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Bund zahlt für Bombensuche: Jubel bleibt aus

Erste Erleichterung in Oranienburg Bund zahlt für Bombensuche: Jubel bleibt aus

Erstmals seit 1956 beteiligt sich der Bund wieder an den Kosten zur Beseitigung alliierter Kampfmittel. Bis 2019 sollen zusätzlich 60 Millionen Euro bereitgestellt werden. In Brandenburg liegen besonders viele Weltkriegsbomben in Oranienburg und Potsdam. Die Nachricht aus Berlin löst in den Kommunen Freude aus – aber keinen Jubel.

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Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD).

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Die Zusage des Bundes, den Ländern bis zum Jahr 2019 zusätzlich 60 Millionen Euro für die Beseitigung von alliierten Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg bereitzustellen, ist von Brandenburger Landes- und Kommunalpolitikern begrüßt worden. „Es wurde höchste Zeit, dass der Bund seine Mitverantwortung anerkannt hat“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke am Freitag. Vorgesehen sei, dass der Bund bis zu 50 Prozent der Kosten für die Kampfmittelbeseitigung übernimmt. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte die Finanzierung am Donnerstag beschlossen.

In Oranienburg werden 2016 wieder fünf Millionen Euro für die Bombenbeseitigung eingeplant. Zwei Millionen Euro davon kommen aus der Stadtkasse. Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) fordert seit Jahren, dass der Bund sich an den Kosten beteiligt. Deshalb wurde die Nachricht aus Berlin in Oranienburg mit Erleichterung aufgenommen. „Wir freuen uns, aber jubeln können wir nicht“, sagte Sprecherin Susanne Zamecki. Denn wie viel von den Bundes-Millionen tatsächlich in Oranienburg landet, sei noch ungewiss. Zamecki verweist außerdem darauf, dass im kommenden Jahr bundesweit zunächst fünf Millionen Euro zur Verfügung stehen. „Das könnten wir schon allein gebrauchen. Uns hätte geholfen, wenn wir direkt unterstützt werden.“ 2017 sollen 15 Millionen Euro bereitstehen, 2018 und 2019 je 20 Millionen Euro. Ein positives Echo gibt es auch in Potsdam. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ob die Mittel ausreichen, muss sich aber erst noch zeigen“, sagte Sprecher Jan Brunzlow. Oberhavels Bundestagsabgeordneter Uwe Feiler (CDU) sprach von einem „wichtigen Signal“ für die Menschen in Oranienburg. Er forderte das Land auf, seinen Anteil an den Kosten mindestens auf dem bisherigen Niveau zu halten. Dies sei Voraussetzung für die Förderung. Oranienburgs SPD-Landtagsabgeordneter Björn Lüttmann nannte die Bundesmittel ein „Zeichen der Solidarität“. Das Land stelle weiter jährlich 11 Millionen Euro bereit.

In Oranienburg wurden seit 1990 mehr als 180 Bomben unschädlich gemacht, darunter 100 Sprengbomben mit gefährlichen Langzeitzündern. Immer wieder werden alliierte Bomben in der Stadt gefunden. Ministerpräsident Woidke: „Dieses unkalkulierbare Risiko stellt eine wachsende Gefahr für Leib und Leben der Menschen dar.“

Von Frank Pawlowski

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