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Oberhavel Bürokratische Hürden
Lokales Oberhavel Bürokratische Hürden
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13:40 21.10.2013
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ORANIENBURG

71 Ehrenamtliche kümmern sich derzeit um die Begleitung sterbender Menschen. Wenn bis zum Herbst 2014 an der Germendorfer Allee in Oranienburg ein ambulantes Hospiz entsteht, werden noch mehr Sterbebegleiter benötigt, sagte gestern Detlef Troppens, Geschäftsführer der Oberhavel Kliniken GmbH, die das Hospiz errichten wird.

Zur Vorbereitung des ambitionierten Projekts traf sich Troppens gestern mit dem Hospizverein Oberhavel, der sich um die ambulante Pflege Sterbender zu Hause kümmert und der auch im stationären Hospiz mitarbeiten wird, sowie der Bundesvorsitzenden des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes Marlene Rupprecht. Troppens sagt, dass für die Hospizarbeit auch die Unterstützung von Haus- und Fachärzten der Patienten wichtig sei. Sie sollen die Sterbenden im Hospiz begleiten. Bisher hätten acht Mediziner ihr Interesse bekundet. "Das muss noch wachsen, sonst kann man es nicht hinkriegen", sagte Troppens.

Die Kliniken-Gesellschaft wird für 2,3 Millionen Euro ein Haus mit zehn Zimmern für Sterbende bauen. Jedes Zimmer erhält eine Terrasse, auf die man das Bett hinausschieben kann. Außerdem ist in den jeweils 20 Quadratmeter großen Räumen Platz für Angehörige. Noch schlägt sich Troppens allerdings mit der Baubehörde herum, für das Grundstück bestehe noch keine Baufreiheit.

Für den Betrieb muss der eigens gegründete Förderverein zehn Prozent der laufenden Kosten finanzieren. 90 Prozent übernehmen die Pflegekassen. "Die Tagessätze für eine 24-Stunden-Betreuung sind nicht opulent", sagte Troppens. Erwünscht für den Hospiz-Neubau seien auch Sachspenden wie Handwerkerleistungen oder für die Gestaltung der Außenanlagen durch Gartenbaubetriebe.

Marlene Rupprecht lobte die Hospiz-Arbeit in Oberhavel ausdrücklich und bemängelte gleichzeitig bürokratische Hürden und fehlende politische Unterstützung. Viele Angehörige wüssten nicht, welche Hilfe ihnen zusteht. Und während der Sterbebegleitung oder in der Trauer gebe es Wichtigeres zu tun als Auseinandersetzungen mit der Krankenkasse. Sterbebegleiter könnten sich darum kümmern. 80 Prozent ihrer Arbeit entfalle inzwischen auf die Unterstützung und Trauerbewältigung von Angehörigen, sagte Monika Baumann.

Zudem werde das Thema Sterben und Tod immer noch zu wenig thematisiert, beklagte Rupprecht. "Dabei sind wir alle betroffen. Wir wissen nicht, wie wir sterben werden, aber wir wollen gut versorgt sein." Mehr Wissen darüber könne auch die Angst vorm Altwerden und Sterben nehmen. Monika Baumann kündigte an, dass sich der Hospizverein am Projekt "Hospiz macht Schule" beteiligen werde. Auch Kinder sollten sich mit dem Tod beschäftigen, um den Verlust eines Angehörigen zu verstehen und zu verarbeiten.

Deutliche Kritik wurde an der Landespolitik geübt. "Es gibt niemanden, der für die Hospizarbeit zuständig ist", zeigte sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Krüger-Leißner verwundert. "Man findet in Brandenburg nicht viel Gehör für die Hospizarbeit", sagte Troppens. Auch die Zusammenarbeit mit den Krankenkassen erweise sich als schwierig.

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer gestern darin, dass die Hospizarbeit insgesamt mehr Anerkennung brauche. Die Arbeit könne nicht den Pflegediensten und Krankenhäusern überlassen werden. "Palliativmedizin ist im Krankenhaus nicht möglich", sagte Klinikchef Troppens.

Sabine Brackmann, Vorsitzende des Hospivereins und Inhaberin einer häuslichen Krankenpflege sagte, dass Sterbepatienten aus vielen Gründen nicht ambulant durch Pfelegedienste versorgt werden könnten. "Dann müssen sie in weit entfernte Hospize", sagte sie. Oder sie bleiben im Krankenhaus und sterben dort ohne palliative Versorgung.

Von Klaus . Grote

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