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Bürgermeister tritt Kritikern entgegen

Hohen Neuendorf Bürgermeister tritt Kritikern entgegen

Verliert die Stadt ihre grüne Identität? Droht der Verkehrsinfarkt? Derartigen Ängsten trat Bürgermeister Steffen Apelt im Zusammenhang mit der Kritik an einer Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme beiderseits der Oranienburger Straße vehement entgegen.

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Acker- und Waldflächen sollen perspektivisch verschwinden in Hohen Neuendorf.

Quelle: Enrico Kugler

Hohen Neuendorf. Verliert die Stadt ihre grüne Identität? Droht der Verkehrsinfarkt? Derartigen Ängsten trat Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) im Zusammenhang mit Kritik an der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme für ein 35 Hektar großes Gebiet beiderseits der Oranienburger Straße vehement entgegen. Vielmehr diene der Prozess, um genau das zu erreichen: einerseits den erhöhten Wohnraumbedarf zu decken, aber andererseits Grün- und Freiflächen zu entwickeln, den Verkehr zu organisieren sowie Einrichtungen des Gemeinbedarfs wie etwa eine Kindertagesstätte bereitzustellen. Und auch den Vorwurf der mangelnden Information mag der Verwaltungschef nicht hinnehmen: Allein in den zurückliegenden zwölf Monaten hätten die Kommunalpolitiker das Thema zehnmal öffentlich in Sitzungen behandelt. Es gab eine Bürgerversammlung, einen Infostand beim Herbstfest und auf der städtischen Homepage gebe es eine Präsentation.

Gerade weil verschiedene Privateigentümer in dem Bereich mit Projekten für 30, 50 oder 70 Wohneinheiten an die Stadt herangetreten seien, es aber kein zusammenhängendes Konzept gibt, werde mit der Entwicklungsmaßnahme nun eine koordinierte Entwicklung angestrebt, erläutert Fachbereichsleiter Michael Oleck. Jedoch habe der Gesetzgeber dem eigentlichen Planungs- und Beteiligungsprozess eine vorbereitende Untersuchung vorgeschaltet: „Und da befinden wir uns gerade.“ In diesem Zusammenhang seien drei Szenarien mit unterschiedlichen Gestaltungen und Bebauungsdichten erstellt worden – „vielleicht ein Fehler“, so Steffen Apelt. In der Maximalvariante waren darin bis zu 1333 neue Wohneinheiten vorgesehen. Derzeit sei jedoch noch völlig offen, ob Geschosswohnungsbau oder der Bau von Einfamilienhäusern favorisiert wird. Jetzt würden zunächst Behörden und Versorger befragt, die Träger öffentlicher Belange. Eine „intensive Bürgerbeteiligung“ folge im kommenden Frühjahr.

Auch dem Vorwurf, wonach bestehende Planungen über Bord geworfen würden, treten Apelt und Oleck entgegen. Diese Papiere würden nicht ausgeklammert, andererseits seien sie auch nicht verbindlich. Der Bürgermeister bittet alle Beteiligten zudem um eine sachliche Diskussion: „Es wäre der Sache nicht angemessen, wenn es zum Wahlkampfthema würde.“

Vorbildcharakter für Hohen Neuendorf könnte die Entwicklungsmaßnahme in Borgsdorf haben. Auf ehemaligen Gärtnereiflächen seien nicht nur Wohnungen entstanden. Aus Erlösen der Maßnahme wurden in 20 Jahren auch Sport- und Spielplätze, eine Kita und die Feuerwache mitfinanziert.

Von Helge Treichel

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