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Oberhavel Chance für Eiche & Co.
Lokales Oberhavel Chance für Eiche & Co.
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02:17 22.08.2014
Hardy Schobel an einem seit vier Jahren umzäunten Waldareal. Dort, so zeigt er, hatte der natürliche Aufwuchs eine Chance, auf dem rechten Areal nicht. Nur die amerikanische Traubenkirsche. Quelle: Enrico Kugler
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Schmachtenhagen

Hardy Schobel ist Förster mit Leib und Seele. Jeden Morgen ab 6 Uhr ist er mit seinem kleinen Dackel im Wald. „Ich brauche das einfach“, sagt er. Nach der Arbeit geht er noch einmal los. In seinen Wald. In den vergangenen zehn Jahren hat der Förster Hektar für Hektar Wald von Privatbesitzern erworben. Möglichst kompakt, denn „ich möchte meinen Wald gern bewirtschaften, einfach das Beste daraus machen“. Nicht nur Holz gewinnen, sondern vor allem die grüne Lunge umbauen. Schobel setzt vor allem auf den natürlichen Aufwuchs von Eiche, Vogelbeerbaum und Buche. Von seinen 40 Hektar in der Ortslage von Schmachtenhagen hat er deshalb in den letzten Jahren rund die Hälfte eingezäunt. In Wensickendorf fünf von 25 Hektar. Vor allem in Schmachtenhagen sind die Zäune Stein des Anstoßes für Wanderer, Hundebesitzer, Reiter – und die Jäger.

Hardy Schobel wirbt um Verständnis. Gerade in diesem Sommer hat er rund zweieinhalb Kilometer Zaun setzen lassen. Ein teurer Spaß bei Kosten von zehn Euro pro laufenden Meter. „Aber ohne geht es nicht. Der Wilddruck ist zu groß. Gäbe es eine kostengünstige Alternative, würde ich diese nutzen“, sagt der Förster und Jäger. Reh- und Rotwild gibt es in Schmachtenhagen. Damwild nicht. Wo ein Zaun den natürlich Aufwuchs schützt, gedeihen unter anderem junge Stieleichen und Ebereschen. Ohne Schutz hat jeder junge Baum Fraßspuren und bleibt mickrig. „Außerdem gewinnt die Traubenkirsche die Oberhand.“

Schobel kann den Protest von Anwohner oder Waldnutzern durchaus nachvollziehen: Versperrt sind Areale, „die sie Jahrzehnte gewohnt waren zu nutzen. Die Zäune sind auch optisch eine Grenze“, räumt er ein. Er möchte aber aus seinem Wald etwas machen und dabei der Natur den Vorrang einräumen. Das sei, bei den aktuellen Wildbeständen, nur mit einer Einzäunung von mindestens zehn Jahren möglich. Danach habe sich der natürliche Aufwuchs etabliert. Auf den setzt der Förster, denn der sei trockenheitsresistenter, sturmfest und habe gesunde Wurzeln. Aber er forstet auch auf, mit Douglasien und Lärchen.

Einladung zu einem Gespräch im Wald

Hardy Schobel arbeitet als Diplomforstingenieur (FH) beim Bundesforstbetrieb West-Brandenburg, betreut Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.
Er ist in Schmachtenhagen geboren und aufgewachsen und lebt mittlerweile wieder hier.
Er hat seit 2003 Waldflächen im Umfang von 40 Hektar bei Schmachtenhagen und rund 25 Hektar bei Wensickendorf erworben.
Der Waldkauf boomt. Zu haben ist ein Quadratmeter für 0,50 bis ein Euro.
Der Förster lädt Interessierte oder auch Verärgerte zur Gesprächsrunde für Sonnabend, 30. August, ab 10 Uhr an die Ecke Waldringstraße/Berliner Weg in Schmachtenhagen ein.

Viele Bäume in seinem Besitz hätten auch ein Alter von 70 Jahren und darüber erreicht. Da müsse man an die nächste Baumgeneration denken. Mancher störe sich auch an der Höhe der Umzäunung von 1,80 Metern. „Alles darunter könne das Wild überspringen und sich dabei verletzen. Die Höhe ist vorgegeben“, so Schobel. In den Arealen, wo der Zaun bereits vier Jahre steht, stehen schon stattliche junge Bäume. „In etwa sechs Jahren ist er weg, dann finden die Tiere hier auch wieder Unterschlupf“, hofft er auf das Verständnis der Schmachtenhagener Jägerschaft, die ihn im April von der Jagd ausschloss. „Ich hatte für eine waldfreundliche Bejagung geworben“, erinnert Schobel. Die Jäger sehen es wohl anders.

Hardy Schobel legt auch eine große Portion Ehrgeiz in die Waldbewirtschaftung. Und hat ein hehres Ziel, er möchte „einen guten und gesunden Wald vererben“.

Von Heike Bergt

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