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Bußgeld für rauchende S-Bahnfahrer

Rauchen auf Bahnhöfen verboten Bußgeld für rauchende S-Bahnfahrer

Eigentlich gilt das Rauchverbot in Bahnhöfen, auf Bahnsteigen und in öffentlichen Verkehrsmitteln schon seit 2007, doch kaum ein Raucher hielt sich daran. Um das Rauchverbot konsequenter umzusetzen, wird nun bei Verstößen ein Bußgeld von 15 Euro fällig. In Oranienburg haben die Raucher aber noch eine Insel.

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Nur hier sind Züge noch erlaubt: Raucherinsel auf dem Bahnhof Oranienburg.

Quelle: Ulrike Gawande

Oranienburg. Eigentlich gilt seit September 2007, seit Inkrafttreten des Bundesnichtraucherschutzgesetzes, ein gesetzliches, absolutes Rauchverbot in Bahnhöfen und öffentlichen Verkehrmitteln. Nachzulesen unter anderem in den Hausordnungen der Bahnhöfe und Beförderungsbedingungen der Verkehrsverbünde.

Doch Verbot hin, Gesetz her, kaum einer hielt sich bisher an das Verbot. „Die Leute rauchen nicht nur auf dem Bahnsteig, sondern steigen oft auch mit brennender Zigarette in den Zug“, hat Sören Golombek aus Borgsdorf schon oft beobachtet. Auch die Anwesenheit von kleinen Kindern hindere die Raucher nicht daran, sich eine Zigarette anzustecken. Doch damit soll nun endgültig Schluss sein: Seit Wochenbeginn ahndet die S-Bahn Berlin Verstöße gegen das Rauchverbot in Bahnhöfen, auf Bahnsteigen und Verkehrsmitteln mit 15 Euro Strafe.

Straffrei darf nur in speziell gekennzeichneten Bereichen, sogenannten „Raucherinseln“, die mit Aschenbechern ausgerüstet sind, geraucht werden. Denn nicht nur die Gesundheit nichtrauchender Fahrgäste liegt der Bahn am Herzen, sondern auch die Sauberkeit und der Brandschutz in den Bahnhöfen. Nicht selten wurde eine ins Gleisbett geschnippte Kippe zum Auslöser eines Brandes.

Man habe lange gehofft, mit Hinweisen und Ermahnungen, jedoch ohne die Verhängung von Strafen auszukommen, berichtet Ingo Priegnitz, Sprecher der S-Bahn Berlin. Doch die Beschwerden von Fahrgästen über Raucher lagen zuletzt im dreistelligen Bereich. Durchsetzen sollen das Rauchverbot zwanzig speziell geschulte Mitarbeiterteams der DB Sicherheit. Nur diese dürfen das Bußgeld kassieren. Entweder bar oder per Überweisung. Das Prozedere gleiche dem Ablauf bei der Feststellung von Schwarzfahrern.

„Es wird aber nicht begonnen Jagd auf Raucher zu machen“, erklärt Ingo Priegnitz, sondern man möchte lediglich eine verbesserte gegenseitige Rücksichtnahme und ein Mitdenken der Raucher erreichen. Auf wenig Verständnis stößt bei manchen Fahrgästen der S-Bahn, dass das Verbot auch für E-Zigaretten gilt. „Ich finde das übertrieben“, empört sich Elias aus Borgsdorf. Für ein Rauchverbot in geschlossenen Bahnhöfen habe er Verständnis, aber nicht auf offenen Bahnsteigen wie Oranienburg, ärgert sich ein Raucher aus Oranienburg. Die Raucherinseln empfinde er als albern. „Entweder ganz oder gar nicht. Man wird zur Minderheit. Immer mehr wird verboten.“ Er könne den „Gesundheitswahn“ nicht verstehen.

Doch die Androhung der Strafe scheint bei einigen Rauchern zu wirken. Die Schönfließerin Marlies Rambow verzichtet zukünftig lieber auf eine Zigarette am Bahnsteig, als womöglich Strafe zahlen zu müssen. Zukünftig will sie nur noch vor dem Bahnhof rauchen.

Von Ulrike Gawande

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