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Oberhavel Bürgermeisterkandidat lehnt Flüchtlinge ab
Lokales Oberhavel Bürgermeisterkandidat lehnt Flüchtlinge ab
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02:15 09.07.2017
Frank Martin findet, es gebe schon genug Flüchtlinge in Hennigsdorf. Weitere wolle er zurückschicken. Auch wenn das Heim nicht voll belegt ist. Quelle: Foto: PaetzeL
Hennigsdorf

Der Bewerber zur Bürgermeisterkandidatur Frank Martin hat erklärt, er könne sich vorstellen, Busse mit Flüchtlingen, die in der Unterkunft Stolpe-Süd untergebracht werden sollen, zum Landrat zu schicken. Am Mittwoch hatte der Berliner ein A4-Blatt mit Wahlversprechen verschickt, eines davon: „Ich bin der Meinung, dass die Stadt genug Flüchtlinge aufgenommen hat! Weitere werde ich ablehnen.“ Bei der Kreisverwaltung kann man nur mit dem Kopf schütteln. „Allein die Kreisverwaltung ist für die Zuteilung der Flüchtlinge zuständig, ein Bürgermeister könnte keinen Einfluss nehmen“, so Kreis-Sprecher Ronny Wappler. Zudem stehen derzeit viele Zimmer in dem Heim leer. Von den rund 540 Plätzen waren Ende Mai nur noch 350 belegt.

Frank Martin indes betont, er wisse, dass solche Entscheidungen nicht in der Hand des Bürgermeisters lägen. „Ich bin allerdings ein großer Fan von Regine Hildebrandt. Mich interessieren Gesetze und Bestimmungen nicht, wenn es um das Wohl der Hennigsdorfer Bürger geht.“ Weitere Forderungen sind unter anderem: ein Glasdach und W-Lan für die Havelpassage, Anreize für die Niederlassung von Ärzten, ein neuer Discounter für die Innenstadt, eine 100-köpfige Nachbarschaftsstreife, mehr Mittel für die Altenbetreuung und mehr Kitaplätze, Freizeitprojekte auf Havelgrundstücken und ein Ordnungsamt, das beim Strafzettelverteilen kulanter ist. Ob Frank Martin 64 nötige Unterschriften von Hennigsdorfern bekommt, um zur Wahl zugelassen zu werden, ist unklar.

Von Marco Paetzel

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