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Oberhavel Buch: Norbert Stolley und seine Erinnerungen
Lokales Oberhavel Buch: Norbert Stolley und seine Erinnerungen
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07:13 12.01.2018
Norbert Stolley (66) mit dem Buch, das Interessierte in seinem Kremmener Lokal kaufen können. Quelle: Enrico Kugler
Kremmen

Ein Leben ohne Bier ist wie ein Ozean ohne Wasser. Es gibt nichts Wertvolleres als einen guten Freund, außer einen guten Freund mit Schokolade. Ein Tag ohne Lachen ist wie ein Windbeutel ohne Sahne.

Das sind nur drei von diversen Sprachblasen aus dem Mund von Norbert Stolley. Der Kremmener Gastwirt betreibt im Scheunenviertel seit 2007 nicht nur sein Lokal „Coldehörn“. Zu seinem 50. Berufsjubiläum als Koch im vergangenen Jahr hat er auch ein kleines Büchlein herausgegeben: „Neeein, sag mir, dass das nicht wahr ist ...“ Unter diesem neckischen Titel hat er Erinnerungen zusammengetragen, er beschreibt darin aber auch Begebenheiten, die ihm immer wieder unterkommen. Auch erzählt er aus seinem Privatleben. Untertitel: „Bemerkenswerte Geschichten und der kurz beschriebene Lebenslauf eines Kochs“.

Buchverkauf im Restaurant. Quelle: Enrico Kugler

„Das ist aus einer Laune heraus entstanden“, erzählt Norbert Stolley. „Es sind Geschichten, die ich hier auch mit Gästen erlebt habe.“ Immer wieder kam der Gedanke: „Das müsstest du aufschreiben.“ Tatsächlich schrieb er dann einfach los. Ein bisschen über die Kindheit, über Zeiten, die ihm gefallen haben. „Aber irgendwie war alles durcheinander, das passte dann noch nicht.“ Eigentlich sollte das Buch schon im August 2016 fertig sein – es verzögerte sich dann bis zum Dezember 2017. „Ich habe mich im Urlaub hingesetzt und alles neu sortiert.“ Gedruckt wurde das Buch beim Verlag Sonnenbogen in Marwitz. „Es sollte Farbe ins Spiel kommen“, erzählt der Gastwirt. Das ist auch der Grund, warum es in diesem Buch hin und wieder Seiten gibt, die rot sind oder gelb oder grasgrün.

Blick ins Coldehörn. Quelle: Enrico Kugler

Zu seinen Lieblingskapiteln im Buch zählt das über das Pinkeln. Wenn nämlich Männer im Restaurant auftauchen, die mit den Händen in den Hosentaschen nach einer Toilette fragen und sich danach rausstehlen wollen, ohne 50 Cent gezahlt zu haben.

Etwa 130 von den Büchern hat er bereits verkauft. Wer das „Coldehörn“ besucht, sieht die Exemplare gleich am Eingang auf einem Tischchen stehen. Es seien vor allem Gäste, die bislang zugegriffen haben. Insgesamt 500 Bücher hat Stolley in Marwitz drucken lassen. „Viele Leute sagen dann, ich solle doch auch mal was in ihr Buch schreiben“, erzählt der Kremmener. Eine Lesung hat er bis jetzt noch nicht veranstaltet, aber er denkt darüber nach, es noch zu tun.

Der Chef vom Coldehörn in Kremmen, Norbert Stolley stellt sein neues Buch vor. Quelle: Enrico Kugler

Der 66-Jährige hat zu Weihnachten von einem Gast eine Kladde geschenkt bekommen – darin kann er nun weitere Erlebnisse festhalten. „Ich habe schon einiges darin festgehalten“, sagt Norbert Stolley und lächelt. Obwohl er das Rentenalter schon erreicht hat, will er noch lange nicht aufhören. „Wir haben einen neuen Küchenblock in unser Lokal einbauen lassen.“ Auch eine neue Tafel gibt es sowie diverse neue Geräte und Maschinen. „Das würde ich ja nicht machen, wenn wir den Laden in einem Jahr zumachen würden“, sagt er. „Aber wir machen weniger. Wir merken, dass wir ein gewisses Alter erreicht haben. Wir informieren unsere Gäste, wenn wir außerplanmäßig mal zumachen müssen.“

70 Prozent der Kunden von Norbert Stolley und seiner Frau Charlotte im „Coldehörn“ sind Stammgäste. „Teilweise kommen sie immer wieder an festen Tagen zu uns“, erzählt er. Einige seien schon zu Freunden geworden, die auch mal ein paar Sonderwünsche erfüllt bekommen.

Von Robert Tiesler

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