Volltextsuche über das Angebot:

-2 ° / -9 ° Schneeschauer

Navigation:
Busanbindung: Piraten finden weitere Probleme

Oranienburg Busanbindung: Piraten finden weitere Probleme

Nach der Fahrgastzählung des Landkreises, hat jetzt Axel Heidkamp von der Piratenpartei 682 Gedenkstättenbesucher befragt, warum sie nicht mit dem Bus gefahren sind. Resultat: Busse zu voll, Beschilderung unzureichend. Zudem weist die Partei auf den schlechten Zustand der Straße der Nationen hin.

Voriger Artikel
Angst um die eigenen vier Wände
Nächster Artikel
Ruhestörung in der Zeller Straße

Vor allem ausländische Menschen besuchen die Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg.

Quelle: Marco Winkler

Oranienburg. Überraschenderweise schaltete sich kürzlich die Piratenpartei in die Debatte um eine bessere Busanbindung zur Gedenkstätte Sachsenhausen ein – mit einer eigenen Befragung. Der Landkreis hatte im Vorfeld die Busauslastung vom Bahnhof zur Gedenkstätte mit automatischen Sensoren getestet. Fazit: Die Kapazität sei ausreichend, zu einer Überfüllung der Busse komme es kaum. Eine Fahrgastauszählung ohne Berücksichtigung der Fußgänger sei aber unzureichend, so die Piraten. Der Kreistagsabgeordnete Axel Heidkamp stellte sich also selbst an die Gedenkstätte und fragte die zumeist ausländischen Besucher, warum sie nicht Bus fahren. Resultate liegen jetzt vor.

Am 9. und 10. März wurden insgesamt 682 Fußgänger nach ihrer Meinung gefragt – die Zahl der Busfahrenden lag im Zeitraum bei nur 428 gezählten Menschen. Mehr als die Hälfte (381) der Laufenden gab an, die Wartezeit auf den Bus sei zu lang gewesen – die Buslinie 804 verkehrt unter der Woche im Stundentakt. 107 Menschen war der Bus dabei schon zu voll. Das seien zusammen immerhin 488 „potenzielle Fahrgäste“, so Axel Heidkamp. 194   d er Befragten sagten ihm jedoch auch, sie würden gerne zu Fuß gehen, den 1,7 Kilometer langen Weg freiwillig in Kauf nehmen.

Ein noch bessere Beschilderung wünscht sich die Piratenpartei

Ein noch bessere Beschilderung wünscht sich die Piratenpartei.

Quelle: Enrico Kugler

Für die Piraten macht das einiges deutlich, das bisher nicht erfasst wurde. Viele laufen nicht freiwillig und sind nicht gewillt, sich in gefühlt übervolle Busse zu quetschen. Das gegenwärtige Angebot sei deshalb unzureichend, nicht bedarfsgerecht und wenig attraktiv, so Heidkamp. Auffällig sei auch, dass noch weniger Besucher den Rückweg von der Gedenkstätte zum Bahnhof mit dem Bus antreten. Das liege auch an einer schlechten Beschilderung – die Anzeige der Abfahrtzeiten an der Gedenkstätte sei unübersichtlich für internationale Gäste. Mit Ortsnamen wie Malz können sie nichts anfangen, warten dennoch auf den Bus, der dann aber gar nicht zum Bahnhof fährt.

Ein weiteres Problem brachte die Piratenumfrage ebenfalls auf den Tisch: Der schlechte Zustand der zur Gedenkstätte führenden Straße der Nationen. Grobes Kopfsteinpflaster liegt hier. Anwohner würden sich über klirrendes Geschirr in Schränken beschweren, über Vibrationen in der ganzen Wohnung; Alarmanlagen der auf der engen Straße parkenden Autos werden ausgelöst. Die Probleme führen zu einer Minderung der Lebensqualität für die Anwohner.

Gefährdung der Gesundheit der Anwohner

Die Piraten sehen darin auch eine „Gefährdung des Hab und Gut sowie der Gesundheit der Anwohner“, auch da auf dem Parkplatz die Busse während des Wartens ihren Motor laufen lassen. Das Ordnungsamt sollte hier einschreiten. Diesem Problem sollte „höchste Priorität“ seitens der Verantwortlichen eingeräumt werden. Einige Anwohner meinten zu Axel Heidkamp, die Stadt würde die gesundheitliche Gefahr für sie „billigend“ in Kauf nehmen. Die Piraten regen deshalb an, die bucklige Straße der Nationen zu einer 20-er-Zone auszuschreiben oder Busse anzuleiten, doch den etwas weiteren, dafür asphaltierten Schäferweg zur Gedenkstätte zu nehmen – oder gleich die Straße der Nationen mit einem neuen, geräuschmindernden Straßenbelag auszubauen.

Axel Heidkamp räumt ein, dass seine Befragung keinen Anspruch auf 100-prozentige Genauigkeit hat. Aber sie zeige eine Tendenz. Zumal offenbart sie Problemfelder, die bisher unberücksichtigt blieben. Als nächstes möchte er eine Befragung in der Hans-von-Dohnanyi-Straße durchführen, die ebenfalls zur Gedenkstätte führt, aber vor einem Tor endet, das sich nur mit dem Code 1859 öffnen lässt.

Der Landkreis hat indessen Gespräche mit der Stadt Oranienburg angekündigt – und will eine zweite Fahrgastzählung im April durchführen.

Von Marco Winkler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg