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Chancen für die Ampel stehen schlecht

Hennigsdorf Chancen für die Ampel stehen schlecht

Stadtverordnete und Bürger hatten zuletzt gefordert, dass der Knoten Marwitzer Straße/Waidmannsweg/ Friedrich-Wolf-Straße im Zuge der Sanierung eine Ampel statt einer Querungshilfe bekommen soll. Doch die Stadtverwaltung räumt dem Ansinnen kaum Chancen ein. Zudem fordert nun die Linke, die Marwitzer Straße zu verbreitern.

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Die Marwitzer Straße soll 2017 saniert werden.

Quelle: Foto: Paetzel

Hennigsdorf. Die Diskussion um die Sanierung der Marwitzer Straße in Hennigsdorf geht weiter. Zuletzt forderten Stadtverordnete im Bauausschuss und Anwohner eine Ampellösung für den Knoten Marwitzer Straße/Waidmannsweg/ Friedrich-Wolf-Straße. Gerade mit Blick auf die vielen Schüler und Senioren, die die Straße täglich queren müssten, sei diese Lösung besser als die geplante Querungshilfe, lautete die Argumentation allenthalben(MAZ berichtete).

Im Hauptausschuss am Mittwoch antwortete die Stadtverwaltung auf diese Forderung mit einer Mitteilung. Darin heißt es, dass der Verwaltung an dem Knoten keine Häufung von Unfällen bekannt sei, an denen Radler oder Fußgänger beteiligt waren. Zudem dürfe die Straßenverkehrsbehörde, die die Ampel anordnen müsste, das nur tun, wenn eine besondere Gefahrenlage bestehe. Abschließend heißt es, dass eine Ampel an dem Knoten aus Sicht der Verwaltung eher unwahrscheinlich sei. Einen Antrag durch die Stadtverordneten würde man aber an den zuständigen Landesbetrieb Straßenwesen weiterleiten. Wird der Vorschlag also in der nächsten Stadtverordnetenversammlung eingebracht und findet eine Mehrheit, könnte das Ansinnen zumindest vom Landesbetrieb geprüft werden. Ob eine Fraktion den Antrag stellt, ist aber ungewiss.

Fest steht dagegen, dass die Linke in der kommenden SVV den Änderungsantrag stellen wird, die Fahrbahn zu verbreitern. Das kündigte Fraktionschefin Ursel Degner im Hauptausschuss überraschend an. „Wir werden den Antrag stellen, die Breite des Grünstreifens zu verringern, damit die Straßenbreite neun Meter betragen kann.“ Es sei klar, dass damit zusätzliche Kosten auf die Stadt zukämen, etwa 650 Quadratmeter Fläche müssten dafür gekauft werden. So könne laut Ursel Degner der geplante Radschutzstreifen breiter werden. Geplant ist bisher, dass er auf jeder Straßenseite eine Breite von 1,50 Metern hat. Der Linken ist das nicht genug, der Streifen sei zu eng und deshalb gefährlich. Es könne ja etwa im Extremfall passieren, dass neben den Radlern etwa auch zwei Lkw mit ausgeklappten Spiegeln, ein Rettungswagen oder der Bus gleichzeitig fahren könnten. „Da würden Lkw grundsätzlich auf diesen gestrichelten Schutzstreifen ausweichen, das ist für Radfahrer sehr gefährlich“, so Degner.

„Frau Degner wird heute ja richtig visionär“, sagte SPD-Fraktionschef Udo Buchholz zynisch. In den Fachausschüssen hätten die Linken diese Absicht nie angedeutet. Wenn man die Straße verbreitern wolle, müsse man eventuell Bäume dafür fällen, so Buchholz. Zudem habe die SVV erst kürzlich beschlossen, neben dem Schutzstreifen auch noch die Möglichkeit anzubieten, dass Radler auf dem verbreiterten Gehweg in Schrittgeschwindigkeit fahren könnten. „Sollte ein Fahrradfahrer ängstlich reagieren, steht ihm diese Möglichkeit zur Verfügung.“ Ursel Degner antwortete, dass man mit dieser Lösung wiederum einen Konflikt zwischen Fußgängern und Radlern schaffe.

Bürgermeister Andreas Schulz erklärte, es handele sich bei der Marwitzer Straße um eine Landesstraße, der Landesbetrieb Straßenwesen gebe die Breite der Fahrbahn vor. „Es geht nicht darum, was wir gerne wollen, das liegt nicht in unserer Beschlussfassung.“ Nicht umsonst zahlt der Landesbetrieb den größten Teil der Kosten, nämlich rund 2,2 Millionen Euro. Die Stadt steuert rund 660 000 Euro bei.

Von Marco Paetzel

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