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Oberhavel Bürgerinitiative vom Straßenprotest zum Kinderfest
Lokales Oberhavel Bürgerinitiative vom Straßenprotest zum Kinderfest
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08:05 15.07.2016
Das erste Leegebrucher Kinderstraßenfest im Juni, organisiert von der Bürgerinitiative Havelhausener Straße, war ein voller Erfolg. Quelle: Stefan Cussejus
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Leegebruch

Als Ende Juni in der Havelhausener Straße und in der Dorfstraße in Leegebruch das erste Kinderstraßenfest mit großem Kindertrödelmarkt und einem Bühnenprogramm von und für Kinder sowie historischen Spaziergängen für Kinder stattfand, war ganz Leegebruch auf den Beinen. Eine Gemeinde feierte gemeinsam. „Die Anwohner, die nicht beim Aufbau mithelfen konnten, die stellten Wasser oder Strom zur Verfügung oder bereiteten Waffelteig zu“, so Saskia Coccejus, von der Bürgerinitiative (BI) Havelhausener Straße, den Organisatoren des Straßenfestes.

„Das Fest war ein großer Erfolg, bei dem die Kinder viel Spaß hatten“, lautet auch das zufriedene Resümee von Stefan Coccejus. Man habe ein Kinderfest mit bezahlbaren Angeboten auf die Beine stellen wollen. „Jeder zahlt das, was er für angemessen hielt.“ Unterstützung gab es von Jugendclub, Feuerwehr, Kita, zahlreichen Sponsoren und der Gemeinde. Ob es eine Neuauflage im nächsten Jahr geben wird, lassen die Organisatoren noch offen. Man sei noch in der Nachbereitung.

Eines wolle man jedoch klar stellen: „Wir sind keine Konkurrenz für die Kulturmeile, haben mit den Kindern eine völlig andere Zielgruppe“, betont Babett Wiechmann von der BI. Zudem wolle man auch zukünftig den kleinen, familiären Charakter des Festes erhalten.

ein Teil der Aktiven der Bürgerinitiative Havelhausener Straße Quelle: Ulrike Gawande

Denn eigentlich wurden schon vor mehreren Jahren die ersten Straßenfeste, Trödelmärkte und Halloweenfeiern in der Havelhau­sener Straße veranstaltet. Doch waren die stets von und für die Anwohner. Anfangs vor allem, um die neuen Mitbürger, die in die Straße zogen, kennenzulernen, erinnert sich Horst Lengert, einer der Ureinwohner der Havelhausener Straße. Die Bewohner, alt und neu, wuchsen zu einer Gemeinschaft zusammen, die im Zuge des Straßenausbaus zur Bürgerinitiative wurde. Wiechmann: „Wir mussten dem Kind ja einen Namen geben.“

Als vor rund sieben Jahren die Ausbaupläne der damaligen Kopfsteinpflasterstraße am Ortsrand nach jahrelangen Diskussionen konkret bekannt wurden, wurde man aktiv. Denn mit den Planungen waren die Bürger nicht einverstanden. Man fühlte sich übergangen. Bestand doch die berechtigte Sorge, dass aus der Anlieger- eine Durchgangsstraße werden könnte. „Die Ausbaupläne waren überdimensioniert“, erinnert sich Babett Wiechmann. Die Anwohner wollten in die Planungen einbezogen werden, doch sah die Bürgerbeteiligungssatzung damals noch nicht einmal ein Rederecht in den Ausschüssen vor, so Stefan Cooccejus, der damals als Sprecher der BI fungierte. „Wir wollten, dass man sich auf Augenhöhe begegnet“, so Wiechmann. Mit Erfolg. Nach zähem Ringen, Ausschussbesuchen, einem Baustopp und vielen Diskussionen, wurde ein runder Tisch einberufen, der einen für alle Seiten akzeptablen Ausbau der Havelhausener Straße herausarbeitete. „Das war gelebte Demokratie“, so Lengert, „eine Mehrheitsentscheidung, die für alle verbindlich war.“ 2014 konnte die neue Betonpflasterstraße wieder für den Verkehr freigegeben werden. Erneut ein Grund zu feiern. Heute sei das Klima in der Gemeinde positiver und konstruktiver, so Coccejus. Viele Satzungen und Verordnungen seien durch neue Mitarbeiter in der Verwaltung auf den Weg gebracht worden. Der Straßenbau aber hat sie zusammengeschweißt, sind sich die Anwohner einig.

So endet die Geschichte der Bürgerinitiative nicht wie sonst üblich mit dem Projektende, sondern besteht weiter, mit veränderten Vorzeichen: Kinderfest statt Straßenprotest. Besonders für das kommende Halloweenfest habe man noch viele Ideen im Kopf.

Von Ulrike Gawande

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