Beispiel die Bandscheiben, ist im Betrieb in den letzten Jahren gestiegen.“ Der Bedarf zur Prävention von Rücken-, Nacken- und Schultererkrankungen sei groß, und natürlich spiele Sport auch eine große Rolle für die seelische Gesundheit. Möglichkeiten zum Sporttreiben neben der Arbeit gibt es im Werk genug: die Stahlwerker können im Fußballteam, der Laufgruppe, einem Radteam oder einem Hennigsdorfer Fitnessstudio schwitzen – die Beiträge dort werden bei regelmäßigem Besuch betrieblich gefördert. Zudem soll es im nächsten Jahr einen Fitnessraum im Garderobenhaus des Stahlwerks geben, in dem bis zu 20 Leute parallel trainieren können.

Das Problem ist nur, dass bislang nur etwa 20 Prozent der rund 670 Stahlwerker diese sportlichen Angebote nutzen. „Die Kollegen finden 1000 Gründe, warum sie nicht kommen. Aber keinen, warum sie es tun sollten“, klagt Betriebsrat Krebs. Das Wasser-Workout mit Britta Steffen sollte auch Motivation sein. Immerhin will das Stahlwerk demnächst auch eine Gruppe für Wassergymnastik aufbauen. Doch am Ende war die Beteiligung enttäuschend, ursprünglich hatten 25 Stahlwerker zugesagt. Nur acht schwammen dann mit.

Von Marco Paetzel

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