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Oberhavel Bürger kamen zu Wort
Lokales Oberhavel Bürger kamen zu Wort
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02:15 20.05.2017
Der MAZ-Stammtisch kam gut an bei den Gästen, er führe Einwohner zusammen und biete Gelegenheit, sich über Probleme auszutauschen, hieß es. Quelle: Enrico Kugler
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Zühlsdorf

Im „Heidekrug“ in Zühlsdorf fanden sich am Dienstagabend Einwohner aus dem Mühlenbecker Land mit seinen Ortsteilen Mühlenbeck, Schildow, Schönfließ und Zühlsdorf sowie aus Glienicke ein. Sie folgten der Einladung der Märkischen Allgemeinen zum ersten MAZ-Stammtisch im Rahmen unserer Serie „Zu Hause in ...“. Denn seit acht Wochen berichten die Redakteure verstärkt aus dem Mühlenbecker Land und aus Glienicke. Beim Stammtisch kamen die Menschen aus dieser Region zu Wort, konnten Kritik üben, Anregungen geben und sich einfach mal austauschen. Die Zühlsdorfer unter den Gästen freuten sich natürlich, dass diese lockere Runde in ihrem doch etwas abgelegenen Ortsteil stattfand.

Sebastian Morgner, Redaktionsleiter der MAZ in Oranienburg begrüßte alle zwölf Gäste des Stammtisches, dankte insbesondere dem Betreiber des“Heidekrugs“, Mario Böhme, der seine Gaststätte für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt hatte. Mit dabei waren die für die Gemeinden zuständigen Redakteure Helge Treichel und Marion Bergsdorf sowie MAZ-Fotograf Enrico Kugler.

Der Ortsteil Zühlsdorf mit 2163 Einwohnern gehört zur Gemeinde Mühlenbecker Land. Quelle: Enrico Kugler

Eines der Hauptthemen des Abends war der Ausbau von Anliegerstraßen in Zühlsdorf. Die Straßenausbaubeiträge seien mit 75 Prozent der Kosten einfach zu hoch. Das könnten sich die Anlieger nicht leisten, sagte Jürgen Kastl. Er schlug vor, dass sich der Bund am Bau kommunaler Straßen beteiligen soll. „Das sind doch dann auch unsere Steuern“, hielten andere Zühlsdorfer entgegen. Inka Gossmann-Reetz, Landtagsabgeordnete (SPD) für die S-Bahn Gemeinden, berichtete, dass in Hohen Neuendorf sogar 90 Prozent der Straßenausbaukosten auf die Anlieger umgelegt würden. Aus einem einfachen Grund: „Mit dem Straßenausbau steigt der Wert eines jeden anliegenden Grundstückes. die Abgeordneten in Hohen Neuendorf möchten nicht die Wertsteigerungen der Grundstücke finanzieren.“ Klaus Britzke aus Schönfließ ergänzte: „Deshalb sind in Hohen Neuendorf auch viel mehr Straßen gebaut worden.“

Die Teilnehmer am MAZ-Stammtisch vor dem „Heidekrug“ in Zühlsdorf. Quelle: Enrico Kugler

Weiteres Thema beim Stammtisch waren die Einkaufsmöglichkeiten. Da sei Zühlsdorf echt schlecht dran, meinte Werner Hantke. 1985 sei er aus Berlin nach Zühlsdorf gezogen, da gab es noch Konsum, Fleischer und Bäcker. Wer heute kein Auto habe, sei aufgeschmissen. die Leute seien nach der Wende eben woanders zum Einkaufen hingefahren. Ursel Liekweg sagte, Betreiber für einen Supermarkt seien in Zühlsdorf willkommen. „Doch es kommt keiner“, es rechne sich wegen der geringen Einwohnerzahl wohl nicht. Gossmann-Reetz ergänzte: „Die großen Supermarkt-Ketten wären schon da, wenn es sich lohnen würde.“ Britzke, ehemaliger Bürgermeister vom Mühlenbecker Land riet: „Dann muss Zühlsdorf eben die Infrastruktur verbessern, damit mehr Leute in den Topf einzahlen und die Einwohnerzahl steigt.“ Ursel Liekweg meinte, der Bedarf für Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnen sei vorhanden. Doch bei Zuzug müsste die Gemeinde Kitaplätze schaffen und irgendwann für eine Schule sorgen.

Die Zühlsdorfer waren sich einig, dass bessere Busverbindungen in kürzeren Taktgrößen in die Nachbargemeinden sowie nach Basdorf und Wandlitz das Leben im Dorf erleichtern würden. Carmen Hoyer warb um ein besseres kulturelles Netz zwischen den Ortsteilen. Die Kulturstätte Mönchmühle sei ein Anfang, „um von den reinen Schlaforten wegzukommen.“

Von Marion Bergsdorf

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